Will man sich kurz ein Bild oder ein Dokument ansehen, ist man mit der Vorschau-App von macOS gut beraten. Seit Jahren ist diese App ein unterschätztes Allround-Werkzeug, das weit mehr kann als nur Dateien anzuzeigen. Besonders praktisch: Dokumente und Bilder lassen sich direkt in einem anderen Format speichern und damit konvertieren. Die Liste der verfügbaren Datei-Typen scheint dabei aber auf den ersten Blick begrenzt zu sein.
Dabei gibt es einen versteckten Trick, der auch in macOS Sequoia und Ventura noch funktioniert. Denn Dokumente und Bilder lassen sich eben nicht nur als JPEG, JPEG-2000, OpenEXR, PDF, PNG oder TIFF-Bild sichern. Darüber hinaus versteht sich die Vorschau-App auch auf weitere Formate, etwa GIF, ICNS (Apple-Icons), BMP, ICO (Microsoft-Symbole), WebP oder auch PSD (das Photoshop-Format).
Um diese versteckten Optionen zu aktivieren, klickt ihr in der Vorschau zuerst auf Ablage, Sichern …, haltet dann die Wahl-Taste (Alt) gedrückt und klickt erst jetzt auf die Liste des Datei-Typs. Schon erscheint die wesentlich längere Version mit den zuvor genannten Extra-Optionen.
Welche Formate sind verfügbar?
Die versteckte Formatliste der Vorschau-App ist beeindruckend umfangreich. Neben den Standard-Formaten findet ihr:
- WebP: Das moderne Google-Format für optimierte Web-Bilder
- HEIC/HEIF: Apples effizientes Format für iPhone-Fotos
- GIF: Für animierte Bilder und Web-Grafiken
- BMP: Das alte Windows-Bitmap-Format
- ICO: Microsoft-Icons für Windows-Programme
- ICNS: Apple-Icons für macOS-Programme
- PSD: Photoshop-Dateien (allerdings nur Grundebenen)
- HDR: High Dynamic Range für bessere Kontraste
Praktische Anwendungsfälle
Dieser versteckte Trick ist besonders nützlich, wenn ihr:
- Screenshots für verschiedene Plattformen optimieren wollt: PNG für hohe Qualität, WebP für moderne Websites, JPEG für kompakte Größen
- Icons erstellen müsst: Aus einem PNG lässt sich schnell eine ICNS-Datei für macOS-Apps machen
- Dateien für Windows-Systeme vorbereitet: BMP und ICO sind dort noch immer relevant
- Web-optimierte Bilder benötigt: WebP bietet oft 30% kleinere Dateien bei gleicher Qualität
Qualitätseinstellungen nicht vergessen
Bei verlustbehafteten Formaten wie JPEG oder WebP könnt ihr die Qualität über einen Schieberegler einstellen. Für Web-Bilder reichen oft 75-85% Qualität aus, um eine gute Balance zwischen Dateigröße und Bildqualität zu erreichen. Bei Screenshots mit Text solltet ihr hingegen PNG oder verlustlose Formate bevorzugen.
Alternative: Automator für Batch-Konvertierung
Wenn ihr häufiger Dateien konvertieren müsst, lohnt sich ein Blick auf den integrierten Automator. Damit lassen sich Workflows erstellen, die ganze Ordner voller Bilder automatisch in ein anderes Format umwandeln. Das spart Zeit bei größeren Projekten.
Grenzen der Vorschau-App
Trotz ihrer Vielseitigkeit hat die Vorschau-App auch Grenzen. Komplexe Photoshop-Dateien mit Ebenen werden nur als flaches Bild exportiert. RAW-Dateien von Kameras werden zwar angezeigt, aber die Exportoptionen sind begrenzt. Für professionelle Bildbearbeitung führt kein Weg an spezialisierten Tools vorbei.
Fazit
Die Vorschau-App ist ein mächtiges Konvertierungs-Tool, das Apple geschickt in macOS versteckt hat. Mit dem Alt-Taste-Trick habt ihr Zugriff auf deutlich mehr Dateiformate als zunächst sichtbar. Das macht die App zu einem praktischen Alltagshelfer für schnelle Formatwechsel ohne zusätzliche Software. Probiert es einfach mal aus – ihr werdet überrascht sein, wie vielseitig die unscheinbare Vorschau-App wirklich ist.
Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026

