Die Festplatte eures Windows 11-PCs besteht nicht nur aus euren Dateien und Windows selbst, sondern aus einer Vielzahl weiterer Elemente: Die Programme, deren Einstellungen, eure persönlichen Einstellungen für Windows und einiges mehr. Wenn die Festplatte einmal nicht mehr zum Leben zu erwecken ist, dann ist eine Komplettsicherung der schnellere Weg, wieder arbeitsfähig zu werden. Eine solche Komplettsicherung, auch Systemabbild genannt, könnt ihr über mehrere Wege in Windows 11 erstellen – wobei Microsoft inzwischen modernere Alternativen bevorzugt.
Der klassische Weg über die Systemsteuerung
Die bewährte Methode funktioniert auch unter Windows 11 noch:
- Tippt in das Suchfeld der Taskleiste Systemsteuerung ein und klickt den entsprechenden Eintrag in der Suchliste an.
- Klickt auf Sichern und Wiederherstellen.
- Als nächstes wählt ihr Systemabbild erstellen
- Windows 11 durchsucht nun euer System nach Laufwerken, die für die Sicherung eurer Festplatten geeignet sind. Im Normalfall benötigt ihr dazu eine große externe Festplatte oder SSD, die mindestens die Kapazität der internen Festplatte hat.
- Auch hier könnt ihr wieder eine Netzwerkadresse angeben. Die DVD-Option ist praktisch verschwunden – bei heutigen SSD-Größen von 1TB und mehr wären das hunderte DVDs.
- Im Standard bietet euch Windows 11 alle Partitionen der Haupt-Festplatte als zu sichernde Objekte an, denn auf dieser sind Windows mit all seinen Dateien und die Programme installiert. Wenn ihr genug Speicherkapazität auf dem Ziellaufwerk habt, könnt ihr natürlich noch weitere Laufwerke hinzunehmen.
- Ein Klick auf Weiter und dann auf Sicherung starten startet die Erstellung der Festplattensicherung. Diese kann bei modernen NVMe-SSDs deutlich schneller gehen als früher, aber bei großen Datenmengen trotzdem Stunden dauern.

Modernere Alternativen in Windows 11
Microsoft hat das klassische Systemabbild-Tool nicht weiterentwickelt und empfiehlt inzwischen andere Wege:
Windows-Sicherung (neu in Windows 11): Die neue Sicherungsfunktion in den Einstellungen unter „Konten > Windows-Sicherung“ fokussiert sich auf OneDrive-Integration und App-Listen, erstellt aber kein komplettes Systemabbild.
Systemwiederherstellung kombiniert mit Dateiversionsverlauf: Diese Kombination sichert Systemeinstellungen und persönliche Dateien separat – oft praktischer als ein monolithisches Systemabbild.
Reset-Funktion: Windows 11 kann sich mittlerweile sehr zuverlässig selbst reparieren. „Diesen PC zurücksetzen“ unter Einstellungen > System > Wiederherstellung behält eure Dateien und installiert Windows neu.
Professionelle Tools als Alternative
Viele Nutzer setzen inzwischen auf spezialisierte Backup-Software wie Acronis True Image, AOMEI Backupper oder Macrium Reflect. Diese Tools bieten erweiterte Features:
- Inkrementelle und differentielle Backups
- Bessere Kompression
- Bootfähige Rettungsmedien
- Geplante automatische Sicherungen
- Wiederherstellung einzelner Dateien aus Systemabbildern
Verschlüsselung ist wichtiger denn je
Festplatten unter Windows 11 sind standardmäßig durch BitLocker verschlüsselt, besonders bei neuen PCs mit TPM 2.0-Chip. Bei der Sicherung einer verschlüsselten Festplatte auf eine externe Festplatte wird die Verschlüsselung nicht automatisch übernommen.
Das Backup wäre also auch von Fremden zu lesen, wenn es in deren Hände gelangt. Drei Lösungsansätze:
- Externe Festplatte verschlüsseln: Aktiviert BitLocker auch für das Backup-Laufwerk
- Sichere Aufbewahrung: Bewahrt unverschlüsselte Backups an einem für Fremde nicht zugänglichen Ort auf
- Cloud-Backup: Seriöse Cloud-Dienste verschlüsseln automatisch
Fazit: Backup-Strategie überdenken
Das klassische Systemabbild hat seine Berechtigung, ist aber nicht mehr die einzige – und oft nicht die beste – Lösung. Für die meisten Nutzer ist eine Kombination aus verschiedenen Backup-Methoden sinnvoller:
- Wichtige Dokumente in OneDrive oder einem anderen Cloud-Dienst
- Regelmäßige Systemwiederherstellungspunkte
- Gelegentliche komplette Systemabbilder vor größeren Änderungen
- Liste der installierten Programme (Windows 11 kann diese automatisch wieder installieren)
So seid ihr für alle Eventualitäten gerüstet, ohne Unmengen an Speicherplatz zu verschwenden oder stundenlange Backup-Prozesse abzuwarten.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026