WhatsApp ist der populärste Messenger, egal ob auf iPhone oder Android Smartphones. Eine Sache, die der App bis heute leider fehlt, ist die Möglichkeit, den Versand von Nachrichten zu planen. Während andere Messenger wie Telegram diese Funktion längst anbieten, müssen WhatsApp-Nutzer zu Hilfsmitteln greifen.
Dabei wäre das Feature so praktisch: Geburtstagsglückwünsche pünktlich um Mitternacht, Erinnerungen zu bestimmten Zeiten oder wichtige Nachrichten, die zu einem passenden Zeitpunkt ankommen sollen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Apps und Methoden könnt ihr trotzdem Nachrichten planen.
Android: Scheduler-Apps nutzen
Für Android-Nutzer gibt es mehrere Apps, die das geplante Versenden ermöglichen. Eine der bewährtesten ist Scheduler for WhatsApp. Die App ist kostenlos verfügbar, hat aber in der Gratisversion einige Einschränkungen.
Nach der Installation müsst ihr der App Bedienungshilfe-Rechte gewähren. Öffnet dazu die Android-Einstellungen > Bedienungshilfe und aktiviert „WhatsApp Scheduler“. Diese Berechtigung ist nötig, damit die App automatisch WhatsApp öffnen und Nachrichten versenden kann.
Über das Plus-Symbol erstellt ihr neue geplante Nachrichten. Wählt einen Kontakt aus eurer WhatsApp-Liste, legt Datum und Uhrzeit fest und tippt eure Nachricht ein. Besonders praktisch: Ihr könnt wiederkehrende Nachrichten einrichten – täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich.
Die kostenlose Version beschränkt sich auf Textnachrichten an Einzelkontakte. Für Gruppennachrichten oder Medien benötigt ihr die Pro-Version.
iPhone: Automatisierung mit Siri Shortcuts
Für iPhone-Nutzer ist die Situation schwieriger, da iOS restriktiver mit App-Berechtigungen umgeht. Eine elegante Lösung bieten jedoch die Kurzbefehle (Shortcuts) von Apple.
Öffnet die „Kurzbefehle“-App und erstellt eine neue Automatisierung. Wählt als Auslöser „Zeit“ und legt fest, wann die Nachricht gesendet werden soll. Als Aktion fügt ihr „WhatsApp öffnen“ hinzu, gefolgt von vordefinierten Textbausteinen.
Diese Methode ist etwas umständlicher, da ihr die Nachricht bei Ausführung noch bestätigen müsst. Vollautomatisch funktioniert es aufgrund von iOS-Beschränkungen leider nicht.
Web-basierte Lösungen
Eine plattformübergreifende Alternative sind Web-Services wie „WA Scheduler“ oder „SKEDit“. Diese funktionieren über WhatsApp Web und können von jedem Browser aus bedient werden.
Ihr verbindet euer WhatsApp-Konto mit dem Service (ähnlich wie bei WhatsApp Web) und plant dort eure Nachrichten. Der Dienst sendet sie dann zum gewünschten Zeitpunkt. Achtet aber auf die Datenschutzrichtlinien dieser Anbieter, da sie theoretisch Zugriff auf eure Nachrichten haben.
Business-Lösungen für Unternehmen
2024 hat WhatsApp seine Business-Funktionen deutlich ausgebaut. Mit der WhatsApp Business API können Unternehmen jetzt offiziell geplante Nachrichten versenden – allerdings nur über zertifizierte Business-Service-Provider.
Tools wie „Chatbot.com“, „Landbot“ oder „ManyChat“ bieten integrierte WhatsApp-Scheduler für Geschäftskunden. Diese Lösungen sind professionell, aber kostenpflichtig und eher für Unternehmen gedacht.
Worauf ihr achten solltet
Bei allen Drittanbieter-Lösungen ist Vorsicht geboten. Diese Apps benötigen weitreichende Berechtigungen und können theoretisch auf eure WhatsApp-Nachrichten zugreifen. Nutzt nur Apps von vertrauenswürdigen Entwicklern und lest die Datenschutzbestimmungen.
Zudem verstößt die Nutzung von Drittanbieter-Apps möglicherweise gegen WhatsApp’s Nutzungsbedingungen. In der Praxis führt das selten zu Problemen, theoretisch könnte euer Account aber gesperrt werden.
Die Zukunft: Native Funktionen in Sicht?
Meta hat 2025 angekündigt, an nativen Scheduling-Funktionen für WhatsApp zu arbeiten. Ein offizieller Release-Termin steht aber noch aus. Bis dahin bleiben Drittanbieter-Apps die einzige Option.
Die Entwicklung zeigt: Der Bedarf nach geplanten Nachrichten ist da. Ob beruflich oder privat – manchmal ist das richtige Timing entscheidend. Mit den vorgestellten Methoden könnt ihr diese Lücke bereits heute schließen, auch wenn es noch nicht so elegant funktioniert wie bei der Konkurrenz.
Zuletzt aktualisiert am 31.03.2026

