Smartphone-Benutzer haben sich an komfortable Apps und Betriebssysteme gewöhnt. Damit lässt sich praktisch alles einstellen und erreichen. Leider sind dabei die USSD-Codes fast in Vergessenheit geraten. Vor der Smartphone-Ära waren sie wesentlich geläufiger und wurden benutzt, um bestimmte Service- und Steuerbefehle an den Netzbetreiber zu senden.
Im Englischen steht die Abkürzung USSD für „Unstructured Supplementary Service Data“. Diese praktischen Kurzbefehle funktionieren auch 2026 noch zuverlässig und sind oft sogar schneller als der Umweg über Apps oder Webportale. Mit ihnen lässt sich das Prepaid-Guthaben abfragen, die eigene Handynummer anzeigen lassen oder die Mailbox steuern. Dazu müssen die Codes lediglich in der Telefon-App eingetippt werden und dann mit der Anruf-Taste bestätigt werden.
Der große Vorteil: USSD-Codes funktionieren unabhängig vom Betriebssystem eures Smartphones. Egal ob ihr ein aktuelles iPhone 17, ein Samsung Galaxy S26 oder ein günstiges Android-Gerät nutzt – die Codes laufen überall. Sie benötigen keine Internetverbindung und funktionieren auch bei schwachem Netz, da sie direkt über das GSM-Netz übertragen werden.
Die wichtigsten USSD-Codes für alle Netzbetreiber
Viele Mobilnetzanbieter haben eigene Listen mit spezifischen Codes, aber die wichtigsten funktionieren bei allen deutschen Anbietern ähnlich. Hier die aktuellen Codes für 2026:
- Prepaid-Guthaben einsehen (Telekom): *100#
- Prepaid-Guthaben einsehen (Vodafone): *100#
- Prepaid-Guthaben einsehen (O2/Telefónica): *101#
- Eigene Nummer abfragen (alle Netze): *135# oder *#62#
- Mailbox komplett abschalten: ##61#
- Mailbox bei besetzt abschalten: ##67#
- Mailbox bei nicht erreichbar abschalten: ##62#
- Rufnummer einmalig unterdrücken: #31# vor der Zielrufnummer
- Status der Rufnummerunterdrückung prüfen: *#31#
- Rufumleitung bei besetzt einrichten: *67*Zielrufnummer#
- Alle Rufumleitungen löschen: ##002#
- SIM-PIN ändern: **04*[alte PIN]*[neue PIN]*[neue PIN]#
- IMEI-Nummer anzeigen: *#06#
Spezielle Codes für moderne Smartphone-Features
Mit der Weiterentwicklung der Netze sind auch neue USSD-Funktionen dazugekommen. Besonders praktisch sind diese Codes:
Netzinfo und Diagnose:
– Aktuell genutztes Mobilfunknetz anzeigen: ##4636## (Android)
– Signalstärke detailliert: 3001#12345# (iPhone, funktioniert bis iOS 17)
– 5G-Verbindungsstatus: ##INFO## (bei unterstützten Geräten)
eSIM und Dual-SIM Management:
Bei modernen Smartphones mit eSIM-Unterstützung könnt ihr mit speziellen Codes zwischen den SIM-Karten wechseln oder deren Status abfragen. Die genauen Codes variieren je nach Hersteller und werden meist in den Einstellungen unter „Mobile Daten“ oder „SIM-Karten“ angezeigt.
So nutzt ihr USSD-Codes richtig
Die Bedienung ist denkbar einfach: Öffnet die Standard-Telefon-App eures Smartphones, gebt den gewünschten Code exakt so ein, wie er angegeben ist, und drückt die grüne Anruf-Taste. Binnen weniger Sekunden erhaltet ihr eine Antwort in Form einer Pop-up-Nachricht.
Wichtige Tipps:
– Achtet auf die exakte Schreibweise – jedes Zeichen zählt
– Die Codes funktionieren nur in der nativen Telefon-App, nicht in Drittanbieter-Apps
– Bei Fehlermeldungen kann ein Neustart des Smartphones helfen
– Manche Codes funktionieren nur im Heimnetz, nicht beim Roaming
Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen
USSD-Codes sind grundsätzlich sicher, da sie direkt mit eurem Netzbetreiber kommunizieren. Dennoch solltet ihr vorsichtig sein:
- Gebt niemals Codes ein, die ihr per SMS oder E-Mail von unbekannten Absendern erhalten habt
- Seriöse Anbieter fordern nie per USSD zur Eingabe von Passwörtern oder PINs auf
- Bei unbekannten Codes vorher beim eigenen Mobilfunkanbieter nachfragen
Warum USSD-Codes noch immer relevant sind
In Zeiten von 5G und ausgereiften Smartphone-Apps mögen USSD-Codes antiquiert wirken. Tatsächlich haben sie aber mehrere Vorteile: Sie funktionieren auch bei schwacher Internetverbindung, sind universell einsetzbar und oft schneller als der Umweg über Apps oder Webseiten. Gerade für die Abfrage des Prepaid-Guthabens oder zum schnellen Deaktivieren der Mailbox sind sie unschlagbar praktisch.
Techniker und Power-User schätzen USSD-Codes auch für erweiterte Netzdiagnosen. Sie geben direkten Zugriff auf Funktionen, die in normalen Smartphone-Einstellungen versteckt oder gar nicht verfügbar sind.
Für den Alltag reichen die oben genannten Standard-Codes vollkommen aus. Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf den Websites der Mobilfunkanbieter meist erweiterte Code-Listen mit weiteren Funktionen.
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026

