Den kostenlosen Kartendienst Google Maps anstatt eines Navisystems im Auto zu benutzen funktioniert mittlerweile hervorragend. Was Google Maps in Deutschland allerdings immer noch nicht standardmäßig bietet, ist die Anzeige von Geschwindigkeitlimits auf der Strecke – obwohl das Feature international bereits verfügbar ist. Doch das lässt sich nachrüsten.
Die gute Nachricht zuerst: Google hat die Geschwindigkeitsanzeige in Google Maps bereits in vielen Ländern ausgerollt, nur Deutschland wartet noch darauf. Während Nutzer in den USA, Großbritannien und anderen Regionen längst Tempolimits und ihre aktuelle Geschwindigkeit direkt in der App sehen, müssen wir hierzulande noch auf Alternativen setzen.
Native Google Maps Features nutzen
Immerhin zeigt Google Maps inzwischen in Deutschland bereits Blitzer-Warnungen an – ein Feature, das 2023 nach langen rechtlichen Diskussionen freigeschaltet wurde. Diese erscheinen als kleine Kamera-Symbole auf der Route und warnen rechtzeitig vor stationären Geschwindigkeitsmessungen.
Velociraptor als bewährte Lösung
Mit der kostenlos erhältlichen App Velociraptor könnt ihr die Geschwindigkeitsanzeige nachträglich aktivieren. Die App hat sich seit Jahren bewährt und funktioniert zuverlässig als Overlay über Google Maps. Nach der Installation müsst ihr über Einstellungen → System → Bedienungshilfen die Freigabe erteilen.
Sobald ihr Google Maps öffnet, erscheint die Geschwindigkeitsanzeige als Symbol über der Karte. Diese lässt sich per Drag and Drop an die gewünschte Stelle verschieben. In den Einstellungen könnt ihr zwischen km/h und mp/h wählen und außerdem einen Alarmton für Geschwindigkeitsüberschreitungen festlegen.
Alternative Navi-Apps mit integrierter Funktion
Wer nicht auf externe Apps setzen möchte, kann auf Alternativen umsteigen. Waze, das ebenfalls zu Google gehört, zeigt Geschwindigkeitsbegrenzungen und eure aktuelle Geschwindigkeit standardmäßig an. Die App punktet zusätzlich mit community-basierten Verkehrsmeldungen und aktuellen Hinweisen zu Baustellen oder Unfällen.
HERE WeGo bietet als weitere kostenlose Alternative ebenfalls Geschwindigkeitsanzeigen und funktioniert sogar offline – praktisch für Gebiete mit schlechter Netzabdeckung. Die Nokia-Tochter hat ihre Kartendaten kontinuierlich verbessert und steht Google Maps in puncto Genauigkeit kaum noch nach.
Apple CarPlay und Android Auto
Bei der Nutzung über Android Auto oder Apple CarPlay gelten dieselben Einschränkungen wie in der Smartphone-App. Velociraptor funktioniert hier nicht als Overlay, da die Auto-Systeme entsprechende Zugriffsrechte blockieren. Hier sind native Lösungen wie Waze die bessere Wahl.
Datenschutz und Rechtliches
Velociraptor greift ausschließlich auf öffentlich verfügbare Kartendaten zu und sammelt keine persönlichen Informationen. Die App ist open source, der Quellcode ist auf GitHub einsehbar. Rechtlich sind Geschwindigkeitsanzeigen in Deutschland völlig unproblematisch – nur aktive Blitzer-Warner sind in der Nutzung während der Fahrt verboten.
Zukunftsaussichten
Google arbeitet kontinuierlich daran, die Geschwindigkeitsanzeige auch in Deutschland zu aktivieren. Die Verzögerung liegt hauptsächlich an der komplexen Rechtslage und den strengen Auflagen deutscher Behörden. Insider rechnen damit, dass das Feature spätestens 2027 auch hierzulande verfügbar sein wird.
Fazit: Einfache Nachrüstung möglich
Bis Google Maps die Geschwindigkeitsanzeige nativ unterstützt, ist Velociraptor die beste Lösung für alle, die bei Google Maps bleiben wollen. Die App funktioniert zuverlässig, ist kostenlos und lässt sich in wenigen Minuten einrichten. Wer flexibler sein möchte, sollte einen Blick auf Waze oder HERE WeGo werfen – beide bieten das Feature bereits integriert und bringen weitere nützliche Funktionen mit.
Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026

