Dank des Internets bestellen wir immer mehr auch im Ausland. Auch wenn Ihr beim Versand eine Trackingnummer bekommen habt, bewegen sich Pakete manchmal nicht mehr. Das hat Gründe!
Immer auf einen verfolgbaren Versand bestehen
Manchmal steht es im Kleingedruckten: Wenn Ihr bei der Bestellung den Standardversand wählt – der meist erfreulich günstig ist – dann habt Ihr keine Versicherung und auch keine Nachverfolgbarkeit. Das ist zum einen unangenehm, weil Ihr keinerlei Übersicht habt, ob und wann das Paket ankommt. Noch schlimmer aber: Wenn es verloren geht, dann verweigert der Versender meist einen Ersatz. Ihr hättet für die Versicherung ja schließlich mehr zahlen können. Auch PayPal verweigert in solchen Fällen oft den Käuferschutz.
Darum: Wenn Ihr eine Sendung mit einem gewissen ideellen oder monetären Wert habt, investiert besser ein wenig mehr in die Versandoption!
Tracking einer Sendung
Einfach ist es, wenn der Versender internationale Unternehmen wie DHL, UPS, FedEx, TNT oder Amazon Logistics verwendet: Diese haben jeweils ein Tracking-Portal, in dem Ihr die Sendung vom Versand bis zur Zustellung verfolgen könnt, unabhängig von der Zahl der Länder, die diese durchreist.
- Wenn in der Versandnachricht kein expliziter Trackinglink vorhanden ist, dann ruft manuell die Webseite des Versenders auf.
- Wählt Eure Sprachversion aus, diese hat nichts mit dem Land des Versenders zu tun. Auf der Seite von UPS Deutschland könnt Ihr eine US-amerikanische Sendung genauso verfolgen wie auf der US-Seite!
- Alternativ nutzt Dienste wie AfterShip, ParcelTrack oder Packagetrackr, die das Tracking von Sendungen der unterschiedlichsten Paketdienste und Transporteure weltweit übernehmen. Diese Plattformen haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert und erkennen automatisch den Versanddienstleister.
Lokal versendet, international verloren?
Richtig ärgerlich wird es aber, wenn Ihr eine Sendung habt, die über einen lokalen Versender beispielsweise der Australischen Post, dem amerikanischen USPS oder Royal Mail aufgegeben wurde. Da könnt Ihr wie oben beschrieben das Tracking des Versenders nutzen, nur scheint sich das Paket ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zu bewegen. Dann nämlich, wenn es das Ursprungsland verlassen hat und im Zielland angekommen ist. Dann findet Ihr nur den Status „Wurde an die Zustellorganisation im Zielland übergeben“, aber keine weitere Bewegung mehr.
- In einem solchen Fall ruft einfach mal die Seite von DHL oder DPD auf (die meist die Zustellung solcher Sendungen übernehmen)
- Gebt dort die Paketnummer ein und schaut, ob die Sendung dort verfolgbar ist, die Wahrscheinlichkeit ist hoch!
- Dieses Tracking funktioniert nur erst nach der Übergabe an den deutschen Paketdienst. Vorher bekommt Ihr eine Fehlermeldung.
- Oft findet Ihr nur hier die Information, dass die Sendung bereits in einer Filiale liegt und darauf wartet, dass Ihr sie durch Zahlung der Einfuhrabgaben befreit!
Neue Hürden durch EU-Regelungen
Seit 2021 gelten verschärfte Zollbestimmungen für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern. Bereits ab einem Warenwert von einem Euro müssen Einfuhrabgaben entrichtet werden. Das führt dazu, dass viele Pakete länger beim Zoll liegen bleiben. Besonders bei Sendungen aus China, den USA oder Großbritannien kann das zu wochenlangen Verzögerungen führen.
Die gute Nachricht: Die meisten Paketdienste haben ihre Benachrichtigungssysteme verbessert. Ihr bekommt meist eine SMS oder E-Mail, wenn Euer Paket beim Zoll hängt und Abgaben fällig werden.
Moderne Tracking-Optionen nutzen
Viele Versanddienste bieten inzwischen erweiterte Tracking-Features:
- Push-Benachrichtigungen: Apps von DHL, UPS und Co. senden Euch proaktiv Updates
- Lieferzeitfenster: Präzise Vorhersagen, wann das Paket ankommt
- Umleitung: Pakete können oft noch während des Transports an andere Adressen oder Paketstationen umgeleitet werden
- Live-Tracking: Bei Premium-Services seht Ihr teilweise die aktuelle Position des Lieferfahrzeugs
Was tun, wenn das Paket wirklich weg ist?
Falls alle Tracking-Versuche fehlschlagen und das Paket tatsächlich verschwunden ist:
- Kontaktiert zuerst den Versender, nicht den Paketdienst
- Bei Kreditkartenzahlung könnt Ihr ein Chargeback einleiten
- PayPal-Käuferschutz greift nur bei versicherten Sendungen
- Dokumentiert alle Kommunikation und Screenshots der Tracking-Verläufe
- Bei wertvollen Sendungen lohnt sich oft eine Nachfrage bei der örtlichen Postfiliale
Ihr seht also: Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, eine Sendung aufzuspüren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirklich verloren ist, ist sehr gering! Mit den richtigen Tools und etwas Geduld findet Ihr fast jedes Paket wieder.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026