Passwörter in Browsern anzeigen: So geht’s heute sicher

von | 12.10.2013 | Tipps

Passwörter sind aus gutem Grund in Eingabefeldern versteckt – niemand soll euer Kennwort über die Schulter mitlesen können. Doch was, wenn ihr euch vertippt habt und das vor dem Absenden kontrollieren wollt? Die gute Nachricht: Moderne Browser bieten dafür praktische Lösungen, die weit über die alten Internet Explorer-Zeiten hinausgehen.

Die Zeiten des Internet Explorer sind längst vorbei – Microsoft hat den Browser 2022 endgültig eingestellt. Heute dominieren Chrome, Firefox, Safari und Microsofts Edge-Browser den Markt. Alle diese modernen Browser haben die Passwort-Anzeige-Funktion übernommen und deutlich weiterentwickelt.

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So funktioniert’s in modernen Browsern

Das Prinzip ist überall gleich geblieben: Ihr gebt euer Passwort ein und klickt auf das Augen-Symbol rechts im Kennwortfeld. In Chrome, Firefox und Safari erscheint das Passwort im Klartext, solange ihr das Symbol gedrückt haltet oder einmal darauf klickt. Ein erneuter Klick versteckt es wieder.

Microsoft Edge hat als Nachfolger des Internet Explorers die Funktion nahtlos übernommen. Auch hier findet ihr das kleine Augen-Icon am rechten Rand von Passwortfeldern. Ein Klick darauf macht das getippte Kennwort sichtbar.

Neue Sicherheitsfeatures 2026

Moderne Browser gehen aber noch einen Schritt weiter. Chrome 122 und Firefox 125 warnen euch seit 2024 automatisch vor unsicheren Passwörtern direkt beim Tippen. Sie erkennen, wenn ihr schwache Kennwörter wie „123456“ oder „password“ verwendet und schlagen sichere Alternativen vor.

Ein echter Gamechanger sind die neuen Passkey-Standards. Apple, Google und Microsoft haben 2024/2025 ihre Passkey-Unterstützung massiv ausgebaut. Statt Passwörter zu tippen, authentifiziert ihr euch über Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder euren Smartphone-PIN. Das eliminiert Tippfehler komplett und ist deutlich sicherer.

Browser-eigene Passwort-Manager

Alle großen Browser haben mittlerweile leistungsstarke Passwort-Manager integriert. Chrome’s Password Manager kann seit 2025 sogar kompromittierte Passwörter in Echtzeit erkennen und warnt euch vor Datenlecks. Firefox Monitor macht dasselbe und prüft eure gespeicherten Kennwörter automatisch gegen bekannte Breach-Datenbanken.

Safari’s iCloud Keychain synchronisiert Passwörter nahtlos zwischen Mac, iPhone und iPad. Seit iOS 17 und macOS Sonoma schlägt der Browser auch automatisch starke, eindeutige Passwörter vor, die ihr nicht mehr selbst erfinden müsst.

Sicherheitstipps für den Alltag

Die Augen-Funktion solltet ihr sparsam nutzen – nur wenn ihr euch wirklich unsicher seid. Achtet dabei immer darauf, dass niemand euren Bildschirm einsehen kann. In öffentlichen WLANs oder Cafés ist besondere Vorsicht geboten.

Besser ist es, von vornherein auf sichere Eingabemethoden zu setzen. Passwort-Manager wie 1Password, Bitwarden oder die Browser-eigenen Lösungen generieren und speichern komplexe Kennwörter automatisch. Ihr müsst euch nur noch ein Master-Passwort merken.

Die Zukunft ohne Passwörter

Die Entwicklung geht klar in Richtung passwortlose Authentifizierung. Große Websites wie Microsoft, Google, Apple und PayPal unterstützen bereits Passkeys. Bis 2027 sollen laut Branchenexperten die meisten großen Online-Dienste auf diese Technologie umgestellt sein.

Windows Hello, Touch ID und Face ID machen das Anmelden schon heute bequemer und sicherer als jedes getippte Passwort. Die Biometrie-Daten bleiben dabei lokal auf eurem Gerät und werden nie übertragen.

Was ihr heute tun könnt

Falls ihr noch keine Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, solltet ihr das schnellstens nachholen. Apps wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator sind kostenlos und erhöhen die Sicherheit eurer Accounts erheblich.

Überprüft regelmäßig, welche Passwörter ihr verwendet. Viele Browser zeigen in den Einstellungen an, welche Kennwörter schwach oder mehrfach verwendet werden. Tauscht diese gegen eindeutige, starke Alternativen aus.

Die kleine Augen-Funktion war 2013 im Internet Explorer eine praktische Neuerung. Heute ist sie Standard – aber die Zukunft gehört Technologien, die Passwörter ganz überflüssig machen.

Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026