WLAN-Verschlüsselung 2026: WPA3 vs. WPA2 – Was ist sicher?

von | 21.04.2015 | Netzwerk

Beim Einrichten eines Drahtlosnetzes begegnen euch zwangsläufig Fachbegriffe wie WEP, WPA, WPA2, WPA3, AES oder TKIP. Wer sein WLAN richtig absichern will, muss hier den Durchblick behalten. Wir werfen Licht auf die Geheimnisse der WLAN-Verschlüsselung und zeigen euch, welche Standards heute wirklich noch relevant sind.

Welche Verschlüsselungsmethode sollte im Router eingestellt werden, damit die gesendeten und empfangenen Daten nicht abgegriffen oder mitgelesen werden können? Hier der aktuelle Überblick:

  • Offen: Offene WLANs haben kein Kennwort, sämtliche Daten werden unverschlüsselt übertragen. Deswegen sollte niemand ein offenes WLAN aufsetzen – außer für Gäste mit separatem Netzwerk.
  • WEP 64/128: Der uralte Verschlüsselungsstandard WEP ist seit über 15 Jahren geknackt und wird von modernen Routern gar nicht mehr angeboten. Falls doch: sofort deaktivieren!
  • WPA-PSK (TKIP): Die erste WPA-Generation von 2003 ist hoffnungslos veraltet. Moderne Router unterstützen diese Option meist nicht mehr.
  • WPA2-PSK (TKIP): Auch diese Kombination aus modernem Standard und alter Verschlüsselung macht heute keinen Sinn mehr – selbst 15 Jahre alte Geräte verstehen mittlerweile AES.
  • WPA2-PSK (AES): Lange Zeit der Goldstandard, immer noch sehr sicher. Nutzt ihr noch einen älteren Router ohne WPA3, ist das eure beste Wahl. Die meisten Router von 2010-2019 setzen das standardmäßig ein.
  • WPA3: Der neueste Standard seit 2018, mittlerweile bei fast allen aktuellen Routern Standard. Bietet deutlich besseren Schutz gegen Brute-Force-Angriffe und schützt auch bei schwachen Passwörtern besser. Das ist heute die erste Wahl.
  • WPA2/WPA3-Mixed: Viele moderne Router bieten einen Übergangsmodus an, der sowohl WPA2- als auch WPA3-Geräte unterstützt. Guter Kompromiss für gemischte Umgebungen.

Was ihr 2026 wissen müsst:

WPA3 hat sich in den letzten Jahren als neuer Standard durchgesetzt. Alle Router, die ab 2020 verkauft wurden, unterstützen den Standard. Die wichtigsten Verbesserungen: WPA3 macht schwache Passwörter weniger angreifbar und verschlüsselt auch in offenen Netzwerken den Datenverkehr zwischen Gerät und Router.

Besonders praktisch ist WPA3 Enhanced Open für öffentliche Hotspots. Hier wird zwar kein Passwort benötigt, aber der Datenverkehr ist trotzdem vor Mitlauschern geschützt. Viele Cafés, Flughäfen und Hotels setzen das mittlerweile ein.

Für Unternehmen gibt es WPA3 Enterprise mit noch stärkerer Verschlüsselung und besserer Authentifizierung. Hier kommen 192-Bit-Schlüssel zum Einsatz – praktisch unknackbar mit heutigen Mitteln.

Passwort-Tipps für maximale Sicherheit:

Selbst mit WPA3 ist ein starkes WLAN-Passwort wichtig. Nutzt mindestens 15 Zeichen mit Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Noch besser: Eine Passphrase aus vier zufälligen Wörtern wie „Banane-Vulkan-Teppich-42“. Das merkt ihr euch leichter und es ist sicherer als kryptische Zeichenketten.

Vermeidet typische Fehler wie euren Nachnamen, Geburtsdaten oder simple Muster wie „12345678“. Auch „Password123!“ ist kein gutes Passwort – solche Kombinationen stehen in jeder Hacker-Wortliste.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen:

Neben der richtigen Verschlüsselung solltet ihr weitere Schutzmaßnahmen treffen: Ändert das Standard-Admin-Passwort eures Routers und spielt regelmäßig Firmware-Updates ein. Viele Router können das automatisch.

Deaktiviert WPS (WiFi Protected Setup), falls euer Router das noch anbietet. Der Standard war zwar praktisch, aber unsicher. Moderne Router verzichten meist darauf.

Überlegt euch, ob ihr ein Gäste-WLAN einrichtet. Das trennt Besucher von eurem Hauptnetzwerk und schützt eure Geräte. Die meisten Router ab der Mittelklasse bieten diese Funktion.

Was kommt als nächstes?

WPA4 ist bereits in Entwicklung, wird aber frühestens 2027 fertig. Der Fokus liegt auf Quantum-Resistenz – Schutz vor künftigen Quantencomputern, die heutige Verschlüsselung knacken könnten. Für den Alltag ist WPA3 aber noch Jahre lang völlig ausreichend.

Mehr über WLANs einrichten und absichern.

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Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026