Night Shift: Die schädliche Wirkung von Displays reduzieren

von | 12.09.2018 | Hardware

Überall Displays: auf dem Schreibtisch, im Notebook, im Tablet und natürlich im Smartphone. Leider haben Displays eine schädliche Wirkung. Sie können unser Auge schädigen – und zu Einschlafstörungen führen, wenn wir noch abends oder nachts auf die Displays schauen. Deshalb lohnt es sich, mal die Night-Shift-Funktion auszuprobieren. Die reduziert das Problem erheblich.

Viele machen den Fehler. Sie checken nachts noch mal eben E-Mails und Nachrichten auf dem Smartphone. Oder arbeiten auch noch etwas am Notebook. Oder schauen sich ein Video auf dem Tablet an. Warum auch nicht, denken die meisten. Sind die mobilen Geräte dazu nicht da? Doch, sind sie – aber das ist gleich doppelt schädlich.

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Weniger Melatonin durch zu viel Blau

Displays von Notebooks, Tablets und Smartphones schaden dem Schlaf. Das ist durchaus schon länger bekannt, wird aber heute intensiver diskutiert denn je. Die Frage ist natürlich: Warum sind Computerdisplays schädlich für uns? Weil sie verhältnismäßig viel blaues Licht emittieren. Und dieses blaue Licht (das unser Gehirn an einen beginnenden Tag erinnert) hemmt die Entstehung von Melatonin im Körper. Man könnte sagen: Der Körper glaubt, die Sonne geht auf (blaues Licht). Darum weniger Melatonin.

Aber wir brauchen Melatonin. Zum Einschlafen. Weniger Melatonin kann daher Einschlafstörungen und auch Schlafstörungen zur Folge haben. Aktuelle Studien zeigen: Rund 34 Prozent aller Deutschen haben mittlerweile Schlafstörungen. Aber Menschen, die nachts noch Computer oder Mobilgeräte verwenden, haben zu 68 Prozent Schlafprobleme. Also ein erheblicher Unterschied. Wird die Night-Shift-Funktion genutzt, reduziert sich die Rate der Schlafstörungen auf nahezu „normales“ Niveau – wie bei Menschen, die gar keine Geräte nachts nutzen.

Was bringt die Night-Shift-Funktion konkret?

Night Shift ist heute Standard – aber nicht immer aktiviert

Night Shift? Eine Funktion, die heute in praktisch allen modernen Geräten verfügbar ist. Apple bietet sie in iOS, iPadOS und macOS an, Microsoft in Windows 11, Google in Android und Chrome OS. Auch viele Smart-TVs haben entsprechende Modi. Wer Night-Shift aktiviert, reduziert den Blauanteil im Display enorm. Es werden mehr Orange- und Gelbtöne genutzt. Das sieht anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aus, führt aber dazu, dass im normalen Umfang Melatonin hergestellt wird.

Doch Displays haben noch eine andere schädliche Wirkung: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Blauanteil im Displaylicht dauerhaft die Augen schädigen kann. Besonders die Netzhaut leidet unter der ständigen Belastung durch hochenergetisches blaues Licht. Makuladegeneration und andere Augenkrankheiten können die Folge sein.

So aktiviert ihr Night Shift richtig

Bei iPhones und iPads findet ihr die Funktion unter Einstellungen → Anzeige & Helligkeit → Night Shift. Dort könnt ihr sowohl eine automatische Aktivierung bei Sonnenuntergang einstellen als auch die Intensität regeln. Bei Android-Geräten heißt die Funktion meist „Nachtmodus“ oder „Blaulichtfilter“ und versteckt sich in den Display-Einstellungen.

Windows 11 bietet den „Nachtmodus“ ebenfalls an. Ihr findet ihn unter Einstellungen → System → Anzeige. Hier könnt ihr sogar individuelle Zeiten festlegen und die Farbtemperatur präzise justieren. macOS-Nutzer finden „Night Shift“ in den Systemeinstellungen unter Monitore.

Moderne Alternativen und Apps

Wer noch mehr Kontrolle möchte, kann zu Drittanbieter-Apps greifen. f.lux ist ein Klassiker für Windows, Mac und Linux, der bereits seit über einem Jahrzehnt verfügbar ist und sehr feingliedrige Einstellungen ermöglicht. Die App passt die Farbtemperatur automatisch an euren Standort und die Tageszeit an.

Für Android gibt es Apps wie Twilight oder CF.lumen (für gerootete Geräte), die noch mehr Optionen bieten als die Standard-Implementierungen. Diese können beispielsweise auch die Helligkeit dynamisch anpassen oder verschiedene Profile für unterschiedliche Tageszeiten verwenden.

Hardware-Lösungen auf dem Vormarsch

Viele moderne Monitore haben mittlerweile eingebaute Blaulichtfilter. Diese Hardware-Lösungen sind oft effektiver als Software-Filter, da sie das blaue Licht bereits an der Quelle reduzieren. Hersteller wie BenQ, ASUS oder Dell bieten spezielle „Eye Care“-Modi in ihren Monitoren an.

Auch Brillenhersteller haben reagiert: Spezielle Computerbrillen mit Blaulichtfilter sind heute weit verbreitet. Diese können sinnvoll sein, wenn ihr viel am Computer arbeitet – auch tagsüber, denn sie reduzieren die Belastung der Augen generell.

Mein Fazit: Night Shift gehört zur digitalen Hygiene

Night Shift und ähnliche Funktionen sollten zur digitalen Grundausstattung gehören – genau wie ein Virenschutz oder regelmäßige Updates. Die wissenschaftliche Evidenz für die schädlichen Auswirkungen von blauem Licht ist erdrückend. Wer abends oder nachts noch Geräte nutzt, sollte diese Funktion unbedingt aktivieren.

Dabei geht es nicht nur um besseren Schlaf, sondern auch um langfristige Augengesundheit. Die gute Nachricht: Die Technik hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Moderne Implementierungen sind kaum noch störend und passen sich intelligent an die Umgebung an. Also: Einmal einstellen und profitieren – euren Augen und eurem Schlaf zuliebe.

Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026