Apple Music: Vom Nachzügler zum Spotify-Konkurrenten

von | 09.06.2015 | Tipps

Vor fast zehn Jahren erschien Apple Music als der große Streamingdienst-Konkurrent für Spotify und Co. Was damals als „revolutionärer“ Musikservice angepriesen wurde, ist heute eine feste Größe im Streaming-Markt – mit über 100 Millionen Songs und einigen Features, die Apple von der Konkurrenz abheben.

Apple Music war 2015 Apples Antwort auf den Erfolg von Spotify, Deezer und anderen Streaming-Pionieren. Der iPhone-Hersteller hatte sich lange schwer getan mit dem Thema Streaming, obwohl iTunes bereits 2003 die Musikwelt verändert hatte. Heute, fast zehn Jahre später, ist Apple Music mit über 100 Millionen Abonnenten weltweit der zweitgrößte Streamingdienst nach Spotify.

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Was macht Apple Music heute aus?

Der Katalog von Apple Music umfasst mittlerweile über 100 Millionen Songs – deutlich mehr als die ursprünglich versprochenen „zig Millionen“. Dazu kommen über 30.000 kuratierte Playlists, Podcasts und exklusive Inhalte. Das Besondere an Apple Music war von Anfang an der Fokus auf menschlich kuratierte Inhalte statt rein algorithmischer Empfehlungen.

Musikexperten und Redakteure stellen täglich neue Playlists zusammen, schreiben über Künstler und empfehlen Musik basierend auf Trends, Jahreszeiten oder besonderen Ereignissen. Diese redaktionelle Herangehensweise unterscheidet Apple Music bis heute von rein datengetriebenen Konkurrenten.

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Spatial Audio und verlustfreie Qualität

Was 2015 noch undenkbar war: Apple Music bietet heute verlustfreie Audioqualität (Apple Lossless) und Spatial Audio mit Dolby Atmos – ohne Aufpreis. Während Spotify immer noch auf sein „HiFi“-Angebot warten lässt, könnt ihr bei Apple Music bereits seit 2021 in CD-Qualität und darüber hinaus streamen.

Spatial Audio simuliert dabei ein 3D-Klangerlebnis, das besonders mit AirPods Pro oder AirPods Max beeindruckend wirkt. Die Technologie nutzt Kopfbewegungstracking und platziert Instrumente und Stimmen im virtuellen Raum um euch herum.

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Siri wird immer schlauer

Die Sprachsteuerung, die 2015 noch eine Neuheit war, ist heute deutlich ausgereifter. Siri versteht nicht nur einfache Befehle wie „Spiele die Top 10 Hip-Hop“, sondern kann auch komplexere Anfragen verarbeiten: „Spiele Musik, die zu meiner Stimmung passt“ oder „Was läuft gerade im Radio?“

Besonders praktisch: Siri kann Songs anhand von Textfragmenten finden („Spiele das Lied mit ‚I can’t get no satisfaction'“) oder Musik basierend auf Aktivitäten vorschlagen („Spiele Workout-Musik“).

Apple Music Radio und Live-Inhalte

Apple Music 1 (ehemals Beats 1) sendet weiterhin rund um die Uhr aus Los Angeles, New York und London. Dazu kommen spezialisierte Sender wie Apple Music Hits und Apple Music Country. Die Live-Shows mit bekannten DJs und exklusive Interviews bleiben ein Alleinstellungsmerkmal.

Neu hinzugekommen sind Live-Events und Konzertübertragungen. Apple investiert stark in exklusive Inhalte und überträgt regelmäßig Konzerte und Sessions direkt in der App.

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Preise und Abonnements heute

Die Preisstruktur hat sich seit 2015 kaum verändert, aber die Optionen sind vielfältiger geworden. Das Einzelabo kostet weiterhin 10,99 Euro monatlich, das Familienabo 16,99 Euro für bis zu sechs Personen. Neu hinzugekommen ist ein Studententarif für 5,99 Euro.

Besonders interessant: Apple One bündelt Apple Music mit iCloud-Speicher, Apple TV+ und anderen Diensten ab 19,95 Euro monatlich. Für Apple-Nutzer, die mehrere Services verwenden, kann das deutlich günstiger sein.

Integration ins Apple-Ökosystem

Was Apple Music von der Konkurrenz abhebt, ist die nahtlose Integration in das Apple-Ökosystem. Musik synchronisiert sich automatisch zwischen iPhone, iPad, Mac und Apple TV. Mit der Apple Watch könnt ihr offline Musik hören, ohne das iPhone dabei zu haben.

Handoff erlaubt es, Musik vom iPhone auf den HomePod oder andere AirPlay-Geräte zu übertragen, indem ihr das Gerät einfach in die Nähe haltet. Diese Funktion funktioniert nur mit Apple-Geräten und ist für Android-Nutzer nicht verfügbar.

Apple Music heute: Etabliert statt revolutionär

Apple Music hat sich von einem Nachzügler zu einem ernsthaften Spotify-Konkurrenten entwickelt. Besonders in den USA liegt Apple Music bei den Marktanteilen gleichauf mit Spotify. Die Stärken liegen in der Audio-Qualität, der redaktionellen Kuration und der Apple-Integration.

Die ursprüngliche Vision von 2015 – Musik-Streaming mit menschlicher Note statt reiner Algorithmen – ist aufgegangen. Apple Music fühlt sich weniger wie eine Datenbank an und mehr wie ein kuratiertes Musik-Erlebnis. Ob das „revolutionär“ ist, sei dahingestellt. Erfolgreich ist es allemal.

Zuletzt aktualisiert am 14.04.2026