Endlich ist das lang ersehnte Update da! Windows 10 oder Windows 11 bekommt neue Funktionen und hat weniger Fehler. Das zumindest ist die Erwartungshaltung. Und dann stellt ihr fest, dass euer PC nicht wirklich mitspielt. Der spezielle Treiber für eine Hardware streikt, die Grafikkarte spinnt, bestimmte Programme laufen nicht mehr rund, oder die Performance ist schlechter geworden. Kurz: Ihr wollt so schnell wie möglich zurück zur vorherigen Version. Kein Grund, gleich den PC komplett zurückzusetzen!
Das 10-Tage-Fenster nutzen
Wichtig ist, dass ihr innerhalb der ersten 10 Tage nach dem Update intensiv testet. Solange nämlich bieten Windows 10 und Windows 11 den verlustfreien Weg zurück auf die alte Version an. Diese Zeitspanne hat Microsoft bewusst gewählt – sie reicht aus, um die wichtigsten Funktionen zu testen, aber verhindert gleichzeitig, dass veraltete Systemdateien unnötig Speicherplatz blockieren.
Ihr dürft zusätzlich auch keine Datenträgerbereinigung durchgeführt haben, die die Windows Update-Daten gelöscht hat. Das passiert übrigens auch automatisch, wenn Windows feststellt, dass der Speicherplatz knapp wird. Danach bleibt euch nur der manuelle Weg über eine Neuinstallation oder das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen.
Sicherheit geht vor
Auch wenn die Rückkehr normalerweise keinerlei Datenveränderungen mit sich bringt, solltet ihr doch eure wichtigsten Dateien vorher auf einen USB-Stick, eine externe Festplatte oder in die Cloud sichern. Besonders wichtig sind:
- Dokumente und Arbeitsunterlagen
- Fotos und Videos
- Browser-Lesezeichen und gespeicherte Passwörter
- Programmeinstellungen, die ihr mühsam konfiguriert habt
Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme: Notiert euch vorher alle wichtigen Einstellungen, die ihr nach einem Update verändert habt. Falls doch etwas schiefgeht, spart das später Zeit.
So funktioniert die Rückkehr
Klickt dann in den Einstellungen auf Update und Sicherheit > Wiederherstellung. Unter Zur vorherigen Version von Windows 10 zurückkehren könnt ihr den Prozess starten. Bei Windows 11 findet ihr die Option unter System > Wiederherstellung > Vorherige Version von Windows.
Microsofts Feedback-System
Microsoft ist durchaus klar, dass ihr diesen Prozess nicht aus reinem Spaß startet. Darum werdet ihr vor dem eigentlichen Zurücksetzen gefragt, warum ihr auf die alte Version zurück wechseln wollt. Nutzt dabei ruhig das Freitext-Feld unten! Microsoft wertet die Rückmeldungen tatsächlich akribisch aus, um Fehler im Update zu erkennen und zu beseitigen.
Typische Probleme, die ihr melden solltet:
– Kompatibilitätsprobleme mit bestimmter Hardware
– Softwareabstürze oder Inkompatibilitäten
– Performance-Verschlechterungen
– Probleme mit der Benutzerfreundlichkeit
– Bluetooth-, WLAN- oder andere Verbindungsprobleme
Der Rücksetzungsprozess
Nach einem Klick auf Weiter startet Windows die Rücksetzung auf die alte Version. Diese kann je nach System zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden dauern – plant also entsprechend Zeit ein. Der Prozess läuft größtenteils automatisch ab, aber euer PC wird mehrmals neustarten.
Während des Vorgangs solltet ihr:
– Den PC am Strom lassen (bei Laptops)
– Keine anderen Programme starten
– Geduldig warten und den Prozess nicht unterbrechen
Nach der Rückkehr
Nach dem finalen Neustart sollte dann wieder alles beim Alten sein. Dennoch lohnt sich eine kurze Überprüfung:
- Sind alle wichtigen Programme noch installiert und funktionsfähig?
- Funktionieren Hardware-Komponenten wie Drucker, Scanner oder externe Geräte?
- Sind eure personalisierten Einstellungen noch vorhanden?
- Laufen alle Dienste und Hintergrundprogramme ordnungsgemäß?
Alternative: Systemwiederherstellung
Falls die 10-Tage-Frist bereits abgelaufen ist, gibt es noch eine weitere Option: die Systemwiederherstellung. Diese funktioniert allerdings nur, wenn vorher entsprechende Wiederherstellungspunkte erstellt wurden. Windows macht das normalerweise automatisch vor größeren Updates.
Geht dazu in die Systemsteuerung > System und Sicherheit > System > Computerschutz > Systemwiederherstellung.
Fazit: Lieber vorsichtig updaten
Die Rückgängigmachen-Funktion ist ein Segen für alle, die gerne die neuesten Features ausprobieren, aber nicht auf ein stabiles System verzichten wollen. Trotzdem ist es klüger, mit wichtigen Updates ein paar Wochen zu warten, bis die ersten Kinderkrankheiten ausgemerzt sind. Nutzt die Windows Update-Einstellungen, um Updates zu pausieren oder plant sie bewusst für Zeiten ein, in denen ihr den PC nicht dringend braucht.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026

