Wer auf Nummer sicher gehen will, richtet für das Benutzer-Konto am Mac ein Kennwort ein. Allerdings ist die Eingabe eines Kennworts mühselig. Wird ein MacBook genutzt, lässt es sich auch über das Touch-Pad entsperren.
Denn hier lassen sich durch Antippen und Schieben Gesten zeichnen, die sich als Kennwort eignen. Möglich macht es ein praktisches Tool namens Tap.
Mit Tap wird zuerst eine Kombination aus Tipps mit einem oder mehreren Fingern und dem Zeichnen von Mustern auf dem Touch-Pad eingerichtet. Damit lässt sich der Mac später, wenn er gesperrt ist, entsperren – ohne dass ein Kennwort eingegeben werden muss.
Moderne Alternativen zu Tap im Jahr 2026
Da die Entwicklung von Tap mittlerweile eingestellt wurde und die Software nicht mehr mit aktuellen macOS-Versionen kompatibel ist, gibt es inzwischen bessere Alternativen für die Gestensteuerung am Mac. Apple selbst hat mit Touch ID und Face ID deutlich komfortablere Entsperrmethoden eingeführt.
Touch ID: Die etablierte Lösung
Seit 2016 verfügen MacBooks über Touch ID – einen Fingerabdrucksensor im Power-Button. Diese Technologie ist mittlerweile Standard und funktioniert zuverlässiger als jede Gesten-App. Ihr richtet einfach eure Fingerabdrücke in den Systemeinstellungen unter „Touch ID & Passcode“ ein. Bis zu fünf verschiedene Finger lassen sich registrieren, was praktisch ist, wenn ihr den Laptop mal mit der anderen Hand bedient.
Face ID kommt auf den Mac
Apple hat 2025 begonnen, Face ID auch in MacBooks zu integrieren. Die neuesten MacBook Pro und MacBook Air Modelle nutzen die gleiche TrueDepth-Kamera wie das iPhone. Das Entsperren funktioniert durch einen kurzen Blick auf den Bildschirm – selbst bei schwachem Licht oder mit Brille.
Alternative Gesten-Apps für Touch-Gesicherte Macs
Wer trotzdem Gesten bevorzugt, findet in BetterTouchTool eine mächtige Alternative. Diese App ermöglicht es, komplexe Gesten auf dem Trackpad zu definieren, die verschiedene Aktionen auslösen können. Zwar kann BetterTouchTool den Mac nicht direkt entsperren (das lässt macOS aus Sicherheitsgründen nicht zu), aber ihr könnt Gesten für das automatische Ausfüllen von Passwörtern oder das Aktivieren von Shortcuts einrichten.
Jitouch ist eine weitere Option, die erweiterte Trackpad-Gesten ermöglicht. Die App unterstützt bis zu zehn verschiedene Gesten-Typen und lässt sich umfassend anpassen.
Sicherheitsaspekte beachten
Während Gesten-basierte Entsperrung praktisch erscheint, ist sie aus Sicherheitssicht problematisch. Touch ID und Face ID nutzen biometrische Daten, die schwer zu kopieren sind. Trackpad-Gesten hingegen können von anderen beobachtet und nachgeahmt werden – ähnlich wie bei Android-Entsperrmustern.
Apple hat deshalb in den neuesten macOS-Versionen die Sicherheitsrichtlinien verschärft. Apps von Drittanbietern können nicht mehr direkt auf die Entsperrfunktion zugreifen. Das erklärt, warum Tools wie Tap nicht mehr funktionieren.
Einrichtung moderner Entsperrmethoden
Für Touch ID geht ihr in die Systemeinstellungen > Touch ID & Passcode und folgt den Anweisungen. Der Sensor lernt euren Fingerabdruck in mehreren Schritten kennen und wird mit der Zeit immer zuverlässiger.
Bei Face ID (verfügbar auf neueren Modellen) findet ihr die Einstellungen unter Systemeinstellungen > Face ID & Passcode. Die Einrichtung dauert etwa eine Minute und funktioniert auch mit Brillen oder Kontaktlinsen.
Fazit: Moderne Biometrie schlägt Gesten
Obwohl Trackpad-Gesten eine charmante Idee waren, haben sich Touch ID und Face ID als deutlich praktischer und sicherer erwiesen. Sie funktionieren schneller, zuverlässiger und bieten besseren Schutz vor unbefugtem Zugriff. Wer noch ein älteres MacBook ohne diese Features nutzt, sollte über ein Upgrade nachdenken – die Investition lohnt sich allein für den Komfortgewinn beim täglichen Entsperren.
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026

