In Hiroshima gibt es ein Streetview für Katzen

von | 20.09.2015 | Tipps

Wer findet es nicht praktisch, sich mit Hilfe von Google Streetview in eine Stadt am anderen Ende der Welt zu beamen und in aller Ruhe virtuell umzusehen? Kein Wunder, dass Streetview und andere vergleichbare Dienste so populär sind. Wer das japanische Hiroshima besuchen möchte, kann nun eine Streetview-Ansicht der besonderen Art aufrufen: Aus der Perspektive einer Katze gesehen. Genau das Richtige für das katzenversessene Internet.

Google hat Streetview erfunden, doch auch Microsoft mit Bing Maps und andere Tech-Riesen wie Apple bieten mittlerweile eigene 360-Grad-Panoramadienste an. Google liefert uns darüber hinaus viele interessante Inhalte, aus den Bergen, aus den Meeren, aus den spannendsten Winkeln der Erde. Mit Street View Studio können sogar Nutzer eigene 360-Grad-Inhalte erstellen. Doch alle diese Dienste haben einen Makel: Man durchschreitet die Welt virtuell auf Höhe eines Menschen.

Es geht auch anders. Das beweist ein innovatives Projekt aus Japan: Auf dieser Cat Streetview Seite können sich Besucher (gemeinsam mit ihren Tieren auf dem Schoss, wenn sie wollen) eine 360-Grad-Panorama-Ansicht von der Stadt Onomichi verschaffen.

catview

Man kann sich durch die Welt bewegen, aber eben auf Augenhöhe von Katzen. Ein völlig anderer Blickwinkel, der zeigt, wie kreativ man mit etablierten Technologien umgehen kann. Nettes Extra, das sich die Tourismusbehörde von Hiroshima ausgedacht hat: In der Karte sind Schlafplätze anderer Katzen eingezeichnet.

Warum Cat Streetview mehr als nur ein Gimmick ist

Das Projekt zeigt brillant, wie Virtual Reality und 360-Grad-Technologie für innovative Marketingansätze genutzt werden können. Statt einfach nur Standard-Tourismusfotos zu zeigen, kreiert Hiroshima ein einzigartiges Erlebnis, das viral geht. Die niedrige Katzenperspektive offenbart Details, die man aus menschlicher Sicht übersehen würde: kleine Gassen, versteckte Winkel, die authentische Bodenstruktur japanischer Straßen.

Solche kreativen Ansätze werden immer wichtiger, da sich die digitale Landschaft rasant wandelt. Während Meta mit seinen VR-Brillen Quest 3 und kommenden AR-Headsets neue immersive Erfahrungen schafft, experimentieren auch andere mit alternativen Perspektiven. Apple Vision Pro hat gezeigt, wie Mixed Reality das Reiseerlebnis revolutionieren kann.

Die Technik hinter dem Katzenprojekt

Die Umsetzung ist technisch durchaus anspruchsvoll. Spezielle 360-Grad-Kameras wurden in Katzenhöhe montiert und durch die Straßen von Onomichi geführt. Die aufgenommenen Bilder wurden dann zu einem nahtlosen virtuellen Rundgang verarbeitet. Moderne 360-Grad-Kameras wie die Insta360 X4 oder die GoPro Max ermöglichen heute auch Privatnutzern solche Projekte.

Interessant ist auch die Benutzeroberfläche: Sie funktioniert ähnlich wie Google Streetview, aber mit katzenspezifischen Features. Die Navigationspunkte zeigen nicht nur den Weg, sondern auch beliebte Katzenplätze. Das macht das Erkunden spielerischer und unterhaltsamer.

Virtual Tourism wird erwachsen

Das Cat Streetview-Projekt ist Teil eines größeren Trends: Virtual Tourism boomt seit der Pandemie und hat sich zu einem eigenständigen Segment entwickelt. Museen bieten VR-Rundgänge, Städte erstellen digitale Zwillinge, und sogar Nationalparks setzen auf immersive Online-Erlebnisse.

Die Technologie dahinter wird immer ausgefeilter. KI-gestützte Bildverarbeitung verbessert die Qualität von 360-Grad-Aufnahmen erheblich. Machine Learning hilft dabei, aus statischen Panoramabildern fast filmische Erlebnisse zu schaffen. Tools wie Nvidia’s RTX-Technologie ermöglichen Echtzeit-Raytracing auch bei VR-Anwendungen.

Erfolg messbar: Zahlen sprechen für sich

Die Idee kommt nach wie vor gut an: Mittlerweile haben über eine Million Besucher Cat Streetview erlebt. Das zeigt, dass auch Jahre nach dem Launch ungewöhnliche digitale Erfahrungen Aufmerksamkeit generieren können. Für eine relativ kleine japanische Stadt ist das ein enormer Marketingcoup.

Solche Projekte inspirieren auch andere Destinationen. Verschiedene Städte experimentieren mit ungewöhnlichen Streetview-Perspektiven: aus Vogelsicht, Unterwasser-Touren oder sogar aus Sicht von Hunden. Die Grenze zwischen Technologie und Kreativität verschwimmt zunehmend.

Cat Streetview beweist: Manchmal sind die besten Innovationen die einfachsten. Eine bekannte Technologie, ein ungewöhnlicher Blickwinkel und schon entsteht etwas völlig Neues. In einer Zeit, in der jeder mit High-Tech-Gadgets prahlt, gewinnt oft die kreativste Idee. Ich gehöre definitiv zu den Fans dieses charmanten Projekts.

Zuletzt aktualisiert am 12.04.2026