Wenn ihr nicht ihr selbst sein wollt: Identitätsgeneratoren

von | 18.11.2021 | Internet

Im Normalfall legt ihr Wert darauf, dass ihr euch selbst seid und eure Daten korrekt sind. Manchmal aber ist genau das Gegenteil der Fall: Ihr wollt möglichst wenige Informationen preisgeben, die Webseite aber will stimmige Informationen bei der Anmeldung. Dann verwendet doch einfach einen Identitätsgenerator!

Es gibt nichts, was es nicht gibt. So verwundert es euch sicherlich nicht, dass es sogar eigene Webseiten gibt, die stimmige persönliche Informationen nicht existierender Personen generieren. Sogenannte „Fake Name Generators“ wie beispielsweise diesen hier sind mittlerweile zu hochentwickelten Tools geworden.

Gebt die Rahmendaten wie Geschlecht, Herkunftsland, Alter ein und lasst die Seite ihre Arbeit tun. Nach kurzer Zeit zeigt diese euch einen kompletten Satz an Informationen an. Diese sind aufeinander abgestimmt: Die Postleitzahl passt zum Ort, die Vorwahl ebenso, die Adresse gibt es in dem Ort und vieles mehr.

Moderne Identitätsgeneratoren bieten mehr als nur Namen

Die heutigen Fake-Identitätsgeneratoren sind deutlich ausgereifter als ihre Vorgänger. Sie erstellen nicht nur Namen und Adressen, sondern auch glaubwürdige Profile mit Berufsbezeichnungen, Hobbys und sogar Social-Media-kompatiblen Biografien. Tools wie ThisPersonDoesNotExist.com generieren mittels KI sogar realistische Profilfotos von Menschen, die nie existiert haben.

Oft braucht ihr zum Anmelden an einer Webseite auch eine E-Mail-Adresse und wollt nicht eure echte eigene Adresse verwenden. Auch das berücksichtigen moderne Services: Sie generieren temporäre E-Mail-Adressen, die ihr durch einen Klick aktivieren und nutzen könnt. Ist die Anmeldung an der Seite erledigt und ihr habt die Informationen, die ihr beziehen wolltet, dann könnt ihr eure Zweit-Identität getrost einfach vergessen.

Datenschutz versus Betrug – die rechtliche Grauzone

Die Verwendung von Fake-Identitäten bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Während es grundsätzlich legal ist, zum Schutz der Privatsphäre falsche Daten bei Newsletter-Anmeldungen zu verwenden, wird es problematisch, wenn Verträge geschlossen oder kommerzielle Dienste genutzt werden. Bei Dating-Plattformen, Online-Shops oder Finanzdienstleistern können falsche Angaben zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Alternative: Privacy-First-Tools

Statt komplett gefälschter Identitäten bieten sich auch datenschutzfreundliche Alternativen an. Apple’s „Mit Apple anmelden“ oder Firefox Relay ermöglichen es, echte Accounts zu erstellen, ohne persönliche Daten preiszugeben. Diese Services fungieren als Vermittler zwischen euch und den Webseiten.

Wann Fake-Identitäten sinnvoll sind

Legitim ist der Einsatz von Identitätsgeneratoren vor allem beim Testen von Webseiten, für Entwickler bei der Erstellung von Demo-Daten oder wenn ihr euch vor aufdringlichem Marketing schützen wollt. Auch Journalisten nutzen sie gelegentlich für Recherchezwecke.

Die Kehrseite der Medaille

Natürlich haben diese Tools auch ihre Schattenseiten. Kriminelle nutzen sie für Identitätsdiebstahl, Betrug oder das Umgehen von Sicherheitsmaßnahmen. Plattformen rüsten deshalb auf: Mit fortschrittlicher KI-Erkennung, Verhaltensanalyse und biometrischen Verfahren wird es immer schwieriger, mit gefälschten Identitäten durchzukommen.

Fazit: Mit Bedacht verwenden

Identitätsgeneratoren sind praktische Werkzeuge für den digitalen Alltag – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Sie helfen dabei, die eigene Privatsphäre zu schützen, ohne dabei anderen zu schaden. Wichtig ist, die rechtlichen Grenzen zu respektieren und nur dort falsche Daten zu verwenden, wo es wirklich notwendig und legal ist.

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026