Der macOS Finder zeigt euch grundlegende Dateiinfos an, aber bei Medien-Dateien ist er ziemlich wortkarg. Wenn ihr wissen wollt, mit welchem Codec ein Video komprimiert wurde, welche Bitrate ein Song hat oder ob der Film HDR-Material enthält, braucht ihr andere Tools. Der kostenlose VLC Player ist nach wie vor eine der besten Optionen dafür.
VLC ist längst nicht mehr nur ein einfacher Media Player. Das Tool hat sich zu einem echten Schweizer Taschenmesser für Medien-Analysen entwickelt. Version 3.0 und die aktuellen Builds von 4.0 liefern detailliertere Informationen denn je – besonders wichtig in Zeiten von 4K, 8K, HDR10, Dolby Vision und komplexen Streaming-Codecs wie AV1.
So ruft ihr Medien-Infos in VLC ab
Um mit dem VLC media player Infos über Medien-Dateien abzurufen, öffnet zunächst die gewünschte Datei im Player. Klickt dann mit der rechten Maustaste auf das Video oder geht ins Menü „Fenster“ und wählt „Medien-Informationen“ (Shortcut: Cmd+I auf dem Mac, Strg+J unter Windows).
Alternativ könnt ihr auch während der Wiedergabe einfach mit der rechten Maustaste ins Video-Fenster klicken und „Media Information…“ auswählen.
Was VLC euch alles verrät
Der Info-Dialog öffnet sich mit mehreren Tabs, die unterschiedliche Aspekte eurer Medien-Datei beleuchten:
Allgemeine Informationen: Hier findet ihr Basics wie Titel, Künstler, Album, Dauer und Dateigröße. Bei Videos seht ihr auch die Framerate und Auflösung.
Codec-Details: Der wichtigste Tab für Technik-Interessierte. VLC zeigt euch hier den Video-Codec (H.264, H.265/HEVC, AV1, VP9), die Bitrate, Farbtiefe und bei modernen Videos auch HDR-Informationen. Beim Audio erfahrt ihr, ob es sich um AAC, MP3, FLAC oder andere Formate handelt.
Metadaten: Alle eingebetteten Infos wie Album-Cover, Beschreibungen, Copyrights und EXIF-ähnliche Daten.
Statistiken: Zeigt live während der Wiedergabe an, wie viele Frames dekodiert wurden, ob welche verloren gingen und wie die aktuelle Netzwerk-Performance ist (wichtig bei Streams).
Besonders nützlich für moderne Video-Formate
VLC ist eines der wenigen kostenlosen Tools, das euch verlässlich über moderne Codecs informiert. Das ist besonders wichtig, weil:
- AV1-Videos werden immer häufiger (Netflix, YouTube nutzen den Codec)
- HDR-Content braucht spezielle Decoder-Info
- Variable Bitraten sind bei Streaming-Content Standard
- Multi-Audio-Tracks in verschiedenen Sprachen und Qualitäten
Bei HDR-Videos zeigt VLC beispielsweise an, ob es sich um HDR10, HDR10+ oder Dolby Vision handelt – Infos, die der Finder komplett ignoriert.
Profi-Tipp: Batch-Analysen mit MediaInfo
Wenn ihr regelmäßig größere Mengen an Medien-Dateien analysieren müsst, ist das separate Tool „MediaInfo“ noch detaillierter. Es gibt sowohl eine GUI-Version als auch ein Kommandozeilen-Tool. VLC nutzt übrigens intern ähnliche Bibliotheken wie MediaInfo.
Für den gelegentlichen Gebrauch reicht VLC aber völlig aus. Das Tool ist kostenlos, läuft auf allen Plattformen und wird aktiv weiterentwickelt. Die nächste Major-Version 4.0 soll noch bessere Unterstützung für 8K-Content und neue Codecs mitbringen.
Fazit
Während der macOS Finder bei Medien-Dateien schweigt, plaudert VLC aus dem Nähkästchen. Ob ihr wissen wollt, warum ein Video ruckelt, welche Audiospuren verfügbar sind oder ob euer Display HDR-Content korrekt darstellen kann – VLC liefert die Antworten. Ein unverzichtbares Tool für alle, die mehr über ihre Medien-Sammlung wissen wollen.
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026

