Nach Gewitter: Internet-Verbindung in 7 Schritten reparieren

von | 18.07.2014 | Tipps

Nach einem Unwetter funktioniert die Internet-Verbindung manchmal nicht mehr korrekt. Die Ursache ist dann entweder ein Geräte-Schaden, etwa durch eine Überspannung, oder eine Störung aufseiten des Providers. Hier die nötigen Erste-Hilfe-Schritte:

Schlägt ein Blitz in eurer Nähe ein, entstehen starke Spannungs-Felder, die sich auf elektrische Geräte auswirken. Davon sind auch Telefone, PCs, Router und Smart-Home-Geräte betroffen. Wurde das Gerät nicht hardwareseitig beschädigt, ist das Problem meist mit einem systematischen Neustart gelöst:

  1. Als Erstes fahrt ihr den PC und alle anderen Endgeräte herunter.
  2. Dann zieht ihr die Stromkabel folgender Geräte aus der Steckdose:
    Basis-Station von schnurlosem Telefon, WLAN-Router, Kabel-Modem/DSL-Modem, Faxgerät, Telefonanlage, Anrufbeantworter, Media-Receiver, Smart-Home-Hub, Mesh-Satelliten
  3. Bei einem älteren ISDN-Anschluss zieht ihr den Telefonstecker des NTBA aus der Telekomdose in der Wand.
  4. Wartet jetzt mindestens zwei Minuten – bei schweren Gewittern gerne auch länger.
  5. Dann steckt ihr alle soeben ausgesteckten Kabel wieder ein – beginnt dabei immer mit dem Router/Modem.
  6. Wartet eine weitere Minute, bis alle LEDs am Router grün leuchten.
  7. Fahrt den PC und andere Geräte wieder hoch.

steckdosen

Moderne Herausforderungen: Glasfaser und Smart Home

Bei Glasfaser-Anschlüssen ist der Prozess ähnlich, aber hier kommt noch der ONT (Optical Network Terminal) ins Spiel. Dieser kleine Kasten wandelt die Lichtsignale in elektrische um und ist genauso anfällig für Überspannungen. Trennt ihn ebenfalls komplett vom Strom und wartet mindestens zwei Minuten.

Smart-Home-Systeme verkomplizieren die Sache zusätzlich. Philips Hue Bridge, Amazon Echo, Google Nest Hub – all diese Geräte können nach einem Gewitter durcheinander geraten. Hier hilft nur: Alle Geräte vom Strom trennen und dann systematisch wieder hochfahren. Beginnt mit dem Router, dann Smart-Home-Hub, dann die einzelnen Geräte.

Was tun bei Hardware-Schäden?

Manchmal hilft auch der beste Neustart nichts – dann liegt ein Hardware-Schaden vor. Typische Anzeichen:

  • Router zeigt dauerhaft rote LEDs oder gar keine
  • PC startet, aber Netzwerkkarte wird nicht erkannt
  • Eigenartiger Geruch nach verbrannter Elektronik
  • WLAN-Name ist plötzlich verschwunden

In solchen Fällen hilft nur der Gang zum Fachhändler oder die Kontaktaufnahme mit eurem Provider. Viele Internetanbieter tauschen defekte Router kostenlos aus, wenn ein Gewitterschaden nachweisbar ist.

Provider-Störungen erkennen

Nicht immer liegt das Problem bei euch zuhause. Gewitter können auch Mobilfunkmasten, Verteilerkästen oder Glasfaserleitungen beschädigen. So findet ihr heraus, ob der Provider betroffen ist:

  • Checkt die Störungsseiten eures Anbieters (Telekom, Vodafone, O2, etc.)
  • Nutzt Apps wie „Störungsmelder“ oder Websites wie allestörungen.de
  • Fragt Nachbarn, ob sie ähnliche Probleme haben
  • Testet das Internet mit einem anderen Gerät oder über Mobile Daten

Richtige Reihenfolge beim Wiederhochfahren

Die Reihenfolge ist entscheidend für einen erfolgreichen Neustart:

  1. DSL-/Glasfaser-Modem: Immer zuerst, braucht am längsten für die Synchronisation
  2. Router: Erst wenn das Modem vollständig hochgefahren ist
  3. WLAN-Repeater/Mesh-Satelliten: Warten, bis der Hauptrouter bereit ist
  4. Smart-Home-Hub: Nach stabiler WLAN-Verbindung
  5. Endgeräte: PC, Laptop, Smartphone erst zum Schluss

Vorbeugen für das nächste Gewitter

Überspannungsschutz ist das A und O. Moderne USV-Anlagen (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) schützen nicht nur vor Stromausfällen, sondern auch vor Spannungsspitzen. Für etwa 100-200 Euro bekommt ihr Geräte, die Router, Modem und PC zuverlässig absichern.

Ein simpler Überspannungsschutz für die Steckdose kostet nur 20-30 Euro und ist besser als gar nichts. Bei schweren Gewittern hilft allerdings nur eines: Alle empfindlichen Geräte komplett vom Strom trennen.

Wenn gar nichts hilft

Sollten alle Maßnahmen erfolglos bleiben, kontaktiert den technischen Support eures Providers. Die meisten bieten mittlerweile 24/7-Hotlines und können Ferndiagnosen durchführen. Bei Glasfaser-Anschlüssen können sie sogar die Signalstärke bis zu eurem Haus messen.

Denkt daran: Nach schweren Unwettern sind die Hotlines oft überlastet. Habt Geduld und probiert es zu verschiedenen Tageszeiten. Viele Provider bieten auch Callback-Services an – dann müsst ihr nicht stundenlang in der Warteschleife hängen.

Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026