Staats-Trojaner vielfach im Einsatz

Alle reden vom Bundestrojaner, dabei haben die Experten vom Chaos Computer Club die von ihnen analysierte Software aus gutem Grund von Anfang an als Staatstrojaner bezeichnet. Sie sollten Recht behalten: Die untersuchte Schnüffel-Software kam nicht vom Bund, sondern aus einem Bundesland. Doch an der Sache ändert sich dadurch rein gar nichts: Es sind Staatstrojaner im Einsatz, und zwar im großen Stil.

Nahezu alle Bundesländer und verschiedene Behörden, ob Polizei, Zoll, Staatsschutz haben den Einsatz von Trojanern mittlerweile zugegeben. Die große Zahl, die Häufigkeit, mit der solche Trojaner offensichtlich eingesetzt werden, die hat dann doch viele überrascht. Mich auch. Und die Sorglosigkeit, mit der diese Trojaner programmiert werden, die überrascht nicht, die schockiert.

Alle, die schon vor Jahren davor gewarnt haben, Staatstrojaner ließen sich nicht wirklich steuern und kontrollieren, sollten Recht behalten – leider. Nun wird einem normal lebenden Bürger wohl nie gezielt oder versehentlich ein Staatstrojaner untergejubelt. Trotzdem ist die Verunsicherung gigantisch. Fast alle Computerbenutzer beschleicht ein mulmiges Gefühl, nach dem Motto: Der Staat kann das, dann macht er es wahrscheinlich auch – vielleicht auch bei mir. Vielleicht auch das Finanzamt, das Wohnungsamt, die Stadtverwaltung. Warum auch nicht…

Irgendwie trauen viele dem Staat alles zu – und das ist wirklich erschreckend. Es liegt vielleicht daran, dass es auch den Staatstrojaner so nie hätte geben dürfen. Wenn man selbst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ignoriert, dann womöglich auch die Rede des kleinen Mannes.

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