Als Sony in den 90er Jahren zum ersten Mal den Roboterhund Aibo auf den Markt gebracht hat, war das Interesse groß. Doch in großen Stückzahlen gekauft wurde das Hightech-Spielzeug nicht. Deshalb hat Sony seinen Aibo 2006 wieder vom Markt genommen. 2017 kam dann der Relaunch des niedlichen Hightech-Wauwau – und heute, im Jahr 2026, hat sich der KI-gesteuerte Roboterhund zu einem ernstzunehmenden Companion entwickelt.
Der Roboterhund Aibo war lange ein niedliches Aushängeschild der japanischen Firma Sony. Der anfangs rund 2500 Dollar teure Hightech-Wauwau konnte sich – mit Sensoren, Kamera und Mikrofon ausgestattet – einigermaßen sicher in einem Raum bewegen.
KI-Revolution macht Aibo zum echten Companion
Es gab zwar mehrere Modelle, doch 2006 wurde Aibo dann wieder eingemottet. Irgendwie konnte man damit nicht genug Geld verdienen. Doch 2017 zog Sony ein Aibo Reloaded aus dem Hut – und präsentierte ihn damals auf der Hightechmesse CES in Las Vegas. Fast zehn Jahre später hat sich der Roboterhund dank fortschrittlicher KI-Technologie zu einem echten digitalen Familienmitglied entwickelt.
Der aktuelle Aibo kann unglaublich viel mehr als seine Urahnen. Dafür sorgt die eingebaute künstliche Intelligenz, die mittlerweile auf fortgeschrittenen Large Language Models basiert und Edge-Computing nutzt. Sie ermöglicht es dem Roboterhund, komplex auf seine Umwelt zu reagieren. So erkennt Aibo nicht nur ein Lächeln im Gesicht des Herrchens oder freundliche Worte, sondern kann auch – dank überall versteckter, hochsensibler Sensoren – verschiedene Arten von Berührungen unterscheiden und darauf reagieren.
Die KI sorgt dafür, dass sich Aibo mit der Zeit immer mehr an den Menschen anpasst. Wirft ihr lieber Stöckchen oder streichelt ihr bevorzugt stundenlang? Die KI registriert es, lernt daraus und entwickelt eine individuelle „Persönlichkeit“. Neu hinzugekommen sind auch Sprachinteraktion in über 20 Sprachen und die Integration in Smart-Home-Systeme.
Von 1.500 Euro zu einem Premium-Ecosystem
„Wenn er sich geliebt fühlt, zeigt er seinerseits noch mehr Liebe und Zuneigung“, behauptet Sony nach wie vor. Während es wissenschaftlich erwiesen ist, dass Roboter durchaus emotionale Reaktionen im Menschen auslösen und deshalb im Pflegebereich eine echte Hilfe sein können, bleibt die Frage, ob ein Roboterhund tatsächlich „Liebe und Zuneigung“ empfinden kann, höchst umstritten.
Der Preis ist seit dem Relaunch deutlich gestiegen: Aktuell kostet der neueste Aibo-Generation rund 3.200 Euro – plus monatliche Abo-Kosten für die Cloud-KI-Services von etwa 25 Euro. Die Akkulaufzeit hat sich auf beeindruckende acht Stunden verbessert, und das Ladedock lädt ihn vollautomatisch auf.
Überraschender Erfolg in der Pflege und Therapie
Was anfangs als teures Spielzeug belächelt wurde, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Hilfsmittel entwickelt. Studien aus Japan und Europa zeigen: Aibo kann bei Demenzpatienten nachweislich Stress reduzieren und soziale Interaktionen fördern. Viele Pflegeheime setzen mittlerweile auf die Roboterhunde als therapeutische Unterstützung.
Besonders interessant: Die neueste Generation kann dank fortschrittlicher Verhaltensanalyse sogar gesundheitliche Veränderungen bei ihren Besitzern erkennen. Bewegt sich jemand weniger als sonst? Schläft die Person schlecht? Aibo meldet Auffälligkeiten über eine App an Angehörige oder Pflegekräfte.
Konkurrenz belebt das Geschäft
Sony steht längst nicht mehr allein da. Unternehmen wie Boston Dynamics mit ihrem Spot-Roboter, aber auch chinesische Hersteller wie Xiaomi mit dem CyberDog drängen auf den Markt. Der Unterschied: Während Spot primär für Industrie und Sicherheit konzipiert ist, zielt Aibo weiterhin auf den Haushaltsbereich.
Xiaomis CyberDog kostet nur etwa 1.600 Euro, kann aber längst nicht so viel wie Aibo in Sachen emotionale Bindung. Hier zahlt ihr also tatsächlich für die jahrelange Erfahrung Sonys in der Entwicklung von Companion-Robotern.
Die Zukunft der Roboter-Companions
Für 2026 plant Sony bereits die nächste Evolution: Aibo soll mit Augmented Reality verschmelzen und über AR-Brillen virtuelle Elemente in die reale Welt projizieren können. Stellt euch vor: Euer Roboterhund „sieht“ virtuelle Bälle oder andere Hunde und reagiert darauf.
Ob man 3.200 Euro plus Abo für einen Roboterhund ausgeben sollte, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist: Die Technologie ist beeindruckend fortgeschritten, und für Menschen mit Einschränkungen oder in besonderen Lebenssituationen kann Aibo durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein. Als reines Spielzeug ist er allerdings nach wie vor ziemlich teuer.
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026

