Updates: So nachhaltig sind sie für Dich – oder die Konzerne

von | 18.10.2022 | Software

Updates: Manchmal nerven sie, wenn sie mal wieder zu Unzeiten installiert werden müssen. Manchmal freuen wir uns darauf, weil sie neue Funktionen bringen.

Wir kennen das alle: Plötzlich poppt ein Hinweis auf dem Bildschirm oder Display auf – oft zum unpassendsten Moment! –, wir mögen doch bitte ein Update installieren. Für Windows, für MacOS, iOS, Android oder Office.

Auch 2026 gibt es ständig Updates für Windows 11, die inzwischen mit KI-Features vollgepackt sind. Updates gibt es überall – sogar für smarte Haushaltsgeräte und E-Auto-Software. Die meisten installieren diese Updates auch zeitnah, denn es bringt mehr Sicherheit. Sagen auch die Experten: Updates laden, das stopft Sicherheitslücken. Das klingt nachhaltig – wir können die Geräte lange benutzen.

Doch regelmäßig kommen auch neue Funktionen dazu. KI-Features, die rechenintensiv sind, erweiterte Realität, Cloud-Integration – all das macht die Rechner oder Mobilgeräte dann zunehmend langsamer. Es entsteht der Wunsch, ein neues Gerät zu kaufen, das schneller ist. Das klingt nicht nachhaltig. Was ist also nachhaltiger: Keine Updates, dann bleibt möglichst lange alles beim Alten, oder Updates, die einem Gerät ständig neue Jugend spendieren, sie aber irgendwann auch überfordern?

Updates auf dem PC: Oft in ungünstigen Momenten

Updates auf dem PC: Oft in ungünstigen Momenten

EU-Recht hat einiges verändert

Seit 2024 gelten in der EU neue Mindeststandards für Updates. Smartphone-Hersteller müssen jetzt wenigstens fünf Jahre Sicherheitsupdates und drei Jahre Feature-Updates bereitstellen. Das war ein wichtiger Schritt gegen die geplante Obsoleszenz – auch wenn die ursprünglich geplanten sieben Jahre nach Lobbyarbeit der Industrie gekippt wurden.

Trotzdem hat sich viel getan: Deutsche kaufen heute seltener neue Smartphones, halten sie durchschnittlich 3,5 Jahre statt der früher üblichen 2 Jahre. Bei etwa 18 Millionen neuen Smartphones pro Jahr ist das immer noch viel, aber die Tendenz geht in die richtige Richtung.

Updates stopfen Sicherheitslecks

Wenn Updates angeboten werden, insbesondere für Betriebssystem oder wichtige Programme, bin ich einer der ersten, der sagt: Unbedingt installieren.

Updates sind ungeheuer wichtig: Sie sind eine Art Frischzellenkur für ein Betriebssystem, ein Programm, eine App. Meist sind wichtige Korrekturen enthalten, die zum Beispiel Fehler beseitigen und damit Sicherheitslücken schließen. Das ist vor allem bei Betriebssystemen wichtig, aber auch beim Browser oder bei wichtigen Programmen.

Gerade in Zeiten von KI-basierten Cyberangriffen und immer raffinierteren Schadprogrammen sind zeitnahe Updates überlebenswichtig. Zero-Day-Exploits werden heute binnen Stunden automatisiert ausgenutzt. Deshalb sind Updates unverzichtbar. Sie sorgen sogar dafür, dass wir Geräte länger benutzen können.

Gibt es keine Updates mehr, werden die Geräte zu einem Sicherheitsrisiko – und wir sollten darüber nachdenken, sie gegen neuere Geräte auszutauschen. Updates sind also eindeutig ein wichtiges Werkzeug, um Geräte nachhaltig zu machen.

Unbedingt Update einspielen

Android-Hersteller mussten nachziehen

Die EU-Vorschriften haben vor allem Android-Hersteller zum Umdenken gezwungen. Wo früher nach zwei Jahren Schluss war, bieten jetzt auch Mittelklasse-Geräte längeren Support.

Apple versorgt seine Kunden weiterhin am längsten mit Updates – oft sechs bis sieben Jahre. In der Android-Welt hat sich aber viel getan: Samsung garantiert inzwischen sieben Jahre Updates für seine Galaxy-S-Serie, Google macht bei seinen Pixel-Geräten das Gleiche. Selbst Xiaomi, OnePlus und andere chinesische Hersteller bieten heute mindestens fünf Jahre Support.

Die billigen Android-Geräte unter 200 Euro sind aber weiterhin problematisch. Hier wird oft nur das gesetzliche Minimum erfüllt – und manchmal nicht mal das konsequent.

Android Smartphone

KI macht Updates schwerer

Ein neues Problem sind die KI-Features, die seit 2024 massiv in Smartphones und Computer integriert werden. Apples Intelligence, Google Gemini, Microsofts Copilot – sie alle brauchen moderne Prozessoren und viel RAM.

Das führt zu einem Zwei-Klassen-System: Ältere Geräte bekommen zwar noch Sicherheitsupdates, aber viele neue Features bleiben ihnen verwehrt. Das erzeugt subtilen Upgrade-Druck, auch wenn das Altgerät technisch noch funktioniert.

Besonders problematisch: Viele KI-Features werden als unverzichtbar vermarktet, obwohl sie primär Komfortfunktionen sind. Hier solltet ihr ehrlich prüfen: Brauche ich das wirklich, oder kann mein bewährtes Gerät noch eine Weile durchhalten?

Updates wecken auch Begierden

Updates haben manchmal einen gegenteiligen Effekt: Durch neue Funktionen geraten die Geräte an ihre Leistungsgrenze – ein Motor, der zum Kauf neuerer Geräte antreibt.

Das zeigt sich besonders bei KI-Updates. Wenn euer drei Jahre altes Smartphone plötzlich beim Verarbeiten von Fotos stottert oder der Akku schneller leer ist, liegt das oft an neuen Features, die mehr Rechenpower brauchen.

Apple und andere Hersteller haben gelernt und bieten heute differenziertere Updates: Grundfunktionen und Sicherheit für alle, rechenintensive KI-Features nur für neuere Modelle. Das ist ehrlicher als früher, wo alle das gleiche Update bekamen – auch wenn die Hardware überfordert war.

Was könnt ihr tun?

In den Einstellungen eurer Geräte findet ihr heute oft Optionen wie „Nur Sicherheitsupdates“ oder „Erweiterte Features deaktivieren“. Nutzt das! So bleibt euer Gerät sicher, ohne durch unnötige Features ausgebremst zu werden.

Bei Android könnt ihr in den Entwickleroptionen sogar einstellen, welche Systemdienste aktiv sein sollen. Ein bisschen Feintuning kann einem alten Smartphone nochmal ein Jahr Leben schenken.

Und denkt daran: Ein Smartphone, das alle eure Bedürfnisse erfüllt, ist nachhaltiger als das neueste Modell mit Features, die ihr nie nutzt. Updates sind wichtig für die Sicherheit – aber ihr müsst nicht jeden Hype mitmachen.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026