GPS-Empfang auf Nikon-Kameras verbessern: A-GPS

von | 30.04.2019 | Hardware, Tipps

Wenn ihr oft mit dem Smartphone Fotos macht, dann ist die Funktion für euch völlig normal: Das Bild enthält (nach einmaliger Freigabe) die GPS-Koordinaten der Position, an der ihr es gemacht habt. Das hilft dann, Bilder einem Ort zuzuordnen oder eine Bilderkarte zu erstellen. Moderne Digitalkameras wie die D5300, D7500, Z5 oder Z6 von Nikon haben ebenfalls einen GPS-Empfänger, allerdings auch eine technische Herausforderung: Aus Stromspargründen ist der GPS-Empfänger normalerweise aus, und damit braucht er eine Vorlaufzeit, um die Position zu ermitteln. Schlecht für einen Schnappschuss! Die Lösung kommt von Nikon selbst: Eine A-GPS-Datei.

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A-GPS (Assisted GPS) nimmt den längeren Teil der Positionsbestimmung, das Auslesen des Almanachs, der die Satelliten und ihre Positionen enthält, vorweg. Statt langwierig die Daten aus den Satellitensignalen auslesen zu müssen, könnt ihr eine immer wieder aktualisierte Datei herunterladen und in die Kamera importieren.

Warum ist A-GPS so wichtig für Fotografen?

Der kalte Start eines GPS-Empfängers kann bis zu 15 Minuten dauern – völlig unpraktisch, wenn ihr spontan fotografieren wollt. Mit A-GPS-Daten reduziert sich die Zeit auf wenige Sekunden bis maximal zwei Minuten. Besonders in städtischen Gebieten mit vielen hohen Gebäuden oder in Wäldern macht sich dieser Unterschied deutlich bemerkbar.

So funktioniert A-GPS bei Nikon-Kameras

Nikon stellt regelmäßig aktualisierte A-GPS-Dateien zur Verfügung. Diese enthalten Vorhersagen der Satellitenpositionen für etwa 30 Tage. Ladet die Datei hier kostenlos herunter. Das .ee-Format ist mittlerweile ein Standard für diverse andere Geräte, nicht nur Nikon-Kameras. Bei anderen Herstellern wie Canon oder Sony findet ihr ähnliche Lösungen.

Installation Schritt für Schritt:

  1. Auf einer Nikon-Kamera kopiert ihr die Datei über einen PC oder Mac in einen Ordner NIKON auf der Speicherkarte. Wenn dieser noch nicht existiert, legt ihn an.
  2. Legt die Speicherkarte dann wieder in die Kamera.
  3. Geht auf Menü > System > Positionsdaten > GPS-Optionen
  4. Klickt auf „GPS-Daten aktualisieren“.
  5. Die Datei wird importiert, nach erfolgreichem Abschluss zeigt euch die Kamera an, welchen Zeitbereich die Datei abdeckt.

Wichtige Tipps für optimalen GPS-Empfang

Innerhalb des Gültigkeitsbereichs der Datei nimmt die Kamera die ungefähren Satellitenpositionen aus dieser und liest nur noch die aktuellen Positionsdaten aus. Die Positionsbestimmung ist damit um ein Vielfaches schneller.

Achtet darauf, die A-GPS-Datei etwa alle vier Wochen zu aktualisieren. Veraltete Daten verschlechtern die Performance wieder. Ein praktischer Tipp: Tragt euch den Termin in euren Kalender ein.

Stromverbrauch im Blick behalten

Der GPS-Empfänger verbraucht spürbar Akkuleistung. Moderne Nikon-Kameras bieten deshalb verschiedene GPS-Modi: „Ein“, „Aus“ und „Standby“. Im Standby-Modus bleibt das GPS aktiv, verbraucht aber weniger Strom. Für längere Fototouren empfiehlt sich ein zusätzlicher Akku.

Alternative: Smartphone-Kopplung

Viele neuere Nikon-Kameras (Z-Serie, einige DSLRs ab 2020) bieten auch die Möglichkeit, GPS-Daten über die Nikon-App vom gekoppelten Smartphone zu übernehmen. Das spart Akkuleistung der Kamera und nutzt die meist besseren GPS-Chips der Handys.

Datenschutz nicht vergessen

GPS-Daten in Fotos sind ein zweischneidiges Schwert. Praktisch für die eigene Archivierung, aber problematisch beim Teilen in sozialen Netzwerken. Die meisten Plattformen entfernen zwar automatisch die Metadaten, aber sicher ist sicher: Prüft vor dem Upload, ob ihr die Standortdaten wirklich preisgeben wollt.

Mit diesen Tipps macht ihr aus eurer Nikon-Kamera ein GPS-optimiertes Werkzeug für die moderne Fotografie. Die paar Minuten Aufwand für die A-GPS-Installation zahlen sich definitiv aus.

Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026