Linux-Apps besser kennen lernen

von | 23.02.2018 | Linux

Es muss nicht immer Windows sein – denn das kostenlose Linux glänzt nicht nur mit exzellenten Anpassungsmöglichkeiten, sondern auch mit einer riesigen Auswahl hochwertiger Programme. Wer aus der Windows-Welt kommt, tut sich mit der Eingewöhnung mitunter schwer. Dabei ist der Umstieg heute viel einfacher als früher.

Die gute Nachricht: Für fast jedes Windows-Programm gibt es mindestens eine gleichwertige – oft sogar bessere – Linux-Alternative. Viele der beliebten Programme laufen sogar nativ auf beiden Systemen. Hier eine aktuelle Übersicht der wichtigsten Programme und ihrer Linux-Pendants:

Windows Linux
Microsoft Edge, Firefox, Chrome Firefox, Chrome, Brave, Vivaldi
Microsoft Office LibreOffice, OnlyOffice, FreeOffice
iTunes, Spotify, Foobar2000 Rhythmbox, Clementine, Spotify, Audacious
Outlook, Thunderbird Thunderbird, Evolution, Geary
Windows Photos, IrfanView Shotwell, gThumb, digiKam
Dropbox, OneDrive, Google Drive Dropbox, pCloud, Nextcloud, Syncthing
DaVinci Resolve, Adobe Premiere DaVinci Resolve, Kdenlive, OpenShot
Media Player, VLC VLC, MPV, Totem
Discord, Teams, Slack Discord, Teams, Slack, Element
Nero, ImgBurn Brasero, K3b, Xfburn
Photoshop, GIMP GIMP, Krita, Inkscape
7-Zip, WinRAR File Roller, Ark, p7zip
Visual Studio Code, Notepad++ VS Code, Vim, Kate, Gedit

 

Bild: lewing@isc.tamu.edu Larry Ewing and The GIMP

Die großen Überraschungen beim Linux-Umstieg

Was viele nicht wissen: Einige der besten Programme sind heute plattformübergreifend verfügbar. Visual Studio Code, Brave Browser, Spotify, Discord und viele andere laufen problemlos unter Linux – oft sogar performanter als unter Windows.

Besonders im Kreativbereich hat Linux aufgeholt: DaVinci Resolve, der Industriestandard für Videoschnitt, läuft nativ unter Linux. Blender, das kostenlose 3D-Programm, stammt sogar ursprünglich aus der Linux-Welt. Und wer meint, ohne Adobe-Programme nicht arbeiten zu können, sollte einen Blick auf Krita (Bildbearbeitung) oder Inkscape (Vektorgrafik) werfen.

Moderne Distribution erleichtern den Einstieg

Heutige Linux-Distributionen wie Ubuntu 26.04 LTS, Pop!_OS oder Linux Mint sind so benutzerfreundlich geworden, dass sie Windows-Umsteiger kaum vor Herausforderungen stellen. Die Installation ist meist einfacher als bei Windows, und die wichtigsten Programme sind bereits vorinstalliert.

Besonders praktisch: Viele Distributionen bieten eigene Software-Stores mit grafischer Oberfläche. Einen Klick – schon ist das gewünschte Programm installiert. Die gefürchtete Kommandozeile ist nur noch für Power-User interessant.

Steam macht Linux zur Gaming-Plattform

Selbst Gaming ist unter Linux kein Problem mehr. Dank Valves Proton-Technologie laufen mittlerweile über 20.000 Windows-Spiele problemlos unter Linux. Steam Deck, Valves Handheld-Konsole, basiert komplett auf Linux – ein deutliches Signal, wohin die Reise geht.

Native Linux-Spiele gibt es ohnehin massenhaft, und mit Lutris lassen sich auch Epic Games Store, Battle.net und andere Launcher problemlos nutzen.

Warum Linux immer attraktiver wird

Der wichtigste Grund für den Umstieg: Linux respektiert eure Privatsphäre. Keine Zwangs-Updates, keine Datensammlung, keine Werbung im Startmenü. Ihr behaltet die volle Kontrolle über euer System.

Dazu kommt die Sicherheit: Linux-Systeme sind von Natur aus resistenter gegen Malware und benötigen keine ressourcenfressenden Antivirenprogramme. Updates installieren sich zuverlässig im Hintergrund, ohne das System zu verlangsamen.

Der sanfte Umstieg

Wer neugierig geworden ist, muss nicht gleich Windows komplett ersetzen. Dual-Boot-Systeme ermöglichen es, beide Betriebssysteme parallel zu nutzen. Oder ihr testet Linux einfach von einem USB-Stick – ohne Installation, völlig risikolos.

Viele moderne Linux-Distributionen bieten sogar Live-Versionen, die direkt vom USB-Stick laufen und einen realistischen Eindruck vom System vermitteln. So könnt ihr in Ruhe testen, ob Linux zu euch passt, bevor ihr euch festlegt.

Der Umstieg lohnt sich: Linux ist erwachsen geworden und bietet heute eine echte Alternative zu Windows – oft sogar die bessere.

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026