Ubuntu Linux: Standard-Webbrowser ändern

von | 14.07.2015 | Linux

Ubuntu kommt mit einer Reihe Standard-Programme, die bereits vorinstalliert sind. Da ist zum Beispiel der Mozilla-Browser Firefox. Wer lieber einen anderen Browser verwenden will, kann problemlos Chrome, Opera, Edge oder ein weiteres Programm installieren und als Standard definieren.

Open-Source-Webbrowser wie Chromium, Epiphany und andere Firefox-Varianten lassen sich direkt über das Ubuntu Software Center oder via Snap Store installieren. Andere Browser, beispielsweise Google Chrome, Microsoft Edge, Opera, Vivaldi oder Brave, müssen von der jeweiligen Projekt-Website heruntergeladen werden oder können über Flatpak bezogen werden.

Moderne Installations-Wege nutzen

Seit Ubuntu 20.04 LTS gibt es mehrere Wege, Browser zu installieren. Der klassische Weg führt über das Software Center, aber auch Snap-Pakete und Flatpaks sind weit verbreitet. Google Chrome beispielsweise wird oft als .deb-Paket von der Google-Website heruntergeladen. Nach dem Download öffnet ihr die Datei einfach mit einem Doppelklick – Ubuntu Software übernimmt dann die Installation.

Alternativ könnt ihr im Terminal arbeiten. Für Chrome etwa:

wget -q -O - https://dl.google.com/linux/linux_signing_key.pub | sudo apt-key add -
echo "deb [arch=amd64] http://dl.google.com/linux/chrome/deb/ stable main" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/google-chrome.list
sudo apt update && sudo apt install google-chrome-stable

Für andere Browser wie Brave oder Vivaldi gibt es ähnliche Repositories, die eine saubere Installation und automatische Updates ermöglichen.

Standard-Browser in Ubuntu ändern

Nach der Installation eines alternativen Browsers müsst ihr die Systemeinstellungen anpassen, um den neuen Browser als Standard zu definieren. Der Weg hat sich in den Ubuntu-Versionen leicht geändert, aber das Prinzip bleibt gleich.

In Ubuntu 22.04 LTS und neueren Versionen geht ihr so vor: Klickt oben rechts auf das Einstellungssymbol (drei Punkte oder Zahnrad) und wählt „Einstellungen“ aus. In der Seitenleiste findet ihr den Punkt „Standard-Anwendungen“. Hier seht ihr verschiedene Kategorien wie „Web“, „E-Mail“, „Kalender“ und weitere.

ubuntu-standardbrowser

Bei „Web“ könnt ihr das Dropdown-Menü öffnen und aus allen installierten Browsern wählen. Standardmäßig steht dort „Firefox“, aber nach der Installation von Chrome, Opera oder anderen Browsern erscheinen diese ebenfalls in der Liste.

Alternative Methoden

Wer es lieber über das Terminal macht, kann den Standardbrowser auch per Kommandozeile ändern. Der Befehl update-alternatives bietet hier eine elegante Lösung:

sudo update-alternatives --config x-www-browser

Dieser Befehl zeigt alle verfügbaren Browser an und lässt euch per Nummer auswählen, welcher als Standard dienen soll.

Eine weitere Methode führt über das Programm „Bevorzugte Anwendungen“, das ihr über die Anwendungsübersicht finden könnt. Gebt einfach „bevorzugt“ oder „standard“ in die Suche ein.

Besonderheiten verschiedener Browser

Google Chrome ist nach wie vor der weitverbreitetste Browser und läuft unter Ubuntu stabil. Die Installation über das .deb-Paket ist unkompliziert und Updates kommen automatisch.

Microsoft Edge gibt es mittlerweile auch für Linux und kann über ein Microsoft-Repository installiert werden. Der Browser basiert auf Chromium und bietet ähnliche Features wie unter Windows.

Brave punktet mit integriertem Tracking-Schutz und Werbeblocker. Die Installation erfolgt ebenfalls über ein eigenes Repository.

Opera bietet Features wie ein kostenloses VPN und einen integrierten Werbeblocker. Vivaldi richtet sich an Power-User mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten.

Snap vs. klassische Installation

Viele Browser sind mittlerweile auch als Snap-Pakete verfügbar. Snaps haben den Vorteil, dass sie in einer isolierten Umgebung laufen und automatisch aktualisiert werden. Allerdings können sie etwas langsamer starten als klassisch installierte Programme.

Chrome als Snap installiert ihr so:

sudo snap install chromium

Für Firefox (falls ihr eine neuere Version als die vorinstallierte wollt):

sudo snap install firefox

Problemlösungen

Falls der neue Standardbrowser nicht übernommen wird, könnt ihr das mit dem Befehl xdg-settings prüfen und korrigieren:

xdg-settings get default-web-browser
xdg-settings set default-web-browser google-chrome.desktop

Manchmal hilft auch ein Neustart der Desktop-Umgebung oder ein kompletter Neustart des Systems.

Fazit

Die Änderung des Standard-Webbrowsers in Ubuntu ist unkompliziert und in wenigen Klicks erledigt. Egal ob ihr Chrome, Edge, Opera oder einen anderen Browser bevorzugt – Ubuntu bietet flexible Möglichkeiten für die Installation und Konfiguration. Die grafische Oberfläche macht es auch Einsteigern leicht, während erfahrene Nutzer auf Terminal-Befehle zurückgreifen können.

Zuletzt aktualisiert am 14.04.2026