Filme & TV-App: Das Ende einer Windows-Ära

von | 10.04.2017 | Windows

Die Zeiten der klassischen Filme & TV-App von Windows sind längst vorbei. Microsoft hat sein Entertainment-Ökosystem grundlegend umgebaut und dabei einige interessante Wendungen genommen. Was aus der einst simplen Medien-App geworden ist und welche Alternativen heute verfügbar sind, zeigen wir euch hier.

Die ursprüngliche Windows-App „Filme & TV“ war jahrelang die Standard-Lösung für lokale Videodateien und gekaufte Inhalte aus dem Microsoft Store. Doch Ende 2023 stellte Microsoft die Unterstützung für den Kauf und Verleih von Filmen und Serien ein. Der Microsoft Movies & TV Store wurde geschlossen – gekaufte Inhalte bleiben zwar weiterhin verfügbar, neue Käufe sind aber nicht mehr möglich.

Was bleibt von der Filme & TV-App?

Die App selbst existiert noch immer unter dem Namen „Media Player“ (früher „Filme & TV“) und dient weiterhin als solider Videoplayer für lokale Dateien. Sie kann Videos von der Festplatte, externen Laufwerken und Netzwerk-Speichern abspielen. Die drei Bereiche haben sich dabei gewandelt:

  • Videobibliothek: Hier findet ihr eure lokalen Videodateien
  • Gekauft: Zeigt weiterhin bereits erworbene Inhalte aus dem Microsoft Store an
  • Einstellungen: Umfassende Konfigurationsmöglichkeiten für Wiedergabe und Bibliotheksverwaltung

Der praktische Picture-in-Picture-Modus (Overlay-Modus) ist geblieben und funktioniert sogar noch besser als früher. Videos lassen sich verkleinert abspielen, während ihr andere Aufgaben erledigt.

Microsoft setzt auf Streaming-Partnerschaften

Anstatt weiter auf den eigenen Store zu setzen, konzentriert sich Microsoft auf Partnerschaften mit etablierten Streaming-Diensten. Die Xbox-App für Windows integriert verschiedene Streaming-Services und zeigt eine einheitliche Übersicht verfügbarer Inhalte an.

Über Xbox Game Pass Ultimate erhalten Abonnenten Zugang zu verschiedenen Streaming-Diensten und Vergünstigungen bei Partnern wie Disney+ oder Netflix. Die Integration erfolgt nahtlos über die Xbox-App, die zu einem zentralen Entertainment-Hub geworden ist.

Alternative Media Player für Windows

Für die reine Videowiedergabe gibt es mittlerweile deutlich mächtigere Alternativen:

VLC Media Player bleibt der unangefochtene Champion für lokale Videodateien. Er spielt praktisch jedes Format ab, bietet umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten und läuft stabil auch bei problematischen Dateien.

Media Player Classic in der Home Cinema-Variante (MPC-HC) ist besonders bei Enthusiasten beliebt. Die schlanke Software bietet präzise Kontrolle über Wiedergabe-Parameter.

Plex und Jellyfin verwandeln euren PC in einen vollwertigen Media-Server. Diese Lösungen organisieren eure Mediensammlung automatisch, laden Metadaten herunter und ermöglichen das Streaming auf alle Geräte im Netzwerk.

Streaming wird zur Norm

Der Rückzug von Microsoft aus dem digitalen Filmverkauf spiegelt einen größeren Trend wider: Streaming-Dienste dominieren den Markt komplett. Netflix, Disney+, Amazon Prime Video, Apple TV+ und andere haben den klassischen Kauf und Verleih digitaler Filme weitgehend verdrängt.

Selbst Technik-Riesen wie Google (Google Play Movies) und Apple reduzieren ihre Bemühungen im Bereich digitaler Filmverkäufe. Das Abonnement-Modell hat sich durchgesetzt, auch wenn das für Verbraucher bedeutet, dass sie ihre Lieblingsinhalte nicht mehr dauerhaft besitzen.

Was bedeutet das für euch?

Wenn ihr bereits Filme über den Microsoft Store gekauft habt, könnt ihr diese weiterhin über die Filme & TV-App (jetzt Media Player) ansehen. Microsoft garantiert den Zugang zu bereits erworbenen Inhalten.

Für neue Inhalte seid ihr auf Streaming-Dienste oder alternative Plattformen wie Amazon Prime Video, iTunes oder Vudu angewiesen. Physische Medien (Blu-ray, DVD) erleben übrigens eine kleine Renaissance bei Sammlern, die Wert auf dauerhaften Besitz legen.

Fazit: Ende einer Ära

Das Ende der Microsoft-Filmplattform markiert das endgültige Aus für Microsofts Ambitionen im Entertainment-Bereich jenseits von Gaming. Die Konzentration auf Xbox Game Pass und Streaming-Partnerschaften ist nachvollziehbar, aber für Nutzer bedeutet es weniger Auswahl und mehr Abhängigkeit von wenigen großen Anbietern.

Die verbleibende Media Player-App erfüllt ihren Zweck als lokaler Videoplayer solide, aber ohne die Cloud-Integration und Kaufoptionen wirkt sie etwas verlassen. Für die meisten von euch werden spezialisierte Player wie VLC oder umfassende Media-Center-Lösungen die bessere Wahl sein.

Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026