Farbe eines Pixels finden

von | 21.10.2018 | Software

Mit einem Tool zum Auswählen von Farben lassen sich die Farbwerte einzelner Bildpunkte ermitteln. Solche Werkzeuge arbeiten aber meist nur innerhalb einer Bild-Bearbeitung. Darum muss immer erst ein Screenshot erstellt werden. Einfacher funktioniert es mit speziellen Desktop-Tools – und davon gibt es mittlerweile eine ganze Reihe guter Optionen.

CatchColor: Der Klassiker für Windows

Zuerst CatchColor herunterladen und starten. Das Tool läuft auch unter Windows 11 problemlos und wird standardmäßig im Systemtray verstaut. Ihr müsst auf das kleine Pfeilsymbol klicken, um es zu öffnen, und dann auf das CatchColor-Symbol klicken. Am besten zieht ihr es direkt in die Taskleiste zu den anderen Symbolen, die dauerhaft sichtbar bleiben.

Pixel besser erkennen per Zoom

Nun klickt ihr mit der rechten Maustaste auf das Symbol und zieht den Cursor auf den gewünschten Bildschirmbereich, für den ihr den Farbcode ermitteln möchtet. Um es einfacher zu machen, solltet ihr auf das CatchColor-Symbol klicken und aus dem Menü auf Options, Zoomed Display gehen.

Dies zeigt euch ein kleines Vorschaufenster, in dem sich euer Cursor befindet. Das Vorschaufenster zeigt auch den Farbcode für die entsprechende Farbe an. Besonders praktisch: Die Zoom-Funktion macht es deutlich einfacher, präzise einzelne Pixel zu treffen.

Wenn ihr die Maus loslasst, wird der Farbcode automatisch in die Zwischenablage kopiert. CatchColor unterstützt verschiedene Farbtiefen, die ihr aus dem Menü der App auswählen könnt. Ihr könnt auch wählen, welche Farbcodes ihr erhalten möchtet. Standardmäßig erhaltet ihr HEX-Werte, aber das lässt sich über das App-Menü auf RGB, HSV oder andere Formate umstellen.

Moderne Alternativen für alle Systeme

Mittlerweile gibt es deutlich modernere Tools, die oft mehr Features bieten. Für Windows ist PowerToys von Microsoft eine ausgezeichnete Wahl. Das kostenlose Toolkit enthält den „Color Picker“, der sich per Tastenkürzel aktivieren lässt und sofort die Farbwerte anzeigt – inklusive verschiedener Formate gleichzeitig.

Just Color Picker ist ein weiteres kostenloses Windows-Tool, das sich durch eine besonders intuitive Bedienung auszeichnet. Es zeigt nicht nur Farbwerte an, sondern kann auch Farbpaletten erstellen und verwalten.

Mac-Nutzer greifen am besten zu ColorSync Utility, das bereits im System integriert ist, oder zur App Sip, die sich nahtlos in macOS einfügt und mit praktischen Shortcuts arbeitet.

Unter Linux bietet gcolor3 oder gpick ähnliche Funktionen und lassen sich über die Paketverwaltung installieren.

Browser-Extensions als praktische Ergänzung

Für Webdesigner und Entwickler sind Browser-Extensions oft die praktischere Lösung. ColorZilla für Firefox und Chrome analysiert nicht nur einzelne Pixel, sondern kann auch komplette Farbverläufe auslesen. Die Extension zeigt Farbwerte direkt im Browser an und speichert eine Historie der zuletzt verwendeten Farben.

Eye Dropper ist eine minimalistische Chrome-Extension, die sich auf das Wesentliche konzentriert: schnelles Auslesen von Farbwerten auf Webseiten.

Profi-Features für Entwickler

Moderne Color-Picker bieten oft zusätzliche Funktionen, die über das reine Auslesen hinausgehen. Viele Tools können:

  • Farbpaletten aus Bildern extrahieren
  • Kontrast-Verhältnisse für Barrierefreiheit berechnen
  • Farben in verschiedene Farbräume umrechnen (sRGB, Adobe RGB, etc.)
  • Harmonische Farbkombinationen vorschlagen
  • Integration in Design-Workflows bieten

Adobe Creative Suite Nutzer finden in Photoshop, Illustrator und Co. natürlich professionelle Color-Picker. Diese synchronisieren sich über die Creative Cloud und bieten Pantone-Unterstützung sowie erweiterte Farbmanagement-Optionen.

Worauf ihr achten solltet

Bei der Tool-Auswahl kommt es auf euren Workflow an. Für gelegentliche Nutzung reichen einfache Desktop-Tools wie CatchColor völlig aus. Wer häufig mit Farben arbeitet, sollte auf folgende Features achten:

  • Tastaturkürzel für schnellen Zugriff
  • Mehrere Farbformate gleichzeitig anzeigen
  • Farbverlauf-Erkennung für komplexere Designs
  • Barrierefreiheit-Checks für professionelle Projekte
  • Cloud-Synchronisation bei teambasierter Arbeit

Die meisten modernen Tools sind kostenlos oder sehr günstig. PowerToys von Microsoft ist beispielsweise komplett kostenlos und wird aktiv weiterentwickelt. Für die meisten Anwendungsfälle ist das völlig ausreichend.

Für Profis lohnt sich der Blick auf spezialisierte Software wie Coolors.co (auch als Desktop-App verfügbar) oder Adobe Color, die komplette Farbmanagement-Workflows ermöglichen und sich nahtlos in Design-Pipelines integrieren lassen.

Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026