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E-Mail-Adresse wechseln ohne Verluste: So geht’s

von | 30.09.2019 | Internet, Office

Eine E-Mail-Adresse ist fürs Leben. Das ist zumindest der Plan, den ihr beim Anlegen der Adresse habt. Aber dann kommt es anders: Ihr heiratet, werdet adoptiert, wollt den damals so cool klingenden Spitznamen nicht mehr verwenden. Oder euer bisheriger E-Mail-Anbieter nervt mit zu viel Werbung, schlechtem Spam-Schutz oder ihr braucht mehr Speicherplatz. Natürlich könnt ihr die E-Mail-Adresse anpassen. Manche Anbieter lassen das zu. Allerdings bringt dies Aufwand mit sich. Ihr müsst alle Personen informieren, die eure alte E-Mail-Adresse kennen, sonst laufen Mails ins Leere. Das könnt ihr aber auch eleganter lösen!

Der elegante Weg führt über eine automatische Weiterleitung. Als erstes legt ihr euch die neue E-Mail-Adresse beim Anbieter eurer Wahl an. Diese kann komplett anders sein als die alte. Ihr könnt sogar zu einem anderen Anbieter wechseln, wenn das für euch Sinn macht. Hier lohnt es sich, moderne Anbieter wie Proton Mail, Tutanota oder auch die weiterentwickelten Dienste von Google, Microsoft oder Apple zu prüfen. Viele bieten heute deutlich besseren Schutz vor Spam, mehr Speicherplatz und bessere Integration mit anderen Diensten.

Wichtig ist nur, dass die neue Adresse bereits existiert und funktioniert, bevor ihr mit der Weiterleitung beginnt.

Meldet euch nun über das Internet am alten Postfach an und wechselt in die Einstellungen. Die automatische Weiterleitung findet ihr in den E-Mail-Einstellungen.

Bei manchen E-Mail-Diensten ist die permanente Weiterleitung nicht als separate Option verfügbar. Stattdessen müsst ihr unter Regeln einrichten, dass alle E-Mails an eine externe Adresse weitergeleitet werden. Gmail, Outlook.com und Yahoo Mail unterstützen diese Funktion standardmäßig, während kleinere Anbieter manchmal Einschränkungen haben.

Bei Gmail findet ihr die Option unter „Einstellungen“ > „Weiterleitung und POP/IMAP“. Outlook.com versteckt sie unter „Einstellungen“ > „E-Mail“ > „Weiterleitung“. Yahoo Mail platziert sie in den „Kontoeinstellungen“ unter „Mailboxen“.

Ihr müsst nun im Prinzip nicht einmal eure Bekannten über die neue Adresse informieren. Jede E-Mail, die an die alte Adresse geht, kommt durch die Weiterleitung im neuen Postfach an. Wenn ihr darauf antwortet, ist die Absenderadresse automatisch eure neue E-Mail-Adresse. Ebenso verhält es sich, wenn ihr eine neue E-Mail schreibt. Nach kurzer Zeit schicken die meisten Absender ihre E-Mails also an die neue Adresse. Und wenn jemand immer noch die alte Adresse nutzt, dann bekommt ihr diese zuverlässig, weil sie automatisch weitergeleitet wird.

Wichtige Services nicht vergessen

Denkt aber daran, dass ihr bei wichtigen Online-Services aktiv die E-Mail-Adresse ändern solltet. Dazu gehören Online-Banking, Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney+, Shopping-Accounts bei Amazon oder anderen Händlern, Social Media Accounts und vor allem Zwei-Faktor-Authentifizierung-Services. Diese verschicken oft sicherheitskritische E-Mails, die nicht durch eine Weiterleitung gefährdet werden sollten.

Die schrittweise Migration

Eine bewährte Strategie ist die schrittweise Migration. Führt eine Liste aller wichtigen Accounts und arbeitet sie systematisch ab. Beginnt mit den kritischen Services wie Banking und Versicherungen, dann folgen Shopping-Accounts und zuletzt weniger wichtige Newsletter-Abonnements.

Viele moderne E-Mail-Clients wie Thunderbird, Apple Mail oder auch die Web-Interfaces unterstützen euch dabei, mehrere Accounts gleichzeitig zu verwalten. So könnt ihr beide Adressen eine Zeit lang parallel nutzen.

Sicherheitsaspekte beachten

Wenn ihr aus Sicherheitsgründen wechselt, solltet ihr zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen treffen. Ändert das Passwort des alten Accounts, bevor ihr die Weiterleitung einrichtet. Prüft, ob der alte Anbieter Logs über Weiterleitungen führt und ob diese sicher sind.

Bei sensiblen Accounts wie Online-Banking solltet ihr die E-Mail-Adresse direkt ändern, statt auf die Weiterleitung zu vertrauen. Hier geht Sicherheit vor Bequemlichkeit.

Langfristige Strategie

Plant von Anfang an, wie lange die Weiterleitung laufen soll. Ein Jahr ist meist ausreichend, um alle wichtigen Kontakte zu migrieren. Manche kostenlose E-Mail-Anbieter stellen nach längerer Inaktivität die Weiterleitung ein oder löschen sogar den Account. Informiert euch über diese Richtlinien.

Eine Überlegung wert ist auch der Kauf einer eigenen Domain. Mit einer eigenen Domain seid ihr unabhängig vom E-Mail-Anbieter und könnt jederzeit den Service wechseln, ohne die E-Mail-Adresse zu ändern. Services wie Strato, IONOS oder All-Inkl bieten solche Lösungen bereits ab wenigen Euro im Jahr an.

So gelingt der E-Mail-Wechsel ohne Stress und ohne verlorene Nachrichten.

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026

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