Warum Gaming Deutschlands liebster Zeitvertreib geworden ist

von | 23.02.2026 | Digital

Morgens in der U-Bahn, mittags in der Pause, abends auf dem Sofa. Für Millionen Deutsche ist das Smartphone das wichtigste Unterhaltungsgerät des Alltags und ein großer Teil dieser Zeit gehört mittlerweile den Games. Online Gaming hat sich in Deutschland vom Nerd-Hobby zum digitalen Massensport entwickelt und das schneller, als viele Skeptiker für möglich gehalten hätten.

Früher Randgruppe, heute 34 Millionen

Mal ehrlich, wer hätte noch vor zehn Jahren gedacht, dass der typische deutsche Gamer Mitte dreißig ist, Vollzeit arbeitet und abends auf dem Sofa Brawl Stars daddelt? Laut game, dem Verband der deutschen Games-Branche, spielen inzwischen rund 37,5 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig digitale Spiele, das sind ganze 60 Prozent der Bevölkerung zwischen 6 und 69 Jahren.

Die am stärksten wachsende Gruppe ist, überraschenderweise, die der über 60-Jährigen. Das Durchschnittsalter der Spielenden liegt somit erstmals bei 39,5 Jahren.

Der Schub kam durch Corona. Wer zwei Jahre lang nicht ins Kino, ins Restaurant oder zu Freunden durfte, suchte Unterhaltung und soziale Verbindung und fand beides in Online-Spielen. Die Art und Weise, wie gespielt wurde, ist da erstmal egal.

Viele, die damals zum ersten Mal einen Controller in die Hand nahmen, haben ihn seitdem nicht mehr wirklich zur Seite gelegt. Aber auch Zeichen- und Ratespiele wie Skribbl waren beliebt, denn dafür brauchte man nur ein paar Leute, ein Handy und eine Internetverbindung.

Das Smartphone hat die Einstiegshürde auf null gedrückt

Früher brauchte man Konsole, TV, Controller und mindestens 50 Euro für ein Spiel. Heute reichen zwei Daumen und ein Handydisplay. Das klingt nach Vereinfachung, ist aber der eigentliche Kern des Ganzen. Warum Online-Spiele so beliebt sind, lässt sich schnell erklären. Wo keine Vorkenntnisse nötig sind, keine Investition getätigt werden muss und sofortige Belohnung ruft, da fühlt sich jeder willkommen.

Mobile Gaming ist das mit Abstand größte Segment. Das Smartphone ist mit rund 22,7 Millionen Nutzern die meistgenutzte Spieleplattform in Deutschland, noch weit vor Konsolen und PC. Der alte Gaming-Snobismus, nach dem „echte“ Spiele nur auf dem PC oder der Konsole zählen, hat sich damit ziemlich gründlich erledigt. Wann hat ein Hobby also zuletzt so wenig vorausgesetzt?

Was Deutsche eigentlich spielen und was neu dazugekommen ist

Strategie, Casual Games, Multiplayer, das sind die ewigen Klassiker. Minecraft läuft seit Jahren, FIFA bzw. EA Sports FC ist Dauerbrenner, und Call of Duty Mobile holt sich jedes Jahr neue Kohorten rein. Daneben hat sich aber eine Sparte gemausert, die lange kaum jemand auf dem Schirm hatte, nämlich Online Casinos in Deutschland.

Seit der staatlichen Regulierung des deutschen Markts durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 gibt es hierzulande einen legalen, lizenzierten Markt, der transparent, reguliert und zunehmend Teil der normalen Freizeitbeschäftigung wird. Wer wissen will, welche Anbieter in Deutschland eine offizielle Lizenz haben, wird bei iGaming.com fündig.

Wie der Markt heute aussieht

Vor 2021 war die Lage bei deutschen Online Casinos… nennen wir es mal „unübersichtlich“. Heute sieht das anders aus. Wer einen lizenzierten Anbieter nutzt, spielt unter klaren gesetzlichen Regeln. Das sind vor allem feste Einzahlungslimits, Selbstsperrmöglichkeiten und die Pflicht zur Identitätsprüfung. Das schützt vor allem Spieler und schafft Transparenz für alle.

Dennoch gilt, wie überall im Internet, dass vor der ersten Einzahlung kurz geprüft werden sollte, ob eine Lizenz auch wirklich vorhanden ist. Und nein, das ist keine Paranoia, sondern einfach vernünftig. Gaming und Geldspiele sind nämlich näher beieinander, als viele vermuten. Und wenn es um Geld geht, sollte genauer hingeschaut werden.

Gaming lebt nicht auf einer Insel

Wer denkt, Gaming sei ein isoliertes Hobby, hat den digitalen Alltag der meisten Menschen noch nicht so richtig verstanden. Eine Abend-Session auf dem Sofa läuft heute so: Netflix aus, kurze Runde auf dem Handy, TikTok-Scroll, neues Spiel entdeckt, direkt geladen. Das Prinzip kennt man vom TikTok Shop, denn auch hier vergehen nur Sekunden zwischen Sehen und Kaufen. Gaming folgt exakt demselben Muster. Zwischen dem Entdecken, Ausprobieren und Runterladen vergehen meist nur Minuten.

Wer regelmäßig spielt, stellt irgendwann fest, dass die Bildschirmzeit rasch in die Höhe schnellen kann. Nicht unbedingt dramatisch, aber spürbar. Wer das im Griff behalten will, sollte wissen, wie man die Bildschirmzeit auf iOS und Android misst, um einen gesunden Umgang damit zu finden. Nur dann kann der Spaß am Spiel erhalten bleiben. Aber was passiert eigentlich, wenn man bald gar keine Hardware mehr braucht, um zu spielen?

Fröhliche Menschen nutzen Handys in der U-Bahn.

Warum Hardware bald egal sein könnte

Cloud-Gaming ist das Thema, das die Branche seit Jahren beschäftigt und das endlich in der Breite ankommt. Statt teurer Hardware reicht eine stabile Internetverbindung und das Spiel läuft auf Servern, gestreamt aufs Endgerät. Warum das Cloud-Gaming vor dem Durchbruch steht, ist keine große Überraschung mehr.

Dazu kommt KI in der Spieleentwicklung. Nicht als Buzzword, sondern als echte Veränderung im Spielgefühl. Gegner, die sich an den eigenen Stil anpassen. Inhalte, die sich je nach Spielverhalten verändern. Schwierigkeitsgrade, die niemand mehr manuell einstellen muss. Der deutsche Games-Markt ist trotz einer kurzen Wachstumspause 2024 der größte in Europa und die Nummer fünf weltweit. Das Fundament ist solide und das Beste kommt, alle Zeichen stehen darauf, erst noch. Wahrscheinlich sogar vor GTA 6.