Startet ihr GIMP, die kostenlose Bildbearbeitung, erscheinen auf macOS gleich zwei Buttons im Dock. Einer zeigt das klassische GIMP-Maskottchen Wilber, das andere Symbol ist nur ein schwarzes Fenster namens „Script-Fu“, das sich auch nicht anklicken lässt. Was hat es damit auf sich?
Script-Fu: Der unsichtbare Helfer im Hintergrund
Das „Script-Fu“-Icon ist in Wirklichkeit kein separates Fenster, sondern ein Hintergrundprozess, der essential für GIMPs Funktionalität ist. Script-Fu basiert auf der Programmiersprache Scheme und fungiert als Automatisierungs-Engine für die Bildbearbeitung. Ruft ihr beim Bearbeiten einer Grafik zum Beispiel einen Filter auf, automatisierte Aktionen oder komplexere Effekte, wird dieser von Script-Fu verarbeitet.
Was Script-Fu alles kann
Script-Fu ist deutlich mächtiger, als es das unscheinbare schwarze Icon vermuten lässt. Es ist verantwortlich für:
- Filter und Effekte: Viele der vorinstallierten Filter in GIMP basieren auf Script-Fu-Skripten
- Batch-Verarbeitung: Automatisierte Bearbeitung mehrerer Bilder gleichzeitig
- Eigene Automatisierungen: Erfahrene Nutzer können eigene Skripte schreiben
- Plugin-Unterstützung: Viele Erweiterungen nutzen Script-Fu als Basis
- Makro-ähnliche Funktionen: Wiederkehrende Arbeitsschritte automatisieren
In GIMP 3.0, das Ende 2025 erschienen ist, wurde Script-Fu deutlich überarbeitet und läuft noch stabiler im Hintergrund. Die neue Version unterstützt auch Python-Skripte besser und bietet eine modernere API für Entwickler.
Warum das zweite Icon nervt
Viele macOS-Nutzer empfinden das zweite Icon als störend, besonders wenn sie ein aufgeräumtes Dock bevorzugen. Das Problem: Script-Fu läuft als separater Prozess und registriert sich daher automatisch im Dock. Das ist ein Überbleibsel aus der Art, wie GIMP ursprünglich für Linux entwickelt wurde.
Lösungsansätze für das Dock-Problem
Verbannen lässt sich das Script-Fu-Symbol leider nicht vollständig, aber es gibt ein paar Workarounds:
Automatisches Verstecken: In den macOS-Dock-Einstellungen könnt ihr das Dock so konfigurieren, dass es nur aktive Anwendungen anzeigt. Das reduziert zumindest die visuelle Ablenkung.
Alternative GIMP-Versionen: Einige Community-Builds für macOS haben das Dock-Verhalten optimiert. Diese sind allerdings nicht offiziell und sollten nur von erfahrenen Nutzern verwendet werden.
GIMP 3.0 Verbesserungen: Die aktuelle Version hat das Dock-Verhalten zwar nicht vollständig geändert, aber Script-Fu startet schneller und läuft ressourcenschonender.
Script-Fu aktiv nutzen
Statt euch über das Icon zu ärgern, könnt ihr Script-Fu auch bewusst einsetzen. Über „Filter“ → „Script-Fu“ → „Konsole“ erreicht ihr eine mächtige Programmierumgebung. Hier lassen sich:
- Wiederkehrende Bildbearbeitungen automatisieren
- Eigene Filter programmieren
- Batch-Operationen für hunderte Bilder erstellen
- Komplexe Grafikeffekte entwickeln
Für Einsteiger gibt es online zahlreiche vorgefertigte Skripte, die sich einfach installieren lassen.
Die Zukunft von Script-Fu
Mit GIMP 3.0 hat Script-Fu ein großes Update erhalten. Die Integration ist nahtloser geworden und die Performance deutlich besser. Auch die Kompatibilität mit modernen macOS-Versionen wurde verbessert. Langfristig arbeiten die GIMP-Entwickler an einer noch besseren Integration in macOS, die das Dock-Problem möglicherweise lösen wird.
Fazit: Akzeptieren oder umgehen
Beendet ihr GIMP, wird auch Script-Fu automatisch geschlossen. Das zweite Icon verschwindet dann von allein. Bis die GIMP-Entwickler eine elegantere Lösung für macOS finden, bleibt Script-Fu ein notwendiges Übel – oder ein mächtiges Werkzeug, je nach Perspektive. Wer intensiv mit GIMP arbeitet, wird die Automatisierungsmöglichkeiten von Script-Fu zu schätzen wissen. Gelegenheitsnutzer müssen sich vorerst mit dem zusätzlichen Dock-Icon arrangieren.
Zuletzt aktualisiert am 10.04.2026

