iPhone Akku selbst tauschen: So geht’s günstig und einfach

von | 03.07.2019 | Android, iOS, Tipps

 

 

Alles hat ein Ende. Auch der Akku eines Smartphones. So sehr die Technik in den vergangenen Jahren vorangeschritten ist: Der Akku bleibt nach wie vor eine kritische Komponente jedes mobilen Gerätes. Apple hatte zeitweise sogar eine Drosselung in iOS eingebaut. Je schwächer der Zustand des Akkus, desto langsamer wurden die iPhones gemacht. Das sollte vermeiden, dass die Geräte bei prozessorhungrigen Anwendungen einfach abschalteten. Doch seit der EU-Verordnung für das Recht auf Reparatur und Apples neuer Reparaturfreundlichkeit ist der Akkutausch einfacher geworden als je zuvor.

Wenn der Akku stirbt, dann ist das noch lange kein Grund, das gesamte Gerät zu entsorgen. Die meisten Komponenten wie Prozessor, Speicher, Display und Funksender unterliegen weit weniger Verschleiß und funktionieren meist noch tadellos. Der Tausch des Akkus über einen autorisierten Servicepartner kostet bei Apple seit 2024 je nach Modell zwischen 75 und 105 Euro – früher waren es oft über 150 Euro.

Trotzdem ist die Reparatur in Eigenregie eine attraktive Alternative, wenn ihr wisst wie und das entsprechende Werkzeug habt. Komplette Repair-Kits gibt es zum Beispiel von Hagnaven, iFixit oder Fixit. Diese bestehen aus dem Akku selbst, einer detaillierten Anleitung und dem gerätespezifischen Werkzeug, das zum Öffnen des iPhones nötig ist.

Die gute Nachricht: Apple hat seit dem iPhone 12 die Reparierbarkeit deutlich verbessert. Während frühere Modelle noch komplizierte Klebestreifen hatten, lassen sich neuere Akkus teilweise sogar ohne Spezialwerkzeug tauschen. Für ältere Modelle wie iPhone 6s bis iPhone 11 ist der Aufwand etwas größer, aber immer noch machbar.

Wichtig ist vor allem die richtige Vorbereitung: Der Akku sollte vor dem Tausch auf unter 25% entladen werden, um Brandgefahr zu minimieren. Das iPhone muss komplett ausgeschaltet sein. Bei neueren Modellen müsst ihr zusätzlich die Face ID oder Touch ID temporär deaktivieren, da Apple sonst Sicherheitswarnungen anzeigt.

Der Tausch selbst ist bei den meisten Modellen ähnlich: Zuerst werden die beiden Schrauben neben dem Lightning- bzw. USB-C-Anschluss entfernt. Dann wird das Display vorsichtig angehoben – hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da die Displaykabel noch verbunden sind. Nach dem Trennen der Kabelverbindungen habt ihr Zugang zum Akku.

Bei älteren Modellen ist der Akku mit speziellen Klebestreifen befestigt, die langsam und gleichmäßig herausgezogen werden müssen. Reißen diese ab, wird es komplizierter, da dann der Kleber erwärmt oder mit Isopropanol gelöst werden muss. Neuere Modelle haben teilweise schon Schnellverschlüsse oder einfachere Befestigungen.

Ein wichtiger Punkt: Seit iOS 15 zeigt Apple bei Akkutausch durch Dritte eine Warnung an, dass der Akkuzustand nicht mehr angezeigt werden kann. Diese Meldung verschwindet nach einigen Tagen automatisch, die Funktion bleibt aber eingeschränkt. Bei selbst getauschten Akkus funktioniert das iPhone trotzdem normal – ihr seht nur keine Akkugesundheit mehr in den Einstellungen.

Qualität ist beim Akku-Kauf entscheidend. Billige No-Name-Akkus können aufblähen oder überhitzen. Marken wie Hagnaven, iFixit oder Cameron Sino bieten Akkus, die den Apple-Spezifikationen entsprechen und mit Garantie kommen. Die Preise liegen je nach Modell zwischen 20 und 45 Euro für das komplette Kit.

Braucht der Akkutausch Mut? Sicherlich etwas. Aber mit einem schwächelnden Akku macht der Betrieb des iPhones auch keinen Spaß mehr. Die Reparatur ist weniger schwierig, als viele denken. Wenn ihr einen Schraubenzieher benutzen könnt und euch etwa 30 bis 45 Minuten Zeit nehmt, seid ihr nicht überfordert. Youtube-Tutorials und die mitgelieferten Anleitungen führen Schritt für Schritt durch den Prozess.

Der Aufwand lohnt sich: Statt 75-105 Euro beim Apple Service zahlt ihr nur 20-45 Euro für das Repair-Kit. Euer iPhone bekommt neues Leben eingehaucht und ihr lernt noch etwas über die Technik. Bei älteren Modellen wie iPhone 6s oder 7 ist das Risiko besonders überschaubar – diese Geräte sind technisch ausgereift und Ersatzteile günstig verfügbar.

Ein Tipp zum Schluss: Dokumentiert den Vorgang mit Fotos, damit ihr beim Zusammenbau nichts vergesst. Und falls doch etwas schiefgeht – die meisten Repair-Kit-Anbieter haben guten Support und helfen bei Problemen weiter.

Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026