Die neuesten Hollywood-Blockbuster: Die schaut man sich am besten im Kino an. Da wirken sie 1a, da sieht man sie zuerst – und da ist alles legal. Wenig später kann man sich die meisten Filme auch in Streaming-Portalen anschauen, ob Netflix, Amazon Prime, Disney+, Apple TV+ oder Paramount+. Doch da kosten sie natürlich Geld. Manch einer will sich die Kosten sparen – und schaut sich Filme oder auch Bundesliga-Spiele illegal als Stream im Internet an. Das ist illegal, sagt der Europäische Gerichtshof EuGH. Anbietern entsprechender Portale und Geräte geht es jetzt an den Kragen.
Es gibt in Holland einen Mediaplayer zu kaufen, ein Gerät namens „Filmspeler“, das man an seinen Fernseher anschließen kann, so wie die Profiboxen von Apple oder Google, und mit dem man dann Filme und Serien aus dem Netz streamen kann, die allerdings von den Rechteinhabern nicht legitimiert sind. Auf gut deutsch: Die Boxen spielen Filme und Serien ab, die illegal bereitgestellt und für die keine Lizenzen gezahlt werden – und das auch noch unverschämt komfortabel, weil man sich nicht durch obskure Webseiten klicken und Tausende Werbebanner ertragen muss.
Der Verkauf dieser Geräte sei eindeutig illegal, urteilt der EuGH. Die Geräte werden nun wohl vom Markt genommen werden müssen. Das muss aber ein niederländisches Gericht anordnen. Das Urteil des EuGH ist ein Grundsatzurteil, das Folgen haben wird.
Ein Grundsatzurteil
Es handelt sich um ein Grundsatzurteil, weil es immer wieder Betreiber gibt, die sich auf den Standpunkt zurückziehen, nicht die eigentlichen Anbieter der illegalen Inhalte zu sein. Die Box ist ein schönes Beispiel: Der Betreiber stattet die Box mit der nötigen Software aus, richtet die nötigen Plugins ein und füttert die Box auch mit den nötigen Daten, etwa den Webadressen, wo die illegalen Filme und Serien bereitgestellt werden – komfortabler geht es nicht.
Das sei aber eben eine „öffentliche Wiedergabe“, und die sei ohne die Zustimmung der Rechteinhaber illegal. Wenn dafür auch noch Geld genommen wird, wie im vorliegenden Fall, trifft das erst recht zu. Dieses Urteil lässt sich auf andere Geräte, aber auch auf spezielle Software oder Webangebote anwenden, die illegale Inhalte streamen.
Neue Streaming-Technologien im Fokus
Inzwischen sind die Methoden noch raffinierter geworden. IPTV-Boxen, modifizierte Android-Sticks und sogar Smart-TV-Apps ermöglichen den Zugang zu illegalen Streams. Besonders problematisch sind sogenannte „Kodi-Boxen“ mit vorinstallierten Add-ons für Raubkopien. Diese werden oft über soziale Medien oder verschleierte Marktplätze verkauft.
Auch Browser-Extensions und spezielle Apps für Smartphones sind in den Fokus der Ermittler geraten. Das EuGH-Urteil schafft hier Klarheit: Wer solche Tools bewusst für illegale Zwecke bereitstellt, macht sich strafbar.
Auch Nutzer verfolgt?
Das klingt, als kommen da schwierige Zeiten auf alle zu, die schon mal aus unseriösen Quellen Filme oder Serien streamen. Doch ist nicht damit zu rechnen, dass auch die Nutzer solcher Inhalte stärker strafrechtlich verfolgt werden. Experten gehen davon aus, dass die Rechteinhaber auch weiterhin in erster Linie die Anbieter und Verbreiter der illegalen Inhalte angehen und verfolgen werden.
