Alternativen zu Amazon

von | 01.04.2017 | Tipps

Mittlerweile hat Amazon sein eigenes Liefernetzwerk in Deutschland stark ausgebaut und zunehmend die Kontrolle über die gesamte Verkaufskette übernommen. Von der Bestellung bis zur Haustür – Amazon macht gerne alles selbst und lässt andere in die Röhre schauen. Viele von uns bestellen dort, weil es bequem ist. Aber bequem ist nicht immer richtig, und es gibt bessere Alternativen.

Wenn es ein Unternehmen geschafft hat, die Welt des Einzelhandels komplett umzukrempeln, dann ist es Amazon. Gestartet als kleiner Online-Buchladen in Seattle, ist Amazon heute ein Alles-Verkaufs-Gigant, der ganze Branchen plattmacht und unaufhaltsam wächst.

Anfangs konnte man bei Amazon nur Bücher kaufen. Dann kamen Musik-CDs dazu. Heute gibt es fast alles per Mausklick: Mode, Elektronik, Möbel, Lebensmittel, Haustierbedarf, Kosmetik. Aber auch eBooks, Cloud-Speicher, Filme und Serien zum Streamen, Smart Home-Geräte und sogar Apotheken-Artikel. Ein digitaler Gemischtwarenladen, der praktisch jeden Bereich des Handels unter Druck setzt.

Marktmacht mit Nebenwirkungen

Amazon ist längst das größte Versandhaus der Welt. Kunden bekommen alles unter einem Dach – das ist zweifellos bequem und funktioniert meist zuverlässig. Doch diese Macht hat ihren Preis.

Besonders verlockend ist Amazon Prime: Hier bekommt ihr die Pakete nicht nur versandkostenfrei, sondern oft am nächsten Tag. Dazu gibt es Prime Video, Amazon Music, kostenlose eBooks über Prime Reading und regelmäßige Sonderangebote. Diese Rundum-Sorglos-Pakete binden Millionen von Kunden so eng an Amazon, dass sie praktisch nirgendwo anders mehr einkaufen.

Warum Alternativen wichtig sind

Allerdings nutzt Amazon seine Marktmacht auch problematisch: Kleine Händler werden mit Gebühren unter Druck gesetzt, Lieferanten müssen zu Dumpingpreisen verkaufen, und in den Logistikzentren herrschen oft fragwürdige Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig zahlt der Konzern in Deutschland minimal Steuern, obwohl hier Milliarden umgesetzt werden.

Wer das nicht unterstützen möchte, hat durchaus Alternativen – und sollte nicht immer den bequemsten Weg wählen. Die gibt es nämlich mehr denn je.

Die Genossenschafts-Alternative: Fairmondo

Ein starkes Beispiel ist Fairmondo. Auch hier findet ihr eine große Warenauswahl, aber dahinter steckt kein Megakonzern, sondern eine Genossenschaft aus Tausenden von Mitgliedern. Es ist nicht ein Shop, sondern viele kleine Händler unter einem gemeinsamen, fairen Dach.

Bei Fairmondo ist das Angebot zwar kleiner als bei Amazon, aber doch beachtlich. Hier unterstützt ihr keine amerikanische Aktiengesellschaft, sondern kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Waren über die Plattform verkaufen. Fair gehandelte und nachhaltige Produkte werden besonders hervorgehoben.

Bücher mit gutem Gewissen bestellen

Für Bücher gibt es gleich mehrere tolle Alternativen. buch7 zum Beispiel: Sieht vielleicht nicht so poliert aus wie der Platzhirsch, hat aber fast alles im Angebot – ebenfalls versandkostenfrei. Das Besondere: 75% der Gewinne gehen an soziale, kulturelle und ökologische Projekte.

Ähnlich funktioniert fairbuch.de, eine weitere empfehlenswerte Alternative. Hier bekommt ihr auch eBooks, DVDs und Hörbücher. Automatisch gehen 2% des Verkaufspreises an die Kindernothilfe. So bleibt euer Geld nicht nur in Deutschland, sondern kommt auch noch guten Zwecken zugute.

Neu dazugekommen ist Hugendubel.de, die inzwischen auch einen sehr gut sortierten Online-Shop betreiben. Oder Thalia.de – beide traditionelle Buchhändler, die online aufgeholt haben und lokale Filialen unterstützen.

Amazon kontrolliert die ganze Kette

Amazon will mittlerweile die komplette Handelskette beherrschen: Vom Einkauf über die Lagerung bis zur Zustellung. In deutschen Städten fahren längst Amazon-Transporter herum, die Pakete direkt ausliefern. Sogar mit Cargo-Bikes in Innenstädten und elektrischen Lieferfahrzeugen.

Die Experimente gehen weiter: Paketabgabe in Amazon-eigenen Abholstationen, Lieferung direkt in den Kofferraum oder sogar ins Haus. In den USA testet Amazon sogar Drohnen-Lieferungen. Das Ziel ist klar: Niemand anderes soll mitverdienen, alle Gewinne sollen bei Amazon bleiben.

Streaming-Alternativen nutzen

Auch bei Filmen und Serien müsst ihr nicht auf Amazon Prime Video angewiesen sein. Netflix, Disney+, Apple TV+, Paramount+ oder Sky bieten oft dieselben Inhalte. Unter www.werstreamt.es könnt ihr checken, wo einzelne Filme oder Serien verfügbar sind. Gibt es als Website und als praktische App für iOS und Android.

Oft ist es günstiger, einen Film bei Apple TV oder Google Play einzeln zu leihen, statt ein Prime-Abo nur dafür zu unterhalten.

Smart einkaufen mit Preisvergleichern

Mein Tipp: Nutzt Preisvergleicher wie Idealo.de, Geizhals.de oder billiger.de. Dort entdeckt ihr Online-Shops, die ihr vielleicht noch gar nicht kennt – und die oft günstiger sind als Amazon.

Viele traditionelle Händler haben inzwischen starke Online-Shops: Media Markt, Saturn, Otto, Zalando oder spezialisierte Anbieter wie Alternate für Technik oder About You für Mode. Diese Vielfalt zu nutzen, ist nicht nur gut für den Wettbewerb, sondern oft auch für euren Geldbeutel.

Fazit: Vielfalt statt Monopol

Es ist völlig okay, gelegentlich bei Amazon zu bestellen. Problematisch wird es, wenn wir alle nur noch dort kaufen. Dann verschwindet die Händler-Vielfalt, kleine Unternehmen haben keine Chance mehr, und ein einziger Konzern bestimmt Preise und Bedingungen.

Probiert einfach mal Alternativen aus. Oft sind sie gar nicht teurer oder komplizierter – und ihr unterstützt damit eine vielfältigere, fairere Handelswelt.

Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026