Von Bing zu Google: Suchanfragen in Windows 11 umleiten

von | 06.04.2017 | Windows

Cortana gehört längst der Vergangenheit an – Microsoft hat seinen Sprachassistenten 2023 offiziell eingestellt. Aber das Grundprinzip, Suchanfragen von Microsoft-Diensten auf alternative Suchmaschinen umzuleiten, ist heute relevanter denn je. Windows 11 und die neue Copilot-Integration zwingen euch noch immer zu Bing, auch wenn ihr andere Browser nutzt.

Microsoft hat Cortana durch Copilot ersetzt, der tief in Windows 11 integriert ist. Genau wie früher bei Cortana landen auch Copilot-Suchanfragen standardmäßig bei Bing – selbst wenn ihr Chrome oder Firefox als Standardbrowser eingestellt habt. Das nervt, besonders wenn Google eure bevorzugte Suchmaschine ist.

Browser-Erweiterungen als Lösung

Das Umleiten funktioniert heute genauso wie früher: Browser-Extensions fangen Bing-Anfragen ab und leiten sie an Google oder andere Suchmaschinen weiter. Die verfügbaren Tools haben sich aber weiterentwickelt:

Für Chrome gibt es mehrere aktuelle Optionen:
– „Bing to Google“ redirect – eine der zuverlässigsten Extensions, die alle Bing-Suchanfragen automatisch zu Google umleitet
– „SearchJumper“ – flexibler, unterstützt neben Google auch DuckDuckGo, Startpage und andere Suchmaschinen
– „Redirect Bing Search“ – speziell für Windows-Integrationen optimiert

Firefox-Nutzer haben ähnliche Möglichkeiten:
– „Bing to Google Redirect“ – direkter Nachfolger der alten Bing-Google-Extension
– „Search Redirector“ – ermöglicht individuelle Konfiguration verschiedener Suchmaschinen
– „Privacy Redirect“ – leitet nicht nur Bing, sondern auch andere Microsoft-Services zu datenschutzfreundlicheren Alternativen um

Edge-Browser tricks

Interessant wird es bei Microsofts eigenem Edge-Browser. Hier könnt ihr die Standardsuchmaschine direkt in den Einstellungen ändern:
1. Edge öffnen und zu Einstellungen > Datenschutz, Suche und Dienste navigieren
2. Unter „Dienste“ die Option „Adressleiste und Suche“ wählen
3. Bei „In der Adressleiste verwendete Suchmaschine“ Google auswählen

Das funktioniert aber nur für normale Suchanfragen, nicht für System-integrierte Anfragen von Copilot oder der Windows-Suchfunktion.

Windows 11 und Copilot umgehen

Die neue Copilot-Integration in Windows 11 ist hartnäckiger als die alte Cortana. Microsoft hat bewusst mehr Barrieren eingebaut, um Nutzer bei Bing zu halten. Trotzdem gibt es Wege:

Registry-Anpassungen (für Fortgeschrittene):
Über die Windows-Registry lassen sich manche Bing-Weiterleitungen deaktivieren. Das ist aber riskant und wird bei Windows-Updates oft rückgängig gemacht.

Alternative Startmenü-Tools:
Programme wie „PowerToys“ oder „Start11“ ersetzen die Windows-Suchfunktion komplett und ermöglichen die freie Wahl der Suchmaschine.

Warum der Aufwand lohnt

Google liefert oft relevantere Suchergebnisse als Bing, besonders bei spezifischen technischen Fragen oder lokalen Suchanfragen. Außerdem integriert Google nahtlos mit anderen Google-Diensten, die viele täglich nutzen.

Datenschutz-bewusste Nutzer greifen zu DuckDuckGo oder Startpage – beide verfolgen keine Nutzer und speichern keine Suchanfragen. Die Browser-Extensions funktionieren genauso gut mit diesen Alternativen.

Aktuelle Entwicklungen

Microsoft arbeitet kontinuierlich daran, solche Umleitungen zu erschweren. Mit jeder Windows-Version werden die Integrationen enger. Gleichzeitig entwickeln sich die Browser-Extensions weiter und finden neue Wege.

Ein interessanter Trend: Viele Extension-Entwickler bauen zusätzliche Features ein, etwa das Blockieren von Microsoft-Tracking oder die automatische Umleitung zu datenschutzfreundlichen Alternativen.

Fazit

Obwohl Cortana Geschichte ist, bleibt das Problem bestehen: Microsoft will euch bei Bing halten, ihr bevorzugt aber andere Suchmaschinen. Browser-Extensions sind nach wie vor der einfachste Weg, diese Beschränkung zu umgehen. Die Tools sind ausgereifter geworden und bieten mehr Optionen als früher.

Probiert verschiedene Extensions aus und findet die, die am besten zu eurem Workflow passt. Wichtig ist nur: Stellt sicher, dass euer gewünschter Browser als Standardbrowser konfiguriert ist, sonst funktioniert die Umleitung nicht.

Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026