Apple AirPods Pro mit Memory Foam ausstatten

von | 19.03.2020 | iOS, macOS

Die Apple AirPods Pro haben sich seit ihrer Einführung kontinuierlich weiterentwickelt – von der ersten Generation über die zweite bis hin zu den aktuellen AirPods Pro 3 (2025). Alle Generationen haben eines gemeinsam: Sie liefern deutlich mehr Bass als die Standard-AirPods, allerdings nur, wenn die Ohrpassstücke wirklich perfekt sitzen. Der Anpassungstest in den iPhone-Einstellungen zeigt euch, ob das „Seal“ – die Versiegelung des Gehörgangs – optimal funktioniert.

Trotz aller Verbesserungen an Adaptive Audio, verbesserter Aktiver Geräuschunterdrückung und dem neuen H2-Chip (bzw. H3-Chip in der neuesten Generation) gibt es ein Problem: Apple setzt weiterhin auf das proprietäre Befestigungssystem für die Ohrpassstücke. Das bedeutet, ihr könnt nicht einfach Memory-Foam-Aufsätze von Drittanbietern verwenden, wie bei anderen In-Ear-Kopfhörern üblich.

Warum Memory Foam den Unterschied macht

Memory Foam – auch viskoelastischer Schaumstoff genannt – hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber Silikon: Er passt sich exakt an die individuelle Form eures Gehörgangs an und sorgt so für eine perfekte Abdichtung. Diese Versiegelung ist der wichtigste Faktor für:

  • Optimale Basswiedergabe
  • Maximale Effizienz der Aktiven Geräuschunterdrückung
  • Bessere Klangqualität insgesamt
  • Längeren Tragekomfort ohne Druckstellen

Viele Nutzer kennen das Problem: Die Standard-Silikonaufsätze rutschen nach längerer Nutzung oder sitzen nicht ganz dicht. Besonders bei Sport oder längeren Hörsessions kann das nerven.

Die DIY-Lösung: Memory Foam nachrüsten

Mit einem cleveren Trick könnt ihr eure AirPods Pro trotzdem mit Memory Foam ausstatten. Ihr braucht dafür Memory-Foam-Passstücke für andere In-Ear-Kopfhörer. Bewährte Hersteller sind:

  • Comply Foam: Der Klassiker, gibt’s für fast alle gängigen In-Ear-Modelle
  • New Bee: Günstigere Alternative mit ähnlicher Qualität
  • ALXCD: Oft im Set mit verschiedenen Größen

Wichtig: Wählt eine Größe kleiner, als eure Standard-AirPods-Pro-Aufsätze sind. Falls ihr normalerweise „M“ nutzt, nehmt „S“ Memory-Foam-Aufsätze.

Schritt 1: Memory Foam vorbereiten

Schneidet am oberen Ende der Memory-Foam-Stücke etwa 3mm ab. In vielen Aufsätzen ist ein kleines Plastikröhrchen eingearbeitet – das müsst ihr komplett entfernen. Verwendet dafür eine kleine Pinzette oder einen dünnen Schraubendreher.

Schritt 2: Integration in die Original-Aufsätze

Nehmt die originalen Silikon-Passstücke der AirPods Pro ab und klappt den äußeren Teil um. Jetzt zieht ihr den vorbereiteten Memory-Foam-Teil zwischen den inneren und äußeren Silikonbereich.

Achtung: Die beiden kleinen Löcher am unteren Ende der Passstücke müssen unbedingt frei bleiben! Diese Belüftungsöffnungen sind entscheidend für:
– Ordnungsgemäße Funktion der Mikrofone
– Druckausgleich im Ohr
– Korrekte Messung der Aktiven Geräuschunterdrückung

Das Ergebnis: Spürbar besserer Sound

Wenn ihr den äußeren Silikon-Teil wieder umklappt, ist von der Modifikation nichts zu sehen. Die AirPods Pro sehen aus wie immer, aber der Unterschied beim Tragen ist deutlich spürbar:

  • Strafferer Sitz: Die Kopfhörer rutschen praktisch nicht mehr
  • Kräftigerer Bass: Durch die bessere Abdichtung kommen tiefe Frequenzen voll zur Geltung
  • Bessere ANC-Performance: Die Aktive Geräuschunterdrückung arbeitet effizienter
  • Länger angenehm: Memory Foam reduziert Druckstellen bei längerer Nutzung

Funktioniert das mit allen AirPods Pro Generationen?

Ja, dieser Trick funktioniert mit allen AirPods Pro Modellen:
– AirPods Pro (1. Generation, 2019)
– AirPods Pro (2. Generation, 2022)
– AirPods Pro 3 (2025)

Das Befestigungssystem der Ohrpassstücke hat Apple über alle Generationen beibehalten, nur die Elektronik und Features wurden erweitert.

Alternative: Professionelle Memory-Foam-Lösungen

2024 haben einige Hersteller begonnen, speziell für AirPods Pro entwickelte Memory-Foam-Lösungen anzubieten. Diese sind teurer als der DIY-Ansatz, aber perfekt angepasst. Anbieter wie CharJenPro oder AhaStyle haben entsprechende Produkte im Portfolio.

Der Selbstbau-Ansatz bleibt aber die flexibelste und günstigste Lösung – und funktioniert genauso gut wie teure Spezialanfertigungen.

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2026