Wenn ihr eine App oder ein Programm eigentlich noch verwenden wollt und sie nur aus Platzgründen deinstallieren müsstet, dann gibt es oft eine elegante Lösung: Habt ihr einen SD-Karten-Slot, eine SD-Karte, USB-Stick oder externe SSD mit ausreichend Platz? Dann verschiebt die App einfach von der Hauptfestplatte auf den externen Speicher! Wir zeigen euch, wie das geht!
Apps aus dem Microsoft Store verschieben
Klickt auf Einstellungen > Apps > Installierte Apps (bei Windows 11) oder Apps und Features (bei Windows 10) und sucht die App in der Liste, die ihr verschieben wollt. Klickt auf die drei Punkte neben der App und dann auf Verschieben. Windows zeigt euch nun alle verfügbaren Laufwerke an, auf die ihr die App verschieben könnt. Wählt das gewünschte Laufwerk aus und klickt auf Verschieben. Nach kurzer Zeit ist die App von der Hauptfestplatte entfernt und ihr Speicher freigegeben, die App bleibt aber ganz normal über das Startmenü oder die Suche startbar.
Diese Funktion funktioniert besonders gut mit modernen UWP-Apps aus dem Microsoft Store und den meisten installierten Programmen, die über die Windows-Paketverwaltung installiert wurden. Auch viele Steam-Spiele lassen sich mittlerweile problemlos verschieben – direkt über die Steam-Bibliothek unter „Eigenschaften“ > „Lokale Dateien“ > „Installationsordner verschieben“.
Desktop-Programme manuell verschieben
Bei klassischen Desktop-Programmen ist die Sache komplizierter. Diese Programme findet ihr oft gar nicht in den Windows-Einstellungen oder die Verschieben-Option fehlt. Das liegt daran, dass deren Installation über separate Installer stattfindet und dabei viele Registry-Einträge und Abhängigkeiten entstehen.
Wenn aber die Alternative das Löschen des Programms wäre, weil der Speicher auf der internen Festplatte dringend benötigt wird, dann könnt ihr dieses manuelle Vorgehen probieren. Das funktioniert allerdings nur bei Programmen, die keine absoluten Pfade in ihren Konfigurationsdateien gespeichert haben.
Sucht über den Explorer unter C:Programme (alternativ auch Program Files oder Programme (x86)) den Ordner des Programms heraus. Bei neueren Programmen schaut auch unter C:Users[Username]AppDataLocalPrograms nach.
Verschiebt diesen kompletten Ordner von der Festplatte auf die Speicherkarte oder externe SSD. Wichtig: Wenn ihr das per Drag & Drop macht, also durch Ziehen mit der Maus zwischen verschiedenen Laufwerken, dann erstellt Windows standardmäßig eine Kopie. Um den Speicher auf der Hauptfestplatte tatsächlich freizugeben, müsst ihr das ursprüngliche Verzeichnis dort anschließend manuell löschen!
Öffnet nun den verschobenen Ordner und sucht die Hauptprogrammdatei. Diese hat meist die Erweiterung .EXE und einen Namen, der dem Programm entspricht. Oft befinden sich in einem Ordner mehrere EXE-Dateien – probiert bei Unsicherheit eine nach der anderen durch Doppelklick aus, bis ihr die richtige gefunden habt.
Klickt mit der rechten Maustaste auf die richtige EXE-Datei und wählt An „Start“ anheften. Schon habt ihr einen funktionsfähigen Eintrag im Startmenü.
Moderne Alternativen und Tools
Für eine professionellere Lösung gibt es mittlerweile spezialisierte Tools wie „FolderMove“ oder „Steam Mover“ (funktioniert auch für andere Programme), die den Verschiebevorgang automatisieren und symbolische Links erstellen. Diese Tools sorgen dafür, dass das Programm „denkt“, es befinde sich noch am ursprünglichen Ort, während die Dateien tatsächlich auf dem externen Speicher liegen.
Bei Gaming-Plattformen wie Steam, Epic Games Store oder Battle.net könnt ihr die Spiele direkt in der jeweiligen Anwendung verschieben, ohne externe Tools zu benötigen. Diese Funktion ist mittlerweile Standard und funktioniert zuverlässig.
Was ihr beachten solltet
Externe Speicher wie SD-Karten sind meist langsamer als interne SSDs. Programme starten daher möglicherweise etwas träger und laufen nicht ganz so flüssig. Für gelegentlich genutzte Software ist das aber meist kein Problem.
Achtet darauf, dass der externe Speicher immer angeschlossen bleibt, wenn ihr das verschobene Programm nutzen wollt. Moderne Windows-Versionen handhaben fehlende Laufwerke zwar besser, aber das Programm wird nicht starten können.
Besonders bei portablen Programmen (die keine Installation benötigen) funktioniert das Verschieben praktisch immer problemlos. Diese Programme sind darauf ausgelegt, von beliebigen Speicherorten zu laufen.
Zuletzt aktualisiert am 28.02.2026


