Was bitte ist eine DDoS-Attacke?

von | 20.02.2023 | Internet

DDoS-Attacken legen regelmäßig Websites und Server lahm. Zuletzt trafen solche Angriffe deutsche Flughäfen und Behörden. Doch was steckt dahinter – und warum ist das eigentlich kein Hackerangriff?

Um eine Sache gleich zu klären: Ein DDoS-Angriff auf einen Server ist lästig und oft auch erfolgreich – es ist aber kein Hackangriff, wie häufig zu hören oder zu lesen ist. Denn ein Hack hat das Ziel, irgendwo reinzukommen (einfach gesprochen). Dieses Ziel lässt sich mit einer DDoS-Attacke nicht erreichen, denn der Ziel-Server wird lahmgelegt.

Der Begriff DDoS: Distributed Denial of Service

Aber wofür steht DDoS? Eine Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacke ist eine häufige Form von Cyberangriff, bei dem ein Netzwerk oder eine Website durch die Überlastung mit Anfragen lahmgelegt wird. Im Wesentlichen versuchen Angreifer, ein System so zu überwältigen, dass es für normale Nutzer nicht mehr zugänglich ist.

Bei einer DDoS-Attacke verwenden Angreifer in der Regel eine Vielzahl von infizierten Computern oder Geräten, die als „Botnet“ bezeichnet werden. Mit Hilfe eines solchen Botnets – also einer Vielzahl zusammengeschlossener Rechner, die sich zentral steuern lassen, können die Angreifer eine enorme Menge an Traffic zeitgleich an das Ziel (Opfer) senden. Die meisten Geräte (nicht nur Rechner, es können auch ans Netz angebundene Geräte sein) wurden vorher mit Malware infiziert (Schadprogramme), die nur diese eine Aufgabe haben: Sie werden vom Angreifer ferngesteuert, ohne dass der Besitzer es bemerkt.

DDoS Angriff sind kein Hack, sondern Betrug

DDoS Angriffe sind kein Hack, sondern Betrug

Moderne DDoS-Angriffe werden immer raffinierter

2025 und 2026 haben DDoS-Attacken neue Dimensionen erreicht. Cyberkriminelle nutzen heute nicht nur Computer und Smartphones für ihre Botnets, sondern auch IoT-Geräte wie Smart-TVs, Überwachungskameras, Thermostate und sogar Kühlschränke. Diese Geräte haben oft schwache Sicherheitsvorkehrungen und lassen sich leicht kapern.

Besonders problematisch: KI-gestützte DDoS-Angriffe. Hier analysieren Algorithmen die Zielserver in Echtzeit und passen die Angriffsstrategie automatisch an. Das macht die Attacken deutlich effektiver und schwerer abzuwehren. Die größten gemessenen DDoS-Angriffe erreichen mittlerweile Spitzenwerte von über 4 Terabit pro Sekunde – das ist genug Traffic, um kleinere Länder vom Internet abzuschneiden.

Verschiedene Arten von DDoS-Angriffen

Es gibt verschiedene Arten von DDoS-Attacken, einschließlich Netzwerk- oder Bandbreitenüberlastungsangriffen, Anwendungsüberlastungsangriffen und Angriffen auf Infrastrukturebenen wie DNS-Server. Netzwerküberlastungsangriffe zielen darauf ab, die Netzwerkbandbreite zu überlasten, um das System zu verlangsamen oder auszuschalten.

Anwendungsüberlastungsangriffe zielen darauf ab, spezifische Anwendungen oder Ressourcen zu überlasten, um sie zu deaktivieren oder unzugänglich zu machen. Infrastrukturangriffe zielen darauf ab, die DNS-Server oder andere kritische Komponenten des Systems auszuschalten.

Neu hinzugekommen sind sogenannte „Low-and-Slow“-Attacken. Diese fliegen oft unter dem Radar, weil sie nur wenig Traffic erzeugen, aber gezielt Schwachstellen in Webanwendungen ausnutzen. Ein Beispiel sind Slowloris-Angriffe, die Webserver durch das Offenhalten vieler halbfertiger Verbindungen lahmlegen.

Bei einem DDoS-Angriff werden mit Malware infizierte Rechner eingesetzt

Bei einem DDoS-Angriff werden mit Malware infizierte Rechner eingesetzt

Auswirkungen von DDoS-Angriffen

Die Auswirkungen einer erfolgreichen DDoS-Attacke können durchaus verheerend sein. Denn wenn ein Unternehmen oder eine Organisation nicht in der Lage ist, seine Dienste bereitzustellen, kann es zu erheblichen finanziellen Verlusten kommen. Ein Onlineshop kann keine Waren verkaufen, ein Reisebüro keine Tickets – und der Flughafen kann keine Fluginformationen anzeigen. Darüber hinaus kann es auch zu einem Vertrauensverlust und Rückgang der Markenreputation führen.

Genau das ist der Grund, wieso viele Unternehmen eine solche DDoS-Attacke fürchten. Nicht wenige Cyberbetrüger drohen damit – und fordern Lösegeld, damit ein DDoS-Angriff aufhört oder ausbleibt. DDoS-Angriffe sind ein Drohmittel!

Die Kosten sind mittlerweile astronomisch: Laut aktuellen Studien kostet eine DDoS-Attacke Unternehmen durchschnittlich 2,6 Millionen Euro pro Vorfall. Dabei sind nicht nur die direkten Ausfallkosten gemeint, sondern auch Kosten für Notfallmaßnahmen, Reputation-Management und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

Schutz vor DDoS-Angriffen

Es gibt verschiedene Methoden, um sich vor DDoS-Attacken zu schützen. Für Privatleute in aller Regel völlig unnötig, sich Gedanken zu machen. Wer jedoch ein Geschäft betreibt und/oder von seinen Onlinediensten abhängig ist, sollte sich das ggf. überlegen.

Moderne DDoS-Schutzdienste arbeiten heute mit KI und Machine Learning. Anbieter wie Cloudflare, AWS Shield oder Akamai können verdächtigen Traffic in Millisekunden erkennen und blockieren. Diese Services analysieren Millionen von Datenpaketen pro Sekunde und lernen kontinuierlich dazu.

Eine weitere wichtige Entwicklung sind Anycast-Netzwerke. Dabei wird der Traffic auf viele verschiedene Server weltweit verteilt, sodass selbst massive Angriffe abgefedert werden können. Content Delivery Networks (CDNs) bieten solchen Schutz mittlerweile standardmäßig an.

Für kleinere Unternehmen gibt es heute erschwingliche Cloud-basierte Lösungen. Bereits ab wenigen hundert Euro im Monat lassen sich wirksame DDoS-Schutzmaßnahmen implementieren.

Was tun im Ernstfall?

Falls ihr von einem DDoS-Angriff betroffen seid, heißt es: Ruhe bewahren. Kontaktiert sofort euren Hosting-Provider oder IT-Dienstleister. Viele Anbieter haben mittlerweile 24/7-Notfall-Teams für solche Fälle.

Dokumentiert den Angriff für eventuelle Strafanzeigen und informiert eure Kunden transparent über die Situation. Ehrlichkeit zahlt sich hier aus – Vertuschungsversuche schaden der Reputation meist mehr als die Attacke selbst.

Insgesamt ist es wichtig, sich der Gefahren von DDoS-Attacken bewusst zu sein und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um sich vor ihnen zu schützen. Unternehmen und Organisationen sollten regelmäßig ihre IT-Systeme und Netzwerke überwachen, um Anzeichen von Angriffen zu erkennen und schnell darauf zu reagieren, um ihre Systeme und ihre Kunden zu schützen.

Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026