Die Deutsche Bank verlangt weiterhin monatlich 20 Euro für digitale Kontoauszüge im MT940-Format – während andere Banken längst kostenlose API-Schnittstellen anbieten. Ein Ärgernis, das zeigt: Echte Digitalisierung ist in Deutschland noch nicht angekommen.
Erinnert ihr euch noch? Vor Jahren haben Banken versucht, uns mit Anreizen zum papierlosen Banking zu bewegen. Papierlose Belege waren gratis, oft gab es sogar Boni für die Umstellung. Heute, 2026, ist die Realität ernüchternd: Was einmal als Fortschritt verkauft wurde, ist zur Kostenfalle geworden.
„Papierlos“ bedeutet bei den meisten Banken: Wir laden PDFs herunter und drucken sie selbst aus. Papier, Tinte und Druckerabnutzung – alles auf unsere Kosten. Die Bank spart, wir zahlen doppelt.
MT940: Der Standard, den Banken teuer verkaufen
Seit Jahren ist es möglich, die Buchführung über moderne Cloud-Systeme wie DATEV oder Lexoffice digital abzuwickeln. Dazu braucht man Kontodaten im MT940-Format – einem SWIFT-Standard für elektronische Kontoauszugsdaten. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit im Jahr 2026.
Doch während Fintech-Banken wie N26, Revolut oder Trade Republic solche Schnittstellen längst kostenlos anbieten, hält die Deutsche Bank an ihrer Abzocke fest. API-Banking ist bei modernen Anbietern Standard – bei der Deutschen Bank immer noch Luxus.
MT940 ist der SWIFT-Standard zur elektronischen Übermittlung von Kontoauszugsdaten. Modern APIs haben diesen teilweise abgelöst, aber MT940 bleibt wichtig für die Integration in Buchhaltungssoftware. Was woanders kostenlos ist, kostet bei traditionellen Banken Geld.
Antrag bei der Deutschen Bank: Willkommen im DFÜ-Zeitalter
Deutsche Bank: Digitalisierung als Kostenfalle
Meine Recherche 2026: Die Deutsche Bank verlangt weiterhin 20 Euro monatlich für MT940-Daten. Plus 70 Euro Bearbeitungsgebühr. Für eine automatisierte Datenübertragung, die bei der Konkurrenz kostenlos läuft.
Dabei ist der Vergleich ernüchternd: N26 bietet über PSD2-Schnittstellen kostenlosen Zugang zu Kontodaten. Revolut Business hat MT940-Export gratis. Selbst traditionelle Institute wie die DKB oder ING stellen solche Services deutlich günstiger zur Verfügung.
Die Deutsche Bank hingegen nennt es immer noch „beleglosen Datenaustausch per DFÜ“. DFÜ – Datenfernübertragung. Ein Begriff aus den 90ern, als wir noch mit 56k-Modems ins Internet gegangen sind.
Vereinbarung Teilnahme am beleglosen Datenaustausch per DFÜ unter Einschaltung von SRZ
Die Begrifflichkeit zeigt: Die Deutsche Bank ist mental noch in den 90ern gefangen. Während andere Banken von APIs, Open Banking und Real-Time-Payments sprechen, redet die Deutsche Bank von „DFÜ“.
Buchhaltung auf Papier sollte ein Ende haben
PSD2 macht’s möglich – aber nicht bei allen
Seit der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 müssen Banken eigentlich offene Schnittstellen anbieten. Drittanbieter können über APIs auf Kontodaten zugreifen – mit Kundenzustimmung, versteht sich. Das hat das Banking revolutioniert.
Apps wie Outbank, MoneyMoney oder YNAB nutzen diese Schnittstellen, um Kontobewegungen automatisch zu synchronisieren. Kostenlos für den Kunden. Die Bank muss den Zugang gewähren.
Aber: Für spezielle Formate wie MT940 oder für Geschäftskunden gelten oft andere Regeln. Hier können Banken weiterhin Gebühren verlangen. Eine Lücke, die Institute wie die Deutsche Bank schamlos ausnutzen.
Alternativen gibt es – und wie!
2026 haben Unternehmer echte Wahlmöglichkeiten:
Fintechs: N26 Business, Revolut Business oder Qonto bieten MT940-Export kostenlos. APIs inklusive.
Moderne Banken: DKB Business, ING oder Commerzbank sind deutlich günstiger als die Deutsche Bank.
Drittanbieter: Services wie FinAPI oder Tink aggregieren Kontodaten verschiedener Banken über PSD2-Schnittstellen.
Selbst traditionelle Software wie DATEV hat sich angepasst: Über PSD2-Verbindungen können Buchhalter direkt auf Konten zugreifen – ohne teure MT940-Verträge.
Politik versagt bei Digitalisierung
Das eigentliche Problem: Der deutsche Gesetzgeber redet viel von Digitalisierung, ändert aber nichts an solchen Praktiken. Während die EU mit PSD2 vorprescht, schauen deutsche Behörden zu, wie etablierte Banken ihre Kunden abzocken.
Dabei wäre die Lösung einfach: Banken müssten verpflichtet werden, Kontodaten in Standardformaten kostenlos bereitzustellen. Punkt. Das wäre echte Digitalisierung.
Stattdessen können Institute wie die Deutsche Bank – die übrigens regelmäßig mit Steuergeldern gestützt werden – weiter kassieren. Für Dienstleistungen, die technisch längst automatisiert sind.
Fazit: Wechseln ist die beste Antwort
Mein Rat 2026: Wer noch bei solchen Dinosaurier-Banken ist, sollte wechseln. Die Konkurrenz ist besser, günstiger und digitaler.
N26 Business kostet 9,90 Euro monatlich – inklusive aller digitalen Features. Revolut Business startet bei 25 Euro – aber mit hunderten kostenlosen Transaktionen und echten APIs.
Die Deutsche Bank will 20 Euro nur für MT940-Daten. Plus Kontoführung. Plus Überweisungsgebühren. Plus, plus, plus.
Ich bleibe dabei: Wer 2026 noch solche Gebühren zahlt, ist selbst schuld. Die Alternativen sind da – nutzt sie endlich.
Und an Christian Lindner und das Finanzministerium: Redet nicht nur von Digitalisierung. Macht sie endlich zur Pflicht für alle Banken. Eure Kunden werden es euch danken.
Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026