Nicht jedem ist wohl bei dem Gedanken, dass Windows 11 (und auch Windows 10) die eigenen, privaten Daten standardmäßig in der Microsoft-Cloud speichern möchte. OneDrive ist tief ins System integriert und drängt sich regelrecht auf. Wer lieber ganz auf OneDrive verzichten will, kann die Funktion auch gänzlich abschalten – oder sogar komplett deinstallieren.
OneDrive deaktivieren: Der sanfte Weg
Zunächst unten rechts in der Systemleiste auf den Pfeil nach oben klicken, sodass alle Programm-Icons angezeigt werden. Nun mit der rechten Maustaste auf das Wolken-Symbol klicken und dann auf Einstellungen. Auf dem Tab Einstellungen alle Haken entfernen, dann zum Tab Automatisch speichern wechseln und hier Dokumente und Bilder auf Nur dieser PC ändern. Auch die Screenshot-Funktion unten abschalten. Jetzt zum Tab Konto wechseln und dort auf Verknüpfung aufheben klicken.
Im Anschluss den Explorer öffnen und links auf den Eintrag OneDrive mit der rechten Maustaste klicken. Dann die Eigenschaften aufrufen. Hier die Option Versteckt aktivieren und mit OK bestätigen. Jetzt unten rechts nochmals mit der rechten Maustaste auf das Wolken-Symbol klicken und OneDrive beenden wählen.
OneDrive komplett deinstallieren
Wer OneDrive radikal loswerden will, kann das Tool auch komplett deinstallieren. In Windows 11 geht das über Einstellungen > Apps > Installierte Apps. Dort nach „Microsoft OneDrive“ suchen, die drei Punkte anklicken und Deinstallieren wählen. Bei Windows 10 funktioniert es über die klassische Systemsteuerung > Programme und Features.
Alternativ könnt ihr OneDrive auch über die Kommandozeile entfernen. Dazu die Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und folgenden Befehl eingeben:
winget uninstall Microsoft.OneDrive
Oder bei älteren Systemen:
%SystemRoot%SysWOW64OneDriveSetup.exe /uninstall
Registry-Tweaks für Profis
Für eine noch gründlichere Entfernung könnt ihr zusätzlich die Registry bearbeiten. Öffnet den Registry-Editor (regedit) und navigiert zu:
HKEY_LOCAL_MACHINESOFTWAREPoliciesMicrosoftWindowsOneDrive
Falls der Schlüssel nicht existiert, legt ihn an. Erstellt hier einen neuen DWORD-Wert namens DisableFileSyncNGSC und setzt den Wert auf 1. Das verhindert, dass OneDrive automatisch wieder aktiviert wird.
Was passiert mit euren Daten?
Wichtig: Eure bereits synchronisierten Daten bleiben in der Cloud erhalten und können weiterhin über den Browser unter onedrive.com abgerufen werden. Lokale Dateien im OneDrive-Ordner werden nicht gelöscht, sind aber nach der Deaktivierung nicht mehr synchronisiert.
Alternativen zu OneDrive
Wer auf Cloud-Speicher nicht verzichten, aber Microsoft meiden möchte, hat viele Alternativen: Nextcloud als selbst gehostete Lösung, pCloud oder MEGA für mehr Privatsphäre, oder klassische Anbieter wie Dropbox und Google Drive. Auch deutsche Anbieter wie HiDrive von Strato oder MagentaCLOUD der Telekom sind eine Überlegung wert.
OneDrive kehrt hartnäckig zurück
Microsoft macht es Nutzern nicht leicht: OneDrive kann bei größeren Windows-Updates wieder aktiviert werden. Prüft daher nach Updates, ob die Einstellungen noch stimmen. Auch neue Benutzerkonten aktivieren OneDrive oft automatisch wieder.
Besonders hartnäckig ist OneDrive bei Windows 11, wo Microsoft die Cloud-Integration noch stärker forciert. Hier hilft oft nur die komplette Deinstallation gepaart mit Registry-Änderungen, um dauerhaft Ruhe zu haben.
Fazit: Eure Daten, eure Entscheidung
OneDrive ist zweifellos praktisch und für viele Nutzer sinnvoll. Wer aber seine Daten lieber lokal oder bei anderen Anbietern speichern möchte, sollte diese Wahl haben. Microsoft macht es einem nicht leicht, aber mit den richtigen Handgriffen lässt sich OneDrive zuverlässig entfernen oder deaktivieren. Denkt nur daran, vorher wichtige Daten zu sichern – sicher ist sicher.
Zuletzt aktualisiert am 07.04.2026

