Die Zeit von Java-Applets im Browser ist längst vorbei – Chrome, Edge und Co. haben Java bereits vor Jahren ausgemustert. Trotzdem braucht ihr Java möglicherweise noch für ältere Desktop-Anwendungen, Entwicklungstools oder spezielle Enterprise-Software. Windows bringt Java nicht mit, deshalb müsst ihr es selbst installieren.
Java heute: Zwei Welten, zwei Ansätze
Seit Oracle 2019 die Lizenzmodelle verschärft hat, gibt es zwei Hauptwege für Java:
1. Oracle Java (kostenpflichtig für kommerzielle Nutzung)
Für Unternehmen kostenpflichtig, für private Nutzung weiterhin kostenlos. Ihr bekommt es direkt von Oracle mit Support und Updates.
2. OpenJDK (komplett kostenlos)
Die Open-Source-Variante, technisch identisch mit Oracle Java. Distributoren wie Eclipse Adoptium (früher AdoptOpenJDK), Amazon Corretto oder Microsoft bieten fertige Pakete.
Empfehlung: Eclipse Adoptium für die meisten Nutzer
Für Privatanwender und kleinere Unternehmen ist Eclipse Adoptium meist die beste Wahl. Die Installation funktioniert so:
- Geht auf adoptium.net statt auf java.com
- Wählt „Latest LTS“ (Long Term Support) – aktuell Java 21
- Betriebssystem wird automatisch erkannt, klickt auf Download
- Führt die heruntergeladene MSI-Datei als Administrator aus
- Folgt dem Installationsassistenten – meist reichen die Standardeinstellungen
- Wichtig: Lasst „Set JAVA_HOME variable“ aktiviert
Oracle Java: Wenn ihr es braucht
Manchmal verlangt Software explizit Oracle Java. Dann geht so vor:
- Besucht java.com für die Runtime oder oracle.com/java/technologies/downloads für das vollständige JDK
- Akzeptiert die Cookie-Meldung
- Wählt zwischen JRE (nur ausführen) oder JDK (auch entwickeln)
- Ladet die Windows x64-Version herunter
- Startet den Installer als Administrator
- Achtung: Oracle versucht manchmal, zusätzliche Software unterzujubeln – Haken bei unwünschten Add-ons entfernen!
Welche Java-Version braucht ihr?
- Java 8: Noch immer weit verbreitet, aber veraltet
- Java 11: LTS-Version, gute Balance zwischen Kompatibilität und Features
- Java 17: Aktuelle LTS-Version, empfohlen für neue Projekte
- Java 21: Neueste LTS-Version seit September 2023, modernste Features
Für maximale Kompatibilität installiert Java 11 oder 17. Die meisten älteren Programme laufen damit problemlos.
Installation prüfen
Öffnet die Eingabeaufforderung (Windows-Taste + R, „cmd“ eingeben) und tippt:
java -version
Ihr solltet eine Ausgabe wie diese sehen:
openjdk version "21.0.2" 2024-01-16 LTS
Mehrere Java-Versionen parallel
Entwickler brauchen oft mehrere Java-Versionen gleichzeitig. Tools wie jEnv (für Linux/Mac) oder die Windows-Alternative JAVA_HOME Switcher helfen dabei. Alternativ könnt ihr verschiedene Versionen in separate Ordner installieren und die Umgebungsvariablen manuell anpassen.
Browser-Java ist Geschichte
Falls ihr noch Internet Explorer 11 oder ganz alte Firefox-Versionen nutzt: Lasst es. Browser-Java war ein Sicherheitsrisiko und wird nicht mehr unterstützt. Moderne Webanwendungen setzen auf JavaScript, nicht auf Java-Applets.
Automatische Updates konfigurieren
Bei Oracle Java könnt ihr automatische Updates aktivieren – macht das unbedingt wegen Sicherheitslücken. Bei OpenJDK-Distributionen müsst ihr Updates meist manuell einspielen oder Package-Manager wie Chocolatey oder Scoop verwenden.
Performance und Speicher
Moderne Java-Versionen sind deutlich schneller und speicherschonender als alte. Java 17 und 21 bringen massive Verbesserungen bei Garbage Collection und Startup-Zeiten. Falls eure Anwendungen langsam sind, lohnt sich oft ein Java-Update.
Sicherheit nicht vergessen
Java-Anwendungen laufen mit euren Benutzerrechten und können theoretisch alles, was ihr auch könnt. Installiert Java nur aus vertrauenswürdigen Quellen und haltet es aktuell. Bei kritischen Servern solltet ihr Oracle Support oder professionelle OpenJDK-Distributionen mit Long-Term-Support nutzen.
Fazit
Java lebt weiter – nur nicht im Browser. Für Desktop-Anwendungen und Entwicklung ist es nach wie vor relevant. Eclipse Adoptium bietet für die meisten Nutzer den besten Kompromiss aus Aktualität, Sicherheit und Kostenfreiheit. Oracle Java braucht ihr nur, wenn Software es explizit verlangt oder ihr kommerziellen Support benötigt.
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026

