Langsames Internet kostet deutsche Bürokräfte eine Arbeitswoche pro Jahr

Aktuelle Studie: Deutsche Büroangestellte verlieren pro Jahr eine Woche Arbeitszeit durch langsames Internet

Das sind mal beeindruckende Zahlen: Deutsche Büroangestellte verlieren ungeachtet von Homeoffice oder Büropräsenz im Durchschnitt 46 Minuten Arbeitszeit pro Woche durch langsame Internetverbindungen – im Jahr ist das knapp eine gesamte Arbeitswoche.

Deutsche Büroangestellte werden in ihrer Arbeitsleistung durch Internetverzögerungen ausgebremst, ungeachtet ob sie im Büro, zu Hause oder hybrid arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage, die der Internetknoten-Betreiber DE-CIX durchgeführt hat. So summieren sich die Einschränkungen durch schlechte Internetverbindungen auf durchschnittlich 46 Minuten in der Woche, in der Summe fast eine komplette Arbeitswoche pro Jahr (35 Stunden).

Von allen befragten Büroangestellten geben 85 Prozent an, dass sie Arbeitszeit durch Verzögerungen bei der beruflichen Internetnutzung verlieren. Bei 42 Prozent der Befragten, die Verzögerungen erleben, beläuft sich dieser Verlust auf mehr als eine halbe Stunde pro Woche. Bei 18 Prozent sind es mehr als eine Stunde, bei elf Prozent beläuft sich diese verlorene Zeit sogar auf über zwei Stunden wöchentlich.

Aktuelle Studie: Deutsche Büroangestellte verlieren pro Jahr eine Woche Arbeitszeit durch langsames Internet

Häufigkeit der Verzögerungen

Rund zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Büroangestellten spüren Internetverzögerungen mindestens einmal pro Monat. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Befragten wird mehrmals in der Woche oder sogar täglich durch Internetprobleme bei der Arbeit ausgebremst. Interessanterweise entspricht dies genau dem gleichen Prozentsatz wie bei der privaten Internetnutzung, der in einer früheren DE-CIX Umfrage ermittelt wurde. Unter den Arbeitnehmer*innen, die hybrid oder im Homeoffice arbeiten, nehmen 35 Prozent täglich oder mehrmals pro Woche Verzögerungen wahr. Unter den Beschäftigten, die überwiegend im Büro tätig sind, sind es 40 Prozent.

In der geografischen Betrachtung zeigt sich, dass Großstädte sogar geringfügig häufiger von Verzögerungen betroffen sind als Klein- oder Mittelstädte. Büroangestellte, die in Kleinstädten arbeiten, geben zu 35 Prozent an, dass sie täglich oder mehrmals pro Woche von Internetverzögerungen betroffen sind. Bei Arbeitnehmer in Mittelstädten beläuft sich dieser Wert auf 39 Prozent und bei Großstädtern auf 40 Prozent.

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Betroffene Anwendungen

Bei den Befragten, die mit Verzögerungen zu kämpfen haben, treten diese mit 39 Prozent am häufigsten bei bandbreitenintensiven Anwendungen wie Videokonferenzen auf. Auf dem zweiten Platz folgen mit 26 Prozent Downloads, die ebenfalls viel Bandbreite erfordern.

Bei Videokonferenzen ist zudem der Faktor Latenz ausschlaggebend: ist diese zu hoch, kommt es zu Synchronisationsproblemen mit weiteren Teilnehmer*innen. Zu Problemen kommt es laut der Befragten auch sehr häufig bei Anwendungen aus der Cloud und beim E-Mail-Versand, jeweils 23 Prozent der Befragten haben hier mit Verzögerungen oder Einschränkungen zu kämpfen.

Vermutete Ursachen

Der größte Teil der Befragten vermutet die Ursachen für die Zeitverzögerungen bei der beruflichen Internetnutzung auf der Infrastrukturebene. An vorderster Stelle rangiert hierbei Netzüberlastung mit 37 Prozent. An zweiter Stelle steht schlechter Netzausbau in der jeweiligen Region (27 Prozent). Danach folgen Gründe, die direkt im Einflussbereich der Arbeitgeber*innen liegen: 21 Prozent der Teilnehmer*innen sehen schlechte Netzwerkinfrastruktur im Unternehmen als Ursache und weitere 16 Prozent schlecht abgestimmte Unternehmenssoftware. Andere genannte Ursachen sind langsame Server der Content-Anbieter (20 Prozent), keine ausreichende Bandbreite durch den Internetanbieter/ -vertrag am Arbeits- bzw. Wohnort (17 Prozent) sowie veraltete Endgeräte (14 Prozent).

Aktuelle Studie: Deutsche Büroangestellte verlieren pro Jahr eine Woche Arbeitszeit durch langsames Internet

„Ruckelnde Videokonferenzen kennen wir vermutlich alle und sind davon genervt. Doch denken wir einen Schritt weiter in die Zukunft: ‚Immersive‘ Online-Erlebnisse wie mit dem ‚Metaverse‘-Konzept vorgesehen, die auf noch geringerer Latenz aufbauen, werden in Zukunft in die Business-Welt Einzug halten. So wird ein VR-basiertes Meeting im virtuellen Raum mit einer Verbindung, die bereits bei einer Videokonferenz an ihre Grenzen kommt, nicht funktionieren“, erklärt Ivo Ivanov, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender bei DE-CIX. „Doch auch bei schon heute alltäglichen Themen wie der Verfügbarkeit von SaaS-Angeboten gibt es Probleme. Unternehmen müssen eine bessere Anbindung schaffen, damit ihre Mitarbeiter*innen auch weiterhin produktiv arbeiten können – sei es im Büro, Homeoffice oder hybrid.“

„Dabei wird der direkte Draht zur Cloud immer wichtiger. Verzögerungen entstehen durch Umwege, das gilt in der physischen Welt genauso wie im Internet. Verbinden sich Unternehmen direkt mit einer oder mehrerer Clouds, können sie Umwege durch das öffentliche Internet vermeiden. Damit beschleunigen sie den Datenverkehr nicht nur, sondern machen ihn auch sicherer. Der Ort, an dem sich Unternehmen mit einem oder mehreren Cloud-Anbietern verbinden, ist ein moderner Cloud Exchange, zum Beispiel an einem Internetknoten“, so Ivanov weiter.

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