iOS: Keine Standort-Daten erfassen und weitergeben

von | 03.05.2016 | iOS

Wo ich mich gerade aufhalte, geht eigentlich niemanden etwas an. Schon gar nicht die Hersteller diverser Apps, die sich aber regelmäßig Zugriff auf die Standort-Daten meines iPhones verschaffen wollen. Apple hat seine Datenschutz-Optionen in iOS 18 deutlich erweitert – höchste Zeit, diese auch zu nutzen.

Standortdaten sind pure Information über euer Leben: Wo arbeitet ihr, wo wohnt ihr, welche Geschäfte besucht ihr regelmäßig, wann seid ihr zu Hause oder unterwegs? Diese Daten sind für Werbetreibende und Datensammler Gold wert. Die gute Nachricht: iOS bietet mittlerweile granulare Kontrolle über diese sensiblen Informationen.

Ortungsdienste komplett verwalten

Um zu verhindern, dass iPhone- und iPad-Apps ungehindert auf Ortungs-Dienste zugreifen, tippt ihr auf dem Startbildschirm zunächst auf Einstellungen und navigiert zu Datenschutz & Sicherheit. Apple hat diesen Bereich in den letzten iOS-Versionen erheblich ausgebaut und übersichtlicher strukturiert.

Unter Ortungsdienste findet ihr eine komplette Liste aller Apps, die Standortzugriff angefordert haben. Hier könnt ihr für jede App einzeln entscheiden: „Nie“, „Beim Verwenden der App“ oder „Immer“. Die meisten Apps benötigen keinen permanenten Zugriff – „Beim Verwenden der App“ reicht völlig aus.

System-Dienste unter der Lupe

Besonders interessant ist der Punkt System-Dienste ganz unten in der Liste. Hier verstecken sich zahlreiche Apple-eigene Funktionen, die fleißig Standortdaten sammeln. Bei Wichtige Orte (früher „Häufige Orte“) speichert iOS eure regelmäßig besuchten Locations und erstellt daraus Bewegungsprofile. Diese Funktion lässt sich komplett deaktivieren.

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Versteckte Datensammler ausschalten

In den System-Diensten lauern weitere Datensammler: iPhone-Analysen, Verbesserung von Karten, Populäre Bereiche in der Nähe und Routenverkehr. Diese Dienste senden kontinuierlich anonymisierte (aber dennoch aussagekräftige) Daten an Apple.

Wer maximal privat unterwegs sein will, deaktiviert diese Funktionen. Einziger Nachteil: Manche praktische Features wie präzise Verkehrsinformationen in Apple Karten funktionieren dann weniger gut.

Neue Datenschutz-Features in iOS 18

Apple hat den Datenschutz mit iOS 18 nochmals verschärft. Apps müssen jetzt explizit begründen, warum sie Standortzugriff benötigen. Zudem gibt es den neuen Datenschutzbericht unter Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > App-Datenschutzbericht. Hier seht ihr schwarz auf weiß, welche App wann auf eure Standortdaten zugegriffen hat.

Besonders praktisch: Die neue Ungefährer Standort-Funktion. Statt eurer exakten GPS-Koordinaten übermitteln Apps nur eine grobe Umgebung. Das reicht für Wetter-Apps vollkommen aus, verhindert aber präzises Tracking.

Werbung ohne Tracking

Seit iOS 14.5 müssen Apps explizit um Erlaubnis fragen, bevor sie euch über andere Apps und Websites hinweg verfolgen dürfen. Diese App-Tracking-Transparenz findet ihr unter Datenschutz & Sicherheit. Hier könnt ihr das Tracking komplett verbieten oder für einzelne Apps erlauben.

Ergänzend dazu gibt es unter Apple Advertising die Option, personalisierte Werbung zu deaktivieren. Apple zeigt dann weiterhin Anzeigen im App Store, diese basieren aber nicht auf eurem Verhalten.

Find My intelligent konfigurieren

Die „Wo ist?“-App ist praktisch, sendet aber permanent Standortdaten. Unter Wo ist? in den System-Diensten könnt ihr die Funktion auf eure Bedürfnisse anpassen. Wer keine Apple-Geräte suchen muss, kann den Dienst komplett deaktivieren.

Besonders datenschutzrelevant: Das Find My-Netzwerk nutzt euer iPhone als Bluetooth-Beacon für fremde Apple-Geräte. Das lässt sich unter Einstellungen > [Euer Name] > Wo ist? > Find My-Netzwerk abschalten.

Fazit: Kontrolle zurückgewinnen

Standort-Tracking lässt sich nicht komplett vermeiden, aber deutlich reduzieren. Nehmt euch 15 Minuten Zeit, geht die Einstellungen durch und entscheidet bewusst, welche Apps wirklich euren Standort benötigen. Euer zukünftiges Ich wird es euch danken – genau wie euer Akku, der ohne permanent aktives GPS länger durchhält.

Zuletzt aktualisiert am 09.04.2026