10 Jahre Galaxy S3: Wie Samsung die Smartphone-Welt veränderte

von | 31.05.2012 | iOS

Zehn Jahre nach dem Samsung Galaxy S3 hat sich die Smartphone-Landschaft komplett gewandelt. Was damals als revolutionär galt – ein 4,8-Zoll-Display und Spracherkennung – wirkt heute niedlich. Aber die Geschichte des Galaxy S3 zeigt perfekt, wie schnell sich die Technikwelt dreht und welche Features wirklich Bestand haben.

Als das Galaxy S3 2012 auf den Markt kam, sollte es Apples iPhone 4S Paroli bieten. Das 4,8-Zoll-Super-AMOLED-Display galt damals als riesig – heute sind 6,7 Zoll Standard. Samsung setzte auf den Exynos 4 Quad-Prozessor mit vier Kernen, während Apple noch auf Dual-Core setzte. Das war ein echter Vorsprung, der sich in Benchmarks bemerkbar machte.

Das Design des Galaxy S3 war eine klare Abkehr von den kantigen Smartphones jener Zeit. Die abgerundeten Ecken und die geschwungene Rückseite sollten natürlich wirken – „inspired by nature“ war Samsungs Motto. Was damals gewagt war, ist heute Standard: Kaum ein Smartphone kommt noch mit scharfen Kanten daher.

Besonders interessant war die Einführung von S-Voice, Samsungs Antwort auf Apples Siri. Die Spracherkennung funktionierte auf Englisch ganz ordentlich, hatte aber mit deutschen Dialekten ihre liebe Not. Heute, über ein Jahrzehnt später, ist Bixby Samsungs dritter Anlauf für einen digitalen Assistenten – und kämpft immer noch um Relevanz gegen Google Assistant und Alexa.

Der Speicher war 2012 ein echtes Thema. 16 GB klingen heute lächerlich, waren aber Standard. Das iPhone bot zwar bis zu 64 GB, kostete dann aber auch deutlich mehr. Samsung punktete mit dem microSD-Slot – ein Feature, das Apple bis heute verweigert und das Samsung zeitweise selbst abgeschafft, dann aber wieder eingeführt hat.

Was beim Galaxy S3 wirklich revolutionär war: die Smart Stay-Funktion. Das Handy erkannte über die Frontkamera, ob ihr aufs Display schaut und hielt es entsprechend wach. Eine simple Idee, die heute in praktisch jedem Smartphone steckt. Auch Direct Call war clever: Handy ans Ohr halten und es wählt automatisch den Kontakt, den ihr gerade anschaut.

Die Kamera war mit 8 Megapixeln solide, aber nicht spektakulär. Burst Shot und Best Photo sorgten dafür, dass auch bewegte Motive scharf wurden. HDR war noch ein Fremdwort, Nachtmodi gab es nicht. Heute haben selbst Mittelklasse-Handys 50-Megapixel-Kameras mit KI-gestützter Bildverbesserung.

Beeindruckend war die Akkulaufzeit. Der 2.100 mAh-Akku hielt locker einen Tag durch – bei dem damals noch stromsparenden Display und dem effizienten Prozessor kein Wunder. Wireless Charging gab es noch nicht, USB-C war ferne Zukunft. Micro-USB und die Notwendigkeit, das Handy jeden Abend an die Strippe zu hängen.

Das Galaxy S3 verkaufte sich über 70 Millionen Mal und machte Samsung zum iPhone-Jäger Nummer eins. Der Grundstein für Samsungs heutige Marktführerschaft war gelegt. Features wie der S Pen, der damals noch dem Galaxy Note vorbehalten war, wanderten später in die S-Klasse. Faltbare Displays, 200-Megapixel-Kameras und 120-Hz-Bildschirme lagen noch in weiter Ferne.

Interessant ist auch der Blick auf die damalige Konkurrenz: HTC kämpfte noch um Relevanz, LG war ein ernsthafter Player, Sony versuchte es mit der Xperia-Serie. Huawei war noch kein Faktor, OnePlus gab es nicht, Xiaomi war ein Startup. Die Smartphone-Welt war deutlich vielfältiger.

Heute, zehn Jahre später, dominieren Samsung und Apple den Premiummarkt. Das aktuelle Galaxy S24 Ultra kostet das Dreifache des damaligen S3, bietet aber auch Features, die 2012 wie Science-Fiction gewirkt hätten: KI-gestützte Fotobearbeitung, 8K-Videoaufnahme, 5G-Konnektivität und Displays, die heller als Sonnenlicht leuchten.

Die Lehre aus der Galaxy S3-Ära: Wirklich durchgesetzt haben sich die praktischen Features, nicht die Marketing-Gimmicks. Smart Stay gibt es noch heute, S-Voice ist Geschichte. Große Displays sind Standard geworden, aber die optimale Größe haben wir immer noch nicht gefunden – faltbare Phones sollen das Problem lösen.

Das Galaxy S3 war kein iPhone-Killer, aber es hat Samsung als ernsthaften Konkurrenten etabliert. Ohne dieses Handy würden wir heute vielleicht alle iPhones nutzen. Competition is good for business – und noch besser für uns als Nutzer.

Zuletzt aktualisiert am 25.04.2026