iPhone 6, Apple Watch und Apple Pay: Wie ein Event 2014 alles veränderte

von | 09.09.2014 | Tipps

Es ist unglaublich, was sich seit 2014 alles getan hat. Damals war Apples September-Event ein wahres Feuerwerk an Innovationen – iPhone 6, Apple Watch und Apple Pay wurden gleichzeitig vorgestellt. Rückblickend war das der Startschuss für eine völlig neue Ära bei Apple und in der gesamten Tech-Branche. Die Vorhersagen und Gerüchte im Vorfeld haben sich fast alle bestätigt, aber niemand konnte ahnen, welche Auswirkungen diese Produkte haben würden.

Heute, zwölf Jahre später, lohnt sich ein Blick zurück auf dieses wegweisende Event und darauf, wie sich die damals vorgestellten Technologien entwickelt haben. Denn was Apple damals als revolutionär vermarktet hat, ist heute Standard – und hat die gesamte Branche nachhaltig geprägt.

iphone6

Apple hat sich dem Marktgeschmack gebeugt – und gewonnen

Das iPhone 6 war ein Wendepunkt. Apple hatte jahrelang behauptet, größere Displays seien unnötig. Steve Jobs höchstpersönlich hatte noch 2010 gespottet, niemand wolle ein riesiges Telefon kaufen. Doch der Marktdruck durch Android-Phones mit immer größeren Bildschirmen zwang Apple zum Umdenken. Das iPhone 6 kam mit 4,7 Zoll, das iPhone 6 Plus sogar mit 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale.

Rückblickend war das die richtige Entscheidung. Die größeren iPhones wurden zu Bestsellern und legten den Grundstein für das heutige iPhone-Portfolio. Heute sind selbst 6,7-Zoll-Displays beim iPhone 16 Pro Max normal – undenkbar zur Zeit des ursprünglichen iPhones mit seinen 3,5 Zoll.

Auch beim NFC-Chip hat Apple eine komplette Kehrtwende vollzogen. Jahrelang hatte das Unternehmen diese Technologie als überflüssig abgetan. Mit dem iPhone 6 kam NFC dann doch – allerdings zunächst nur für Apple Pay nutzbar. Heute ist NFC aus Smartphones nicht mehr wegzudenken und wird für unzählige Anwendungen genutzt, von kontaktlosem Bezahlen bis hin zu Smart-Home-Steuerung.

Die Kamera-Features des iPhone 6 waren ebenfalls wegweisend. Super-Zeitlupe, automatische Gesichtserkennung beim Auslösen und verbesserte Bildstabilisierung – alles Features, die heute selbstverständlich sind. Das iPhone 16 bietet mittlerweile 4K ProRes-Video, Nachtmodus und KI-gestützte Fotografie, die das iPhone 6 wie ein Spielzeug aussehen lassen.

Apple Pay: Von der Nische zum Standard

Apple Pay war 2014 noch ein gewagtes Experiment. Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone? Das klang für viele nach Science Fiction. Heute ist mobiles Bezahlen Alltag. Apple Pay funktioniert in Deutschland bei praktisch allen Einzelhändlern, die kontaktloses Bezahlen akzeptieren. Die Corona-Pandemie hat dem kontaktlosen Bezahlen zusätzlich Auftrieb gegeben.

Interessant ist auch, wie sich die Konkurrenz entwickelt hat. Google Pay, Samsung Pay und inzwischen auch europäische Lösungen wie die Banking-Apps deutscher Banken bieten ähnliche Funktionen. Was Apple 2014 als Alleinstellungsmerkmal positioniert hat, ist heute Standard.

Apple Watch: Vom Luxus-Gadget zum Gesundheitspartner

Die Apple Watch war 2014 noch ein teures Spielzeug für Tech-Enthusiasten. 349 Dollar für die Basisversion schienen damals viel Geld für eine Smartwatch zu sein. Heute kostet die Apple Watch Series 10 zwar mehr, bietet aber auch deutlich mehr Funktionen.

applewatch

Aus der Pulsmessung von 2014 ist ein komplettes Gesundheitssystem geworden. Die aktuelle Apple Watch kann EKGs erstellen, den Blutsauerstoff messen, Stürze erkennen und sogar vor Herzrhythmusstörungen warnen. Was damals wie kitschige Spielerei aussah – den Herzschlag an den Partner senden – war der Anfang einer Entwicklung, die heute Leben rettet.

Die Health-App, die 2014 belächelt wurde, ist heute eine der wichtigsten iOS-Anwendungen. Sie sammelt Daten von der Apple Watch, verbindet sich mit Fitness-Apps und kann sogar mit Ärzten und Kliniken kommunizieren. Apple hat damit ein Ökosystem geschaffen, das weit über eine simple Fitnessuhr hinausgeht.

Was hat sich bewährt, was nicht?

Nicht alle Ideen von 2014 haben überlebt. Die Digital Crown der Apple Watch ist heute weniger zentral für die Bedienung als ursprünglich geplant. Touch-Gesten und Siri haben an Bedeutung gewonnen. Auch einige iPhone-Features wie 3D Touch (Force Touch) sind wieder verschwunden.

Dafür sind völlig neue Technologien dazugekommen, die 2014 undenkbar waren: Face ID statt Touch ID, drahtloses Laden, 5G-Konnektivität und vor allem die Integration von KI-Features wie der neue Apple Intelligence.

Der langfristige Einfluss

Das September-Event 2014 war mehr als nur eine Produktvorstellung. Es war der Moment, in dem Apple seine Strategie grundlegend geändert hat – von der Verweigerung bestimmter Technologien hin zur Führung in neuen Kategorien. Das Unternehmen hat gezeigt, dass es auch dann erfolgreich sein kann, wenn es nicht der Erste im Markt ist, sondern das beste Produkt liefert.

Diese Strategie prägt Apple bis heute. Auch bei aktuellen Technologien wie Foldable-Phones oder VR-Headsets wartet Apple ab, beobachtet den Markt und bringt dann ein ausgereiftes Produkt – wie das Vision Pro zeigt.

Zwölf Jahre später ist klar: Das September-Event 2014 war ein Meilenstein der Tech-Geschichte. Es hat gezeigt, wie sich ein Unternehmen erfolgreich wandeln kann, ohne seine Kernidentität zu verlieren. Und es hat Standards gesetzt, die bis heute die gesamte Branche prägen.

Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026