Bei einem mobilen Gerät ist die Leistungsfähigkeit des Akkus von kritischer Bedeutung. Ist dieser nicht mehr leistungsfähig, dann kommt ihr schnell in eine unangenehme Situation: Der Akku ist leer und ihr braucht entweder eine Steckdose oder könnt nicht mehr weiterarbeiten. Ist das ein dauerhaftes oder nur ein zeitweiliges Problem? Das könnt ihr mit Windows-Bordmitteln herausfinden.
Auf der Oberfläche bekommt ihr nur den Akku, seinen Füllstand und den ausgewählten Energiesparplan angezeigt, wenn ihr auf das Batteriesymbol am unteren, rechten Bildschirmrand klickt. Das sagt allerdings noch nichts über die Entladung und die Kapazitäten des Akkus des Gerätes aus. Dazu bietet euch Windows 10 und 11 ein eigenes Programm namens PowerCFG.
Öffnet eine Befehlszeile, indem ihr gleichzeitig die Windows und die R-Taste drückt und cmd eingebt. An der Eingabeaufforderung gebt ihr dann powercfg /batteryreport /output %USERPROFILE%Desktopbattery_report.html ein und drückt die Eingabetaste.

Windows erstellt nun den Batterie-Report und legt ihn auf dem Desktop ab. Öffnet ihn mit einem Doppelklick, dazu verwendet Windows automatisch euren Standard-Browser.

Was der Batterie-Report verrät
Im Report seht ihr unter Installed Batteries die Akkus und deren Nenn- und aktuelle Ladespannung. Je größer die Differenz zwischen den beiden Werten ist, desto angegriffener ist euer Akku. Besonders wichtig ist die Kapazität: Zeigt der Report eine „Full Charge Capacity“ von nur noch 70-80% der ursprünglichen „Design Capacity“, dann ist der Akku definitiv altersschwach.
Weiterhin seht ihr in dem Report eine Vielzahl von Informationen um die Laufzeiten, Entladevorgänge etc. Hier könnt ihr schnell Einblick darüber bekommen, ob besondere Belastungen den Akku entladen haben oder der Akkuzustand dafür verantwortlich ist.
Moderne Akku-Pflege richtig verstehen
Das früher oft empfohlene komplette Entladen moderner Lithium-Ionen-Akkus ist übrigens ein Mythos aus der NiCd-Akku-Zeit. Heute gilt das Gegenteil: Lithium-Akkus mögen es gar nicht, komplett entladen zu werden. Optimal ist ein Ladestand zwischen 20% und 80%. Windows 11 bietet sogar eine intelligente Ladefunktion, die das Laden bei 80% stoppt, wenn das Notebook hauptsächlich am Netzteil hängt.
Alternative Tools für detaillierte Analyse
Neben dem Windows-eigenen PowerCFG gibt es auch spezialisierte Tools wie HWiNFO64 oder BatteryInfoView von NirSoft, die noch detailliertere Informationen liefern. Diese zeigen auch die aktuelle Temperatur des Akkus an – ein wichtiger Faktor für die Lebensdauer.
Weitere PowerCFG-Befehle
Das PowerCFG-Tool kann noch mehr. Mit powercfg /energy erstellt ihr einen umfassenden Energiebericht, der auch andere stromfressende Komponenten identifiziert. Der Befehl powercfg /sleepstudy analysiert, warum euer Laptop im Standby-Modus Strom verbraucht – ein häufiges Problem bei modernen Always-Connected-PCs.
Akku-Mythen entlarvt
Viele Nutzer glauben immer noch an veraltete Akku-Weisheiten. Modern Connected Standby bei Windows 11 beispielsweise ist kein Fehler, sondern ein Feature – der Laptop bleibt auch im „Schlaf“ teilweise aktiv, um E-Mails zu synchronisieren oder Updates zu installieren. Das verbraucht Strom, ist aber gewollt.
Wann ist ein Akkutausch fällig?
Als Faustregel gilt: Liegt die tatsächliche Kapazität unter 70% der ursprünglichen Nennkapazität, solltet ihr über einen Akkutausch nachdenken. Bei vielen modernen Ultrabooks ist das allerdings nicht mehr möglich, da die Akkus fest verbaut sind. Hier hilft dann nur noch der Gang zum Servicecenter oder die Anschaffung einer Powerbank für unterwegs.
Der PowerCFG-Report ist jedenfalls der erste und wichtigste Schritt, um die Gesundheit eures Notebook-Akkus zu beurteilen. Die wenigen Minuten für die Analyse können euch viel Ärger ersparen.
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026