Es ist praktisch, sich über einen bereits vorhandenen Account bei Google, Facebook oder anderen großen Plattformen auf fremden Websites anzumelden. Ihr müsst euch nicht erneut registrieren und spart Zeit. Allerdings haben die Betreiber der Websites so auch Zugriff auf eure Daten. Deshalb solltet ihr diese Rechte regelmäßig überprüfen und entziehen, wenn ihr einen Onlinedienst nicht mehr nutzt.So komfortabel das Registrieren oder Einloggen über den eigenen Google-Account bei Drittanbietern auch ist: Ihr solltet stets im Blick behalten, welche Dienste Zugriff auf eure persönlichen Daten bekommen und haben. Die gute Nachricht: Google ermöglicht es, eine Verbindung vom Google-Konto zu einem Drittanbieter jederzeit wieder aufzuheben.
Dazu meldet ihr euch zunächst mit eurem Google-Konto an und ruft euer Profil auf. Danach unter Sicherheit den Punkt Apps von Drittanbietern mit Kontozugriff auswählen. Google hat diese Verwaltungsseite 2024 grundlegend überarbeitet und bietet jetzt eine übersichtlichere Darstellung aller Apps, Websites und Dienste, bei denen ihr euch in der Vergangenheit mit eurem Google-Konto angemeldet habt.
Regelmäßige Kontrolle ist wichtig
Die neue Übersicht zeigt nicht nur die verbundenen Dienste, sondern auch, wann ihr euch zuletzt dort angemeldet habt. Das macht es leichter zu erkennen, welche Verbindungen noch aktiv genutzt werden und welche nur noch digitaler Ballast sind. Google markiert sogar automatisch Verbindungen, die länger als ein Jahr nicht mehr verwendet wurden.
Mit einem Klick auf eine der Apps werden detaillierte Informationen angezeigt. Unter anderem steht hier präzise, auf welche Daten eures Google-Kontos die Apps Zugriff haben. Das können E-Mail-Adressen, Profilfotos, Kontakte oder sogar Kalendereinträge sein. Diese Transparenz ist wichtig, denn viele Nutzer wissen gar nicht, welche Datenmengen sie über OAuth-Verbindungen preisgeben.
Selten genutzte Dienste aussortieren
Befinden sich unter den Apps Dienste, die ihr kaum noch oder gar nicht mehr nutzt, solltet ihr hier auf Zugriffsrechte entfernen klicken. Das ist besonders bei experimentellen Apps, alten Gaming-Plattformen oder nicht mehr existierenden Startups ratsam. Auch bei Diensten, die ihr nur einmalig getestet habt, macht eine Bereinigung Sinn.
Neue Features für bessere Kontrolle
Seit 2025 bietet Google zusätzliche Sicherheitsfeatures: Ihr könnt Benachrichtigungen aktivieren, wenn sich neue Apps mit eurem Konto verbinden. Außerdem gibt es eine automatische Bereinigungsfunktion, die Verbindungen zu nicht mehr existierenden Diensten eigenständig entfernt.
Besonders praktisch ist die neue Kategorisierung der verbundenen Dienste. Google unterteilt jetzt in „Aktiv genutzt“, „Selten verwendet“ und „Potentiell problematisch“. Letztere Kategorie umfasst Apps, die sehr weitreichende Berechtigungen haben oder bei denen Sicherheitsbedenken bestehen.
Auch andere Plattformen bereinigen
Was für Google gilt, trifft auch auf andere Plattformen zu. Facebook (Meta) bietet unter „Einstellungen & Privatsphäre“ > „Apps und Websites“ eine ähnliche Verwaltung. Microsoft hat die Kontrolle über App-Berechtigungen in den Microsoft 365-Einstellungen integriert. Apple ermöglicht die Verwaltung über die Apple-ID-Einstellungen.
Twitter/X hat nach der Übernahme durch Elon Musk seine Berechtigungsstrukturen mehrfach geändert. Hier lohnt sich ein regelmäßiger Check, da sich Zugriffsrechte automatisch erweitert haben könnten.
Sicherheitstipps für OAuth-Verbindungen
Generell solltet ihr bei der Anmeldung über Drittanbieter-Accounts genau hinschauen, welche Berechtigungen ihr erteilt. Braucht eine simple Quiz-App wirklich Zugriff auf eure Kontakte? Oft reichen minimale Berechtigungen völlig aus.
Ein vierteljährlicher Check eurer verbundenen Dienste ist sinnvoll. Behandelt diese Bereinigung wie das Aufräumen des Browsers oder das Update eurer Passwörter – als wichtigen Baustein eurer digitalen Hygiene.
Besonders vorsichtig solltet ihr bei Apps sein, die Schreibzugriff auf eure Daten verlangen. Das Lesen des Profils ist eine Sache, aber das Posten in eurem Namen oder der Zugriff auf private Nachrichten eine ganz andere.
Die Kontrolle über eure digitalen Verbindungen zu behalten ist nicht paranoid, sondern vernünftig. In Zeiten von Datenlecks und wechselnden Geschäftsmodellen ist es klug, nur die Verbindungen aufrechtzuerhalten, die ihr wirklich braucht und denen ihr vertraut.
Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026