Es ist sinnvoller, den Sumpf trocken zu legen. Abgesehen davon: Wenn ein Nutzer sich auf einem zweifelhaften Portal eine Serie oder einen Film anschaut, dann sind nur hier Spuren des Streamingsvorgangs zu finden, also etwa die IP-Adresse des Nutzers. Niemals wird es passieren, dass so ein Portal die Nutzerdaten herausgibt. Die Portale werden in der Regel anonym betrieben. Nutzer haben also eher wenig zu befürchten.
Allerdings haben sich die Verfolgungsmethoden verschärft. Rechteinhaber setzen inzwischen auf automatisierte Überwachungssysteme, die verdächtige Streaming-Aktivitäten erfassen können. In Deutschland führten bereits mehrere Razzien zur Schließung großer illegaler Streaming-Netzwerke.
Streaming vs. Download
Grundsätzlich wurde Streaming bisher juristisch anders bewertet als die Möglichkeit zum Download, Stichwort Filesharing, weil beim Streaming eben keine Inhalte zum Download angeboten werden. Deshalb war es bislang schwieriger, jemanden wegen des Streamens von Inhalten zu belangen. Beim Streamen werden nur für kurze Zeit Inhalte auf der Festplatte oder im Gerät gespeichert – und nach dem Anzeigen gleich wieder gelöscht.
Deshalb „besitzt“ man sie nicht dauerhaft. Juristisch macht das einen Unterschied. Während der Download eines Musikstücks illegal ist, bewegt sich das Anschauen eines Streams in einer Grauzone. Das ist auch der Grund, wieso die Rechteinhaber in der Regel gegen die Betreiber vorgehen und nur selten gegen die Nutzer.
Allerdings hat sich die Rechtslage verschärft: Seit 2017 ist auch das bewusste Anschauen offensichtlich illegal bereitgestellter Inhalte strafbar. Wer wissentlich auf Portalen mit Raubkopien zugreift, handelt rechtswidrig.
Seriös oder unseriös?
Nun sagen ja manche: Hoppla, ich weiß gar nicht, wie ich auf illegale-streams24.tv landen konnte. Ich dachte, das wäre alles seriös… Wie erkennt man denn seriöse Angebote – und unseriöse? Mir kann allerdings niemand erzählen, er wüsste nicht, dass er auf einem illegalen Portal unterwegs ist. Die Unterschiede sind frappant.
Die legalen Angebote sind professionell gemacht, haben klare Impressumsangaben, sind in der Regel völlig werbefrei oder zeigen nur dezente Werbung und natürlich muss man sich als Nutzer registrieren und in der Regel für das Anschauen der Filme und Serien auch angemessene Beträge bezahlen.
Warnsignale illegaler Portale
Unseriöse Angebote erkennst du an mehreren Warnsignalen: Sie quellen über mit aggressiver Werbung, Pop-ups und verdächtigen Download-Buttons. Die Filme und Serien sind nicht selten von zweifelhafter Qualität – etwa, weil vom Monitor oder von der Kinoleinwand abgefilmt –, und sind kostenlos oder kosten nur geringe Pauschalgebühren.
Weitere rote Flaggen: Fehlende Impressumsangaben, Server im Ausland, ständig wechselnde Domains, aktuelle Kinofilme kostenlos verfügbar, und eine unprofessionelle Website-Gestaltung. Seriöse Anbieter haben Lizenzen und zeigen das auch transparent.
Legale Alternativen nutzen
Statt das Risiko einzugehen, solltet ihr auf die vielfältigen legalen Streaming-Angebote setzen. Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, Apple TV+, Paramount+, Sky und viele andere bieten riesige Bibliotheken zu fairen Preisen. Auch kostenlose legale Angebote wie die Mediatheken von ARD, ZDF oder RTL+ haben ihr Programm deutlich ausgebaut.
Wer wissen will, wo es einen bestimmten Film oder eine Serie zu sehen gibt, der sollte sich mal das Portal JustWatch.com anschauen. Einfach Titel eingeben – und man erfährt, wo man sich die Folge oder den Film legal anschauen kann. Das funktioniert auch mit der kostenlosen JustWatch-App perfekt.
Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026



