Auch wenn das Ergebnis nachher eine Excel-Tabelle ist, oft sind die Quelldateien, die euch vorliegen, nur in Form einer einfachen Textdatei verfügbar. Diese dann in Excel zu bekommen, scheint auf den ersten Blick eine schwierige Aufgabe. Das ist aber ein falscher Eindruck: Excel bietet den komfortablen Import von Dateien direkt im Standard an – und das funktioniert sowohl in der Desktop-Version als auch in Excel Online.
Der klassische Weg: Datei > Öffnen
Klickt auf Datei > Öffnen, dann wählt als Dateityp Textdateien aus. Excel untersucht die dann von euch ausgewählte Datei, ob das Format erkennbar ist. Die meisten Textdateien, in denen strukturierte Daten vorhanden sind, sind im so genannten CSV-Format (Comma Separated Values). Dabei muss das Trennzeichen kein Komma sein: Ihr könnt frei auswählen, welches Zeichen in der Datei einen Spaltenwechsel anzeigt.

Markiert das Zeichen in der Auswahlliste, dann klickt auf Weiter. Excel zeigt euch nun das erwartete Ergebnis an. In der Voransicht könnt ihr die importierten Spalten sehen und dann für jede einzelne Spalte das Zielformat angeben. Die importierte Datei wird dann in Excel angezeigt und ist normal verarbeitbar.
Modern: Power Query für komplexere Datenimporte
Seit Excel 2016 ist Power Query fest integriert und revolutioniert den Datenimport. Über Daten > Daten abrufen > Aus Datei > Aus Text/CSV erreicht ihr eine deutlich mächtigere Import-Engine. Power Query erkennt automatisch Datentypen, kann Transformationen anwenden und speichert die Import-Einstellungen für wiederholbare Importe.
Besonders praktisch: Power Query kann mit verschiedensten Textformaten umgehen – von einfachen CSV-Dateien bis hin zu komplexen Log-Dateien mit unregelmäßigen Strukturen. Die Vorschau zeigt sofort, wie Excel die Daten interpretiert, und ihr könnt mit einem Klick Anpassungen vornehmen.
Drag & Drop: Der schnellste Weg
Für einfache CSV-Dateien funktioniert oft der direkte Drag & Drop-Ansatz: Zieht die Textdatei einfach in ein geöffnetes Excel-Fenster. Excel erkennt automatisch das Format und importiert die Daten. Das funktioniert besonders gut bei standardkonformen CSV-Dateien mit Komma- oder Semikolon-Trennung.
Typische Stolperfallen vermeiden
Bei deutschen Daten gibt es oft Probleme mit Dezimaltrennzeichen. Excel verwendet standardmäßig den Punkt als Dezimaltrennzeichen, deutsche Dateien oft das Komma. In den Import-Optionen könnt ihr das Gebietsschema auf „Deutsch“ stellen, dann werden Kommas korrekt als Dezimaltrennzeichen interpretiert.
Ein weiteres häufiges Problem: Führende Nullen in Zahlen (wie Postleitzahlen) verschwinden beim Import. Definiert solche Spalten explizit als „Text“, um die ursprüngliche Formatierung zu erhalten.
UTF-8 und Sonderzeichen
Moderne Textdateien verwenden oft UTF-8-Codierung für Umlaute und internationale Zeichen. Excel 2019 und neuer erkennt UTF-8 automatisch, ältere Versionen benötigen manchmal eine manuelle Codierung-Auswahl im Import-Dialog.
Automatisierung mit VBA
Für wiederkehrende Importe lassen sich die Schritte per VBA automatisieren. Der Makro-Recorder zeichnet alle Import-Schritte auf, die ihr dann als Script wiederverwenden könnt. Besonders nützlich für regelmäßige Datenlieferungen im gleichen Format.
Excel Online: Cloud-Import
Auch Excel im Browser kann Textdateien importieren – mit einer wichtigen Einschränkung: Die Datei muss sich bereits in OneDrive, SharePoint oder einem anderen Cloud-Speicher befinden. Der Import funktioniert dann ähnlich wie in der Desktop-Version, nur mit etwas weniger Formatierungsoptionen.
Große Dateien: Grenzen beachten
Excel kann theoretisch über eine Million Zeilen verarbeiten, bei sehr großen CSV-Dateien (mehrere GB) stößt es aber an Performance-Grenzen. Für solche Fälle bietet sich Power BI Desktop als Alternative an, das für Big Data optimiert ist.
JSON und XML: Strukturierte Alternativen
Neben klassischen CSV-Dateien kann Excel auch JSON- und XML-Dateien direkt importieren. Diese strukturierten Formate eignen sich besonders für Daten aus APIs oder modernen Datenquellen. Power Query wandelt die hierarchischen Strukturen automatisch in Tabellen um.
Der Import von Textdateien in Excel ist also deutlich vielseitiger geworden. Während der klassische CSV-Import für einfache Fälle völlig ausreicht, bieten Power Query und die modernen Import-Tools Lösungen für praktisch jeden Anwendungsfall.
Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026