Meta-App sammelt exzessiv Smartphone-Daten über Android-Berechtigungen

von | 27.12.2013 | Tipps

Wer auf seinem Smartphone oder Tablet eine App installiert, räumt dem Miniprogramm in der Regel am Anfang einige Rechte ein. Schon während der Installation werden die eingeforderten Rechte angezeigt – und ihr könnt sie akzeptieren oder nicht. Wer die Rechteanforderung nicht akzeptiert, kann die App auch nicht nutzen. Normalerweise sollten die eingeforderten Rechte nachvollziehbar sein. Eine Mathe-App muss nicht die Ortsdaten verwenden, ein Computerspiel braucht eigentlich keinen Zugriff auf die Kontakte.

Die Meta-App für Android-Geräte fordert mittlerweile noch deutlich mehr Berechtigungen als früher. Neben dem Zugriff auf Kontakte und Standort will die App auch eure Anrufliste einsehen, auf den Kalender zugreifen und sogar Benachrichtigungen anderer Apps lesen. Besonders brisant: Die App kann auf fast alle Sensoren des Smartphones zugreifen – vom Mikrofon über die Kamera bis hin zu Bewegungssensoren.

Dabei nutzt Meta geschickt die Berechtigungsstruktur von Android aus. Moderne Android-Versionen haben zwar granularere Kontrollen eingeführt, aber viele Apps fordern trotzdem Paketberechtigungen an, die weit über ihre eigentliche Funktion hinausgehen. Die Meta-App begründet beispielsweise den SMS-Zugriff mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung – bekommt dadurch aber gleichzeitig Rechte, die deutlich darüber hinausgehen.

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Was sammelt Meta wirklich?

Die Datensammelwut von Meta ist legendär. Über die App sammelt das Unternehmen nicht nur eure Facebook-Aktivitäten, sondern auch Metadaten eures Smartphone-Verhaltens. Dazu gehören Informationen darüber, welche anderen Apps ihr nutzt, wie lange ihr sie verwendet und sogar Bewegungsmuster. Diese Daten fließen in das gigantische Werbeprofil ein, das Meta von jedem Nutzer anlegt.

Besonders problematisch: Meta kann durch die App-Berechtigungen auch Daten sammeln, wenn ihr Facebook gar nicht aktiv nutzt. Die App läuft im Hintergrund und protokolliert kontinuierlich euer Verhalten. Das ist legal, aber ethisch höchst fragwürdig.

So schützt ihr euch vor Datenkraken

Glücklicherweise bietet Android heute deutlich bessere Möglichkeiten, App-Berechtigungen zu kontrollieren als noch vor einigen Jahren. In den Einstellungen unter „Apps“ oder „Anwendungen“ könnt ihr für jede installierte App einzeln festlegen, auf welche Funktionen sie zugreifen darf.

Besonders wichtig: Deaktiviert Berechtigungen, die für die Kernfunktion der App nicht nötig sind. Facebook braucht definitiv keinen Zugriff auf eure Anrufliste oder SMS. Auch der Standortzugriff ist nur nötig, wenn ihr Ort-basierte Features wie „In der Nähe“ aktiv nutzen wollt.

Ein Geheimtipp: Nutzt die „Nur während der App-Nutzung“-Option für kritische Berechtigungen wie Standort oder Mikrofon. So verhindert ihr, dass Apps im Hintergrund Daten sammeln.

Alternative: Browser statt App

Eine radikale aber effektive Lösung: Verzichtet ganz auf die Facebook-App und nutzt stattdessen den mobilen Browser. Die mobile Website von Facebook bietet heute praktisch alle Funktionen der App, sammelt aber deutlich weniger Daten vom Smartphone. Push-Benachrichtigungen funktionieren über Progressive Web Apps (PWA) mittlerweile auch im Browser.

Wer trotzdem eine App-ähnliche Erfahrung möchte, kann die Facebook-Website zum Homescreen hinzufügen. Das funktioniert sowohl in Chrome als auch in Firefox und anderen modernen Browsern.

Die Zukunft der App-Berechtigungen

Google arbeitet kontinuierlich daran, die Berechtigungskontrollen in Android zu verbessern. Mit Android 14 und 15 kamen weitere granulare Kontrollen dazu, etwa für den Zugriff auf bestimmte Foto-Bereiche oder zeitlich begrenzte Berechtigungen.

Auch die EU-Gesetzgebung setzt Tech-Konzerne unter Druck. Der Digital Markets Act und die DSGVO zwingen Unternehmen wie Meta zu mehr Transparenz bei der Datensammlung. Das bedeutet: Ihr habt das Recht zu erfahren, welche Daten gesammelt werden und könkönnt deren Löschung verlangen.

Fazit: Eure Daten, eure Entscheidung

Die exzessiven Berechtigungsanforderungen der Meta-App zeigen exemplarisch, wie wichtig bewusste Entscheidungen bei App-Installationen sind. Nehmt euch die Zeit, Berechtigungen kritisch zu prüfen und deaktiviert alles, was nicht zwingend nötig ist. Eure Privatsphäre ist es wert.

Zuletzt aktualisiert am 19.04.2026