Handy weg: Maßnahmen davor und danach

von | 03.08.2023 | Hardware

Smartphones sind heute mehr als nur ein teures Stück Hardware: Sie bergen häufig wichtige und sensible Daten. Wwas im Falle eines Diebstahls oder Verlust zu tun ist – und wie man sein Gerät gut vorbereitet.

Handys und Smartphones sind begehrtes Diebesgut: Laut Kriminalstatistik der Polizeilichen Kriminalprävention im Bundeskriminalamt (BKA) wurden im Jahr 2022 in Deutschland beinahe 185.000 Handys als gestohlen gemeldet. Besonders begehrt sind die Geräte der Luxusklasse. Die entwendeten Geräte lassen sich auf dem Schwarzmarkt weiterverkaufen – ältere Geräte zumindest zum Ausschlachten verwenden.

Wie viele Geräte darüber hinaus verloren gehen, weiß niemand.

Doch für die meisten Menschen ist nicht der materielle Wert eines Handys das größte Problem, sondern eher der immaterielle Schaden. In unseren Smartphones sind heute alle Kontakte gespeichert, viele Fotos und Videos – möglicherweise auch pikante oder brisante darunter –, sowie Notizen, Dokumente, Daten. Die sollten weder verloren gehen, noch in falsche Hände geraten.

 

Das solltet Ihr vorher gemacht haben: Die IMEI ermitteln

Das solltet Ihr vorher gemacht haben: Die IMEI ermitteln

Smartphone durch PIN und Biometrie absichern

Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, jedes Smartphone durch PIN (am besten 6-stellig) und/oder biometrische Daten sie Fingerabdruck oder Gesichts-Scan abzusichern. Die automatische Sperre sollte spätestens nach 30 Sekunden greifen: Damit Fremde und vor allem Kriminelle das Handy nicht einfach entsperren und die darin gespeicherten Daten abgreifen können.

In höherwertigen Modellen (etwa dem iPhone) lassen sich bei Bedarf auch höhere Sicherheitsstandard einstellen: Nach 10 vergeblichen Login-Versuchen werden die gespeicherten Daten auf Wunsch automatisch und unwiederbringlich gelöscht. Allerdings sollte man diese Option nur wählen, wenn man sicher sein kann, dass keine Kinder im Haus sind, die so etwas schon mal ungewollt auslösen.

Ohnehin sind die Daten in den meisten modernen Handys verschlüsselt gespeichert und ohne korrekten Login nicht lesbar. Wer sein Smartphone nicht nur zu privaten Zwecken nutzt, sollte die Sicherheitsstandard so hoch wie möglich einstellen.

Erste Pflichtübung: das Gerät orten

Aber ist das Gerät wirklich entwendet, oder hat man es selbst verloren oder irgendwo liegen lassen? Diese Frage muss als erstes geklärt werden. Dazu Funktionen wie „Wo ist?“ (iOS) oder „Gerät finden“ (Android) benutzen. Diese mittlerweile serienmäßig in den mobilen Betriebssystemen eingebauten Funktionen helfen dabei, das Handy in der Regel bis auf wenige Meter genau zu lokalisieren – oder sie zeigen zumindest den letzten gültigen Aufenthaltsort an.

Wer sein Handy nur irgendwo in einer Couch-Ritze hat liegen lassen, kann es so schnell finden und holen. Es ist auch möglich, einen lauten Ton abspielen zu lassen, damit andere auf das Handy aufmerksam werden. Das alles geht aber meist nur, solange das Handy eingebucht oder wenigstens im WLAN ist. Haben Kriminelle das Handy erst mal abgeschaltet oder in den Flugmodus versetzt, wird es schwierig mit der Ortung. Deshalb: Schnell reagieren.

