Wer vor Publikum eine Rede oder einen Vortrag halten soll, hat zu Recht Lampen-Fieber. Dagegen hilft üben, üben und nochmals üben. Eine Android-App hilft genau dabei jetzt weiter.
Public Speaking, so der Name der App, lässt sich gut mit einer Virtual-3D-Brille kombinieren. Das vermittelt dem Nutzer einen guten Eindruck von einer Bühne oder einem Konferenz-Raum, sodass einem die Angst vor dem Sprechen dank der Übung genommen wird.
Nach dem Start von Public Speaking setzt man das Android-Smartphone einfach in die 3D-Brillen-Halterung ein und kann dann seinen Vortrag bequem üben. Auf Wunsch lässt sich die Animation der Zuhörerschaft auch abschalten.
Die App ist über die Jahre erheblich weiterentwickelt worden und bietet mittlerweile weit mehr als nur ein virtuelles Publikum. Verschiedene Szenarien stehen zur Verfügung: vom kleinen Meetingraum mit fünf Personen bis hin zum großen Auditorium mit hunderten Zuhörern. Die Grafik wurde deutlich verbessert und wirkt heute überzeugend realistisch.
Besonders clever: Die App reagiert auf eure Sprache. Sprecht ihr zu leise, werden die virtuellen Zuhörer unaufmerksam. Macht ihr zu lange Pausen, fangen sie an zu tuscheln. Das schafft Realitätsnähe und hilft dabei, ein Gefühl für das richtige Timing und die angemessene Lautstärke zu entwickeln.
Neben der reinen VR-Erfahrung bietet Public Speaking auch Feedback-Funktionen. Die App analysiert eure Sprechgeschwindigkeit, erkennt Füllwörter wie „äh“ und „ähm“ und gibt Hinweise zur Verbesserung. Ein integrierter Teleprompter hilft dabei, den Text flüssig vorzutragen, ohne den Blickkontakt zum Publikum zu verlieren.
Für fortgeschrittene Nutzer gibt es sogar Trainingsmodule für spezielle Situationen: Vorstellungsgespräche, Verkaufspräsentationen oder Hochzeitsreden. Jedes Szenario kommt mit passender Umgebung und entsprechend reagierendem Publikum.
Die VR-Technologie hat sich seit 2016 rasant entwickelt. Während damals einfache Smartphone-Halterungen wie Google Cardboard der Standard waren, funktioniert Public Speaking heute auch mit modernen Standalone-VR-Brillen wie Meta Quest oder Pico. Die immersive Erfahrung ist dadurch noch überzeugender geworden.
Interessant ist auch die Integration von KI-Features. Die App kann mittlerweile Gestik und Körpersprache analysieren und entsprechende Verbesserungsvorschläge machen. Verschränkt ihr die Arme oder vermeidet Blickkontakt, weist euch das System darauf hin.
Für Teams gibt es eine Business-Version, die es ermöglicht, Präsentationen gemeinsam zu üben. Kollegen können als virtuelle Zuhörer teilnehmen und direktes Feedback geben. Das ist besonders für Unternehmen interessant, die ihre Mitarbeiter in Präsentationstechniken schulen möchten.
Die Grundversion der App bleibt kostenlos verfügbar, erweiterte Features sind über ein Abo-Modell zugänglich. Das Premium-Abo kostet etwa 10 Euro monatlich und beinhaltet alle Szenarien, erweiterte Analysen und die Business-Funktionen.
Alternativ gibt es mittlerweile auch andere VR-Apps für Präsentationstraining. VirtualSpeech hat sich zu einer kompletten Plattform entwickelt, Orai konzentriert sich auf KI-gestütztes Feedback, und VR Speech bietet besonders realistische Umgebungen.
Ein wichtiger Tipp: Fangt mit einfachen Szenarien an. Ein kleiner Meetingraum ist weniger einschüchternd als ein großes Auditorium. Steigert die Schwierigkeit langsam und gewöhnt euch an die VR-Umgebung, bevor ihr komplexe Präsentationen übt.
Die Technologie ersetzt natürlich nicht das Üben vor echten Menschen, aber sie hilft dabei, grundlegende Ängste abzubauen und ein Gefühl für verschiedene Präsentationssituationen zu entwickeln. Besonders für Menschen mit starker Redeangst ist das ein sanfter Einstieg ins Präsentationstraining.
Alles in allem eine praktische Sache, wenn man gerade keine Menschen-Menge zum Üben einer Rede zur Hand hat.
GRATIS: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.virtualSpeech.android&hl=de
Zuletzt aktualisiert am 08.04.2026

