Mehrere Social-Media-Accounts gleichzeitig nutzen

von | 14.12.2017 | Social Networks

Die meisten Social-Media-Apps sind dafür gemacht, dass sie mit nur einem Account genutzt werden. Will man in der Instagram-App einen anderen Account nutzen, muss man sich erst umständlich abmelden und mit dem anderen Account neu anmelden. Dabei gibt es mittlerweile deutlich elegantere Lösungen: Moderne App-Kloning-Tools und native Multi-Account-Features machen das Account-Wechseln zum Kinderspiel.

Die einfachste Methode ist das Klonen von Apps. Moderne Android-Geräte von Samsung, Xiaomi, Huawei und anderen Herstellern haben diese Funktion bereits eingebaut. Bei Samsung heißt sie „Dual Messenger“, bei Xiaomi „Zweit-App“ und bei Huawei „App-Twin“. Diese nativen Lösungen sind stabiler und sicherer als Drittanbieter-Apps.

Bei Samsung findet ihr die Funktion unter Einstellungen > Erweiterte Funktionen > Dual Messenger. Hier könnt ihr beliebte Apps wie WhatsApp, Instagram, Facebook, Twitter/X oder Telegram duplizieren. Die geklonte App erhält ein kleines Symbol und funktioniert völlig unabhängig von der Original-App.

Für Geräte ohne native Kloning-Funktion gibt es spezialisierte Apps. Parallel Space ist nach wie vor eine der besten kostenlosen Optionen im Google Play Store. Die App wurde kontinuierlich weiterentwickelt und unterstützt mittlerweile über 200 verschiedene Apps, darunter alle großen Social-Media-Plattformen.

Nach der Installation von Parallel Space wählt ihr die gewünschten Apps aus der Liste aus. Ein Tipp auf das App-Icon erstellt den Klon. Die geklonte App startet in einer virtuellen Umgebung und ihr könnt euch mit einem anderen Account anmelden. Auf dem Home-Screen erscheinen dann beide Versionen – die Original-App „Instagram“ und die Klon-App „Instagram+“.

Eine Alternative ist Multiple Accounts, das sich auf Stabilität und geringen Ressourcenverbrauch fokussiert. Die App bietet zusätzliche Features wie die Möglichkeit, verschiedene Themes für geklonte Apps zu verwenden, um sie besser zu unterscheiden.

Für iPhone-Nutzer ist die Situation komplizierter, da iOS App-Kloning grundsätzlich nicht erlaubt. Hier müsst ihr auf die nativen Multi-Account-Features der Apps setzen. Instagram, Twitter/X und TikTok unterstützen mittlerweile das Hinzufügen mehrerer Accounts innerhalb einer App. Bei Instagram tippt ihr auf euer Profilbild oben links und dann auf „Account hinzufügen“. Der Wechsel zwischen den Accounts funktioniert dann per Tipp auf das Profilbild.

Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Kloning-Apps von Drittanbietern erstellen eine virtuelle Umgebung, in der eure Login-Daten verarbeitet werden. Verwendet nur vertrauenswürdige Apps aus den offiziellen App-Stores und prüft die Berechtigungen vor der Installation. Besonders bei geschäftlichen Accounts solltet ihr vorsichtig sein.

Für Business-Nutzer gibt es spezialisierte Lösungen wie Hootsuite oder Buffer, die das Management mehrerer Social-Media-Accounts von einer zentralen Oberfläche aus ermöglichen. Diese Tools bieten zusätzliche Features wie Posting-Zeitplanung, Analytics und Team-Kollaboration.

Ein Tipp für Power-User: Nutzt verschiedene Browser für verschiedene Accounts. Chrome, Firefox und Edge unterstützen Profile, mit denen ihr verschiedene Login-Sessions parallel laufen lassen könnt. Besonders praktisch auf Tablets oder bei der Desktop-Nutzung.

Die Zukunft zeigt in Richtung verbesserter nativer Multi-Account-Unterstützung. Viele Apps haben erkannt, dass Nutzer private und berufliche Accounts trennen möchten. LinkedIn bietet bereits Company-Page-Management, Instagram hat Creator- und Business-Tools integriert, und selbst WhatsApp testet Multi-Account-Features.

Beachtet auch die rechtlichen Aspekte: Manche Plattformen verbieten in ihren Nutzungsbedingungen die Verwendung von Kloning-Apps. Instagram und Facebook tolerieren es meist, TikTok ist strenger. Informiert euch vor der Nutzung über die aktuellen Richtlinien.

Für die meisten Nutzer reicht die Kombination aus nativen Multi-Account-Features und gelegentlichem Browser-Wechsel. App-Kloning ist dann sinnvoll, wenn ihr wirklich häufig zwischen verschiedenen Accounts wechselt und die nativen Features zu umständlich sind.

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026