Private Cloud: Dropbox und OneDrive automatisch auf QNAP NAS sichern

von | 03.01.2020 | Netzwerk, Tipps

Die Zeiten, in denen ihr euch blind auf Cloud-Services verlassen habt, sind vorbei. Immer mehr von euch setzen auf eine Private Cloud – die perfekte Mischung aus der Bequemlichkeit von Dropbox und OneDrive mit der Sicherheit eurer eigenen Hardware. Wer ein QNAP NAS besitzt, kann sich mit wenigen Handgriffen eine automatische Backup-Lösung einrichten, die das Beste aus beiden Welten kombiniert.

Cloud Services sind praktisch, keine Frage. Aber was passiert, wenn der Anbieter seine AGBs ändert, Preise erhöht oder im schlimmsten Fall pleitegeht? Mit einer Private Cloud auf eurem QNAP NAS habt ihr eure Daten unter Kontrolle und trotzdem die Flexibilität der Cloud-Synchronisation.

Hybrid Backup Sync: Der Alleskönner für euer QNAP

QNAP liefert als Standard-Sicherungslösung die Hybrid Backup Sync-App (HBS) mit. Falls diese noch nicht auf eurem NAS installiert ist, holt das über den QNAP App Store nach. Die App ist mittlerweile in Version 3.2 verfügbar und unterstützt neben Dropbox und OneDrive auch Google Drive, Amazon S3, Wasabi, Backblaze B2 und über 30 weitere Cloud-Services.

Nach dem Start der App klickt ihr auf das untere Symbol links, das als Kurztext Speicherorte anzeigt. Mit Erstellen wählt ihr den gewünschten Online-Service aus. Das System leitet euch automatisch zum Anmeldebildschirm weiter. Der Clou: Eure Login-Daten werden nicht auf dem NAS gespeichert, sondern nur ein OAuth-Token – quasi eine temporäre Eintrittskarte, die ihr jederzeit widerrufen könnt.

Synchronisation einrichten: Bidirektional oder einseitig

Unter Synchronisieren > Erstellen > Aktiver Synchronisierungsauftrag richtet ihr einen neuen Job ein. Als Quelle gebt ihr den Cloud-Speicherplatz an, als Ziel einen beliebigen Ordner auf eurem NAS. Seit 2024 unterstützt HBS auch selektive Synchronisation – ihr könnt also spezifische Ordner oder Dateitypen ausschließen.

Besonders praktisch: Die App bietet drei Synchronisations-Modi. Bidirektional hält Cloud und NAS identisch, Download-only sichert nur von der Cloud aufs NAS, und Upload-only nutzt die Cloud als zusätzliches Backup eurer NAS-Daten.

Erweiterte Features für Profis

Die neueste Version bringt einige Verbesserungen mit: Echtzeit-Synchronisation statt nur zeitbasierter Jobs, bessere Konfliktlösung bei gleichzeitigen Änderungen und Unterstützung für Dateien bis 100 GB. Außerdem könnt ihr jetzt Synchronisations-Ketten erstellen – beispielsweise von OneDrive aufs NAS und von dort automatisch auf ein externes Backup-Laufwerk.

Für Business-Nutzer interessant: Die Integration von Microsoft 365 und Google Workspace funktioniert nahtlos, inklusive geteilter Ordner und Team-Drives. Das macht das QNAP NAS zum zentralen Hub für alle Unternehmensdaten.

Versionierung und Wiederherstellung

Ein großer Vorteil gegenüber reinen Cloud-Lösungen: HBS speichert standardmäßig bis zu 32 Versionen jeder Datei. Ransomware-Angriffe oder versehentlich gelöschte Dateien sind damit kein Problem mehr. Die Snapshot-Funktion erstellt zusätzlich regelmäßige Momentaufnahmen des kompletten Dateisystems.

Performance und Monitoring

Dank Multi-Threading synchronisiert die App deutlich schneller als früher. Bei einer 100 Mbit-Leitung schafft sie locker 50-60 Mbit beim Download. Das integrierte Monitoring zeigt euch Transferraten, Fehler und den Status aller Jobs in Echtzeit. Push-Benachrichtigungen aufs Smartphone halten euch über wichtige Ereignisse auf dem Laufenden.

Kosten im Blick behalten

Ein QNAP NAS amortisiert sich schnell: Statt monatlich für Cloud-Speicher zu zahlen, investiert ihr einmalig in Hardware. Ein TS-264 mit zwei 4TB-Festplatten kostet etwa so viel wie drei Jahre OneDrive-Abo, bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Kontrolle.

Die Private Cloud ist mehr als nur ein Trend – sie ist die logische Antwort auf steigende Cloud-Kosten und Datenschutzbedenken. Mit QNAP HBS habt ihr eine professionelle Lösung, die auch technische Laien problemlos einrichten können.

Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026