Wer sein Mail-Programm auf mehreren PCs nutzen will, findet in der portablen Version von Mozilla Thunderbird eine perfekte Lösung. Einfach auf USB-Stick, externe SSD oder in der Cloud speichern – schon habt ihr eure komplette E-Mail-Umgebung überall dabei. Doch es gibt einen Haken: Anders als bei der normalen Installation zeigt Thunderbird Portable bei jedem Start einen Splash-Bildschirm mit Werbung für andere PortableApps. Das nervt auf Dauer gewaltig.
Die gute Nachricht: Dieser Werbe-Screen lässt sich mit wenigen Handgriffen dauerhaft abschalten. Hier zeige ich euch, wie’s funktioniert.
Warum zeigt Thunderbird Portable überhaupt Werbung?
Thunderbird Portable wird von PortableApps.com entwickelt und kostenlos angeboten. Die Organisation finanziert sich unter anderem durch diese Splash-Screens, die für andere portable Apps werben. Verständlich aus Business-Sicht, aber für den täglichen Gebrauch einfach störend.
Die portable Version basiert auf dem gleichen Mozilla-Code wie die normale Installation, ist aber speziell angepasst, um ohne Registry-Einträge und lokale Konfigurationsdateien zu funktionieren. Dadurch könnt ihr sie problemlos zwischen verschiedenen Rechnern hin- und herkopieren.
So schaltet ihr den Splash-Screen ab
Um den lästigen Startbildschirm zu deaktivieren, müsst ihr in die Konfigurationsdateien von Thunderbird Portable eingreifen. Das klingt komplizierter als es ist:
Schritt 1: Konfigurationsdatei finden
Öffnet den Ordner, in dem eure portable Thunderbird-Installation liegt. Das ist meist auf einem USB-Stick oder in einem PortableApps-Verzeichnis. Dort findet ihr den Ordner „ThunderbirdPortable“ – öffnet ihn per Doppelklick.
Schritt 2: Template-Datei kopieren
Navigiert in den Unterordner „Other“ und dann „Source“. Hier liegt die Datei „ThunderbirdPortable.ini“ – das ist sozusagen die Vorlage für die Konfiguration. Kopiert diese Datei (Strg+C oder Rechtsklick → Kopieren).
Schritt 3: Konfiguration aktivieren
Geht zwei Ordner-Ebenen zurück zum Hauptverzeichnis von ThunderbirdPortable. Hier seht ihr die ausführbare Datei „ThunderbirdPortable.exe“. Fügt die kopierte ini-Datei hier ein (Strg+V oder Rechtsklick → Einfügen).
Schritt 4: Splash-Screen deaktivieren
Öffnet die eingefügte „ThunderbirdPortable.ini“ per Doppelklick. Sie öffnet sich automatisch im Windows-Editor. Sucht nach der Zeile „DisableSplashScreen=false“ und ändert den Wert auf „true“. Die Zeile sollte dann so aussehen: „DisableSplashScreen=true“.
Schritt 5: Speichern und fertig
Speichert die Datei (Strg+S) und schließt den Editor. Ab dem nächsten Start von Thunderbird Portable ist der Werbe-Bildschirm Geschichte.
Alternative: Moderne E-Mail-Clients für unterwegs
Wenn ihr sowieso über einen Wechsel nachdenkt: 2026 gibt es durchaus interessante Alternativen zu Thunderbird Portable. Viele Cloud-basierte E-Mail-Lösungen bieten inzwischen Desktop-Apps, die eure Konfiguration automatisch synchronisieren.
Web-basierte Clients wie Gmail, Outlook.com oder ProtonMail funktionieren in jedem Browser identisch – ohne Installation und Konfiguration. Der Nachteil: Ihr braucht immer eine Internetverbindung.
Progressive Web Apps (PWAs) von E-Mail-Anbietern verhalten sich wie Desktop-Programme, laufen aber technisch im Browser. Sie speichern Daten lokal und funktionieren teilweise auch offline.
Sync-fähige Desktop-Clients wie der neue Outlook oder Spark synchronisieren Einstellungen über die Cloud. Einmal konfiguriert, habt ihr auf jedem Gerät die gleiche Umgebung.
Warum Thunderbird Portable trotzdem noch Sinn macht
Trotz moderner Alternativen hat Thunderbird Portable 2026 noch seine Berechtigung:
- Datenschutz: Alle E-Mails bleiben lokal, nichts wird in fremde Clouds hochgeladen
- Offline-Fähigkeit: Funktioniert komplett ohne Internetverbindung (nach dem ersten Abruf)
- Flexibilität: Läuft auf jedem Windows-PC, ohne Admin-Rechte zu benötigen
- Kostenfrei: Keine Abo-Gebühren oder versteckte Kosten
- Add-ons: Riesige Auswahl an Erweiterungen für spezielle Anforderungen
Besonders in Firmenumgebungen oder für sicherheitsbewusste Nutzer ist die portable Version nach wie vor eine gute Wahl.
Zusätzliche Tipps für Thunderbird Portable
Um das Beste aus eurer portablen Installation herauszuholen:
Regelmäßige Updates: Portable Apps updateten sich nicht automatisch. Checkt regelmäßig auf PortableApps.com nach neuen Versionen.
Backup der Profile: Sichert regelmäßig den kompletten ThunderbirdPortable-Ordner. So könnt ihr bei Problemen oder Hardware-Defekten schnell wiederherstellen.
Speicherort wählen: USB-Sticks sind praktisch, aber langsam. Auf einer externen SSD läuft Thunderbird deutlich flotter.
Mit diesen Anpassungen wird Thunderbird Portable zu einem richtig brauchbaren mobilen E-Mail-Client – ganz ohne nervige Werbung beim Start.
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