Wichtig zu wissen: Es ist auch möglich, moderne Smartphones im Fall des Diebstahls aus der Ferne zu sperren – und alle gespeicherten Daten zu löschen. Unter iOS ist das eine Funktion in der iCloud, unter Android unter „Finde mein Gerät“. Eine Art Ultima Ratio, um sicherzustellen, dass Fremdem oder Kriminellen keine sensiblen Daten in die Hände geraten. Vor allem für Dienst-Handys oft eine wichtige Funktion.

Erst mal herausfinden: Wo befindet sich das Gerät gerade?

Erst mal herausfinden: Wo befindet sich das Gerät gerade?

Wichtig: die Seriennummer

Die Polizei empfiehlt, jeden Diebstahl anzuzeigen. Dabei ist es hilfreich, die Seriennummer (IMEI, International Mobile Equipment Identity) des Geräts zu kennen. Jedes Smartphone hat eine eigene. Sie ist meist auf der Verpackung des Geräts aufgedruckt. Wer ein iPhone hat, kann die Seriennummer auch im Menü „Einstellungen“ und dort unter „Info“ in der Rubrik „Allgemein“ abfragen. Android-Nutzer finden sie Seriennummer in den Einstellungen unter dem Menüpunkt „Über das Telefon“.

Doch es gibt einen noch bequemeren Weg: Auf nahezu allen Handys und Smartphones kann die Kurzwahl *#06# verwendet werden (anstelle einer Rufnummer): Die Seriennummer erscheint sofort im Display – oft sogar mit noch einigen weiteren Informationen über das Gerät. Die Nummer unbedingt rechtzeitig erfragen, notieren und an einem sicheren Ort verwahren, da sie bei einer Anzeige unbedingt erforderlich ist.

Daten sicher verschlüsselt speichern

Wichtige Daten wie Dokumente oder Dokumente speichern heute ohnehin die meisten Menschen in der Cloud. Apple und Google bieten ihren Nutzern in ihren Cloud-Diensten entsprechend Speicherplatz zur Verfügung, der komfortabel genutzt werden kann. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und gespeichert. Apple bietet ab iOS 16.2 sogar die Möglichkeit an, dass die Daten Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden. Was bedeutet, dass wirklich niemand an die Daten kommt – nur der Besitzer.

Ein anderer möglicher Weg ist, die Daten in einem Cloud-Dienst wie iCloud, Google Drive, OneDrive oder Dropbox zu speichern – und ein Plugin wie Boxcryptor oder Cryptomator zu verwenden. Mit den (je nach Umfang) kostenlosen Anwendungen lassen sich die Daten in den handelsüblichen Cloud-Diensten sicher verschlüsseln: Niemand kommt dran – und gleichzeitig können die Daten nicht verloren gehen.

Aber auch das muss rechtzeitig im Handy eingerichtet werden.

Ein Backup von allen WhatsApp Chats in der Cloud

Ein Backup von allen WhatsApp Chats in der Cloud

Wichtig: Backups

Die umständlichste Variante wäre ein regelmäßiges manuelles Backup: Smartphone mit dem Rechner verbinden und alle Daten sichern. Auf diese Weise lässt sich ein Smartphone auch leicht wiederherstellen (oder ein neues Smartphone einrichten).

Allerdings muss man dann darauf achten, solche Backups wirklich regelmäßig durchzuführen. Bequemer sind die Backups in der Cloud. Bei Android mit Google Drive, bei iOS mit iCloud – die entsprechenden Optionen für die automatischen Backups sind in iOS oder Android zu aktivieren.

Vielen liegen vor allem ihre Chats am Herzen. Wer sicherstellen möchte, dass seine Chat-Verläufe selbst bei einem Verlust des Handys nicht verloren gehen, sollte in der Messenger-App die Backup-Funktion aktivieren. Bei den meisten Apps, wie WhatsApp, muss dieses automatische Backup in der App explizit aktiviert werden – aus Sicherheitsgründen. Bei Telegram werden sie ohnehin in der Cloud gespeichert, bei Threema ist ein Backup eher kompliziert.

 

Schieb App